Schlagwort-Archive: Marie Jacquot

Ausflug in den Zauberwald: Marie Jacquot und das WDR Sinfonieorchester in der Philharmonie Essen

Nach dem Konzert im Essener Stadtgarten: Komponistin Kristine Tjøgersen (links) und Dirigentin Marie Jacquot. (Foto: Werner Häußner)

Es zirpt und pfeift im Orchester, es raschelt und rauscht. Das tiefe Blech knurrt bedrohlich. Irgendwo in den Instrumenten flirrt eine Folge von Rufen vorbei. Im neuesten Stück der Komponistin Kristine Tjøgersen fühlt man sich in einen Wald versetzt. Ein Wald, der geheimnisvoll wirkt, unheimlich auch. Vielleicht sogar verwunschen.

Zum zweiten Mal nach der Uraufführung in Köln spielt das WDR Sinfonieorchester in der Philharmonie Essen das Orchesterwerk „Wolpertinger“ der Norwegerin. Der Titel wirkt bizarr, denn er bezeichnet ein Fantasiewesen, das kaum jemand gesehen hat – es sei denn in Bayern nach ausgiebigem Gerstensaftgenuss auf dem nächtlichen Heimweg vom Wirtshaus. Dort regen gelegentlich ausgestopfte Wolpertinger, in Glasbehältern im Gasthof ausgestellt, die Imaginationsgabe an.… Weiterlesen

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Gezähmte Dämonen: Sinfoniekonzert der Duisburger Philharmoniker mit Marie Jacquot am Pult

„Romantische Dämonie“ war das neunte Philharmonische Konzert der Duisburger Philharmoniker überschrieben, doch in Robert Schumanns a-Moll-Klavierkonzert war von romantischen Anmutungen wenig zu hören.

Ab 2024 Chefdirigentin an der Königlichen Oper Kopenhagen: Marie Jacquot, Erste Kapellmeisterin an der Rheinoper. (Foto: Werner Kmetitsch)

Erst Felix Mendelssohn Bartholdys Vertonung von Goethes „Faust“-Vorstudie „Die erste Walpurgisnacht“ ließ im farbenreichen Orchester und in exzessiv ausgekosteter Chordramatik die Dämonen vorüberziehen: „Menschen-Wölf‘ und Drachen-Weiber“ rasen da in dampfendem „Höllenbrodem“ über den Himmel. Carl Maria von Webers Wolfsschlucht lässt grüßen und die effektsichere Musik Mendelssohns gibt eine Ahnung davon, wie es hätte klingen können, hätte der hochbegabte Berliner Jung‘ jemals die Chance gehabt, eine Oper zu komponieren.

Wer da das Duisburger Orchester und den erstmals nach der Pandemie-Zwangspause wieder in großer Form auftretenden Philharmonischen Chor anspornt, bringt ausgiebige Opernerfahrung mit: Marie Jacquot, seit 2019 Erste Kapellmeisterin an der Deutschen Oper am Rhein und ab 2024 Chefdirigentin der Königlichen Oper Kopenhagen, versteht es, Ensembles sicher zu führen.… Weiterlesen

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Szenisch demontiert, musikalisch erhöht: Mozarts römischer Kaiser Titus an der Rheinoper Düsseldorf

Maria Kataeva als Sesto in Mozarts „La Clemenza di Tito“ an der Rheinoper in Düsseldorf. (Foto: Bettina Stöß)

Ein Fest der noblen Töne und der durchgearbeiteten Details: Die Dirigentin Marie Jacquot hebt in luziden Klang, was Wolfgang Amadé Mozart in seine kurz vor der „Zauberflöte“ uraufgeführte Krönungsoper „La Clemenza di Tito“ an kompositorischen Kostbarkeiten eingeschrieben hat.

Trotz der Herkunft des Stoffs aus der Opera seria des Wiener Hofdichters Pietro Metastasio ist die alte Manier an vielen entscheidenden Stellen überschrieben. Äußerlich mag die Folge von Arien und Rezitativen noch an Althergebrachtes erinnern; innerlich haben es Librettist Caterino Mazzolà und Mozart mit seiner Kunst des Ensembles, aber auch mit der Aufwertung der Rolle des Orchesters gründlich hinter sich gelassen. Da ändern auch die Rezitative nichts, die vermutlich aus Zeitmangel von Mozarts Schüler Franz Xaver Süßmayr in Töne gesetzt wurden.… Weiterlesen

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