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Dortmunder Handschriftensammlung: Friedrich der Große bedankt sich für Heringe

Dortmund. Das soll Friedrich der Große geschrieben haben? Diese unscheinbaren, winzigen Buchstaben, jede Linie ausgesprochen blass, macht- und kraftlos wirkend? Ja, es stimmt. Und es war sogar der wohl letzte Brief, den der berühmte Preußenkönig (am 1. Juli 1786) verfasst hat. Das historische Papier gehört zu den wertvollsten Stücken der Dortmunder Handschriftensammlung.

Die wenigen Zeilen, die der kranke König aufs Blatt strichelte, sind auch inhaltlich bemerkenswert, wenn auch unscheinbar: Der Monarch bedankt sich bei einem Markthändler für die jüngste Herings-Lieferung. Derlei höfliche Bescheidenheit wirkt in dieser Schriftform schlichtweg anrührend. Kein Abdruck könnte ein solches Gefühl wecken. Dies vermag nur die originale Handschrift. Die Dortmunder Sammlung in der Stadt- und Landesbibliothek, die auch frühe Druckwerke und Dichter-Nachlässe umfasst, ist mindestens bundesweit bedeutsam. Ob Goethe, Annette von Droste-Hülshoff, Karl Marx, Thomas Mann, Albert Schweitzer oder auch US-Präsidenten wie Coolidge und Nixon – hier werden eigenhändige Schriftstücke vieler Größen aus Kunst, Kultur und Politik verwahrt.

Heinrich Zilles Entschuldigung für „Radaubetragen“

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