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Zurüstungen für die heimische Kaffeefabrik

In Versuchung geraten, eine nagelneue Kaffeemaschine zu kaufen. Einen von diesen polierten Lifestyle-Apparaten als Schaustück für die Küche, ihr wisst schon. Rasch vom Wunsch kuriert gewesen.

Der fix geschulte Fachverkäufer schüttet Familie B. mit Fachbegriffen zu und weidet sich daran, dass wir so gut wie nichts richtig verstehen. Wir sollen offenbar weichgekocht werden, bis wir dastehen wie Trottel. Doch mit dem erlösenden Kauf tritt man ja garantiert ein in die strotzmodern mittelschichtige, allzeit kreative, rundum verwöhnte, prenzlauerberghafte, politischökologischkorrekte Gesellschaftsschicht, welche die schicken Innenstadtviertel der Metropolen okkupiert. Keine Angst: Das Fass mit den Aufschriften „Gentrifizierung“ und „Bionade-Biedermeier“ machen wir an dieser Stelle nicht weiter auf. Friede den Altbau-Idyllen. Einstweilen.

Zurück zum Schnellkursus in Sachen häuslicher Kaffeefabrik. Mit Imponiergeste zeigt der Ladenschwengel sündhaft teure Boliden vor, mit denen man – wenn’s hoch kommt – gerade mal je zwei Tässchen Espresso, Cappuccino oder Latte auf einmal herstellen kann. Ergo: Wenn etwas mehr Besuch kommt, muss jemand permanent an der Maschine stehen und für stetigen Nachschub sorgen. Wenn einem das keine 1200 Euro oder mehr wert ist, dann gehört man eben nicht dazu!

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Kaffeebohnen-Leserei

Man(n) wollte es, man(n) wollte es nicht,
man(n) tat es, man(n) tat es nicht.

Derweil lagen die Bohnen auf dem Tisch.

man(n) schaute sie an, man(n) schwieg.

Es tat gut zu schweigen, nach all der Aufregung.

Ja, es war sogar notwendig.

Da waren also diese Bohnen, wie aus heiterem Himmel,

plötzlich auf den Tisch geregnet und natürlich auch gefallen.

Man(n) hatte noch den Klang in den Ohren.

Und auch der Duft war ihm wohlvertraut.

Immer mit der Nase nochmal daran, wer kennt das nicht?

Aber nun war es still.

Es hatte sich ausgeregnet.

Alles lag vor einem, ohne, dass man(n) begriffen hätte..

Man(n) möchte es trotzdem….

Und vielleicht lag sogar eine Notwendigkeit darin?

Aber wer wollte das behaupten?

Vor dem Behaupten, das Verstehen.

Aber wer legt sich schon gerne mit tausend Kaffeebohnen an?

Versuchen Sie mal 1000 Kaffeebohnen zu verstehen.

Da hat man(n) was am Hals.

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