Tagesarchive: 30. Juli 2014

TV-Nostalgie (23): Dieter Kürten und die große Zeit beim „Aktuellen Sportstudio“

Mit den Jahren beschleicht einen bei manchen Dingen das Gefühl, dass sie früher einfach besser gewesen sind. So auch beim „Aktuellen Sportstudio“ im ZDF. Das wurde – im Gegensatz zu heute – in der guten alten Zeit noch live gesendet. Und gern erinnert man sich an sympathische Moderatoren wie Harry Valérien und Dieter Kürten.

Wir konzentrieren uns mal auf Dieter Kürten (geboren 1935 in Duisburg), der 1963 über eine Düsseldorfer Boulevardzeitung zum ZDF kam. Von 22. Oktober 1967 bis zum 30. September 2000 (!) hat er „Das aktuelle Sportstudio“ 375 Mal moderiert – ein phänomenaler Rekord.

Locker und seriös zugleich

Spaßeshalber (und es hat wirklich Freude gemacht) habe ich mir noch einmal eine Sendung von 1985 angeschaut, außerdem einige weitere Ausschnitte, in denen stets die Qualität des Dieter Kürten deutlich wird. Er verfügt über enorme Fachkenntnis, mit der er aber nicht prunkt und protzt. Vom Erscheinungsbild her verbindet er eine gewisse Lockerheit und Seriosität auf geradezu ideale Weise.

Dieter Kürten am 9. März 1985 im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF. (Screenshot aus: http://www.youtube.com/watch?v=8VLZyGx8Wac)

Dieter Kürten am 9. März 1985 im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF. (Screenshot aus: http://www.youtube.com/watch?v=8VLZyGx8Wac)

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Flaneur im Stress – der Roman „Leise singende Frauen“ von Wilhelm Genazino

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Bild: dtv

Die neuerliche Begegnung mit Wilhelm Genazino war eher Zufall. Ich sah das Buch beim Buchhändler liegen und dachte: schau doch mal rein. „Leise singende Frauen“ heißt der gerade einmal 176 Seiten umfassende Roman (im Paperback), den Titel ziert das Foto einer keusch berockten Dame mit Highheels und ohne Oberkörper, die sich bedrohlich weit aus einem Fenster zu lehnen scheint.

Erst auf den zweiten Blick gewahrt man, daß das Bild entweder ein farblich ganz zurückhaltendes Buntbild sein muß oder aber doch wenigstens ein kleines Bißchen Rot mitgedruckt wurde. Was sagt uns das? Eher – nichts. Man könnte allenfalls über die Motive der titelprägenden Firma („Wildes Blut, Atelier für Gestaltung“) spekulieren und vielleicht auch ein, zwei erwähnenswerte Erklärungsversuche herausdestillieren, doch wirklich weiter brächte einen das nicht.

Dem Autor jedoch, zumindest könnte ich mir das gut vorstellen, wäre dieses Titelbild ein Kapitel wert. Wie ihm auch andere Wahrnehmungen in seiner alltäglichen Umwelt der textlichen Erwähnung würdig scheinen, die unsereiner, eher eilend als flanierend in den großen Städten unterwegs, vielleicht nie gemacht hätte. Aber der Reihe nach.

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