Jamiroquai: Acid-Jazz mit Autsch

Ich war so glücklich. Ein Konzert von Jamiroquai. Endlich. Der eigentliche Termin im Frühjahr war wegen einer Grippeerkrankung von Sänger Jay Kay ausgefallen. Also nun Oberhausen, ein Abend voller Sound, Funk, Acid-Jazz – und Ohrenschmerzen.

Die Ausgangslage war schon ein bisschen schwierig. Die Band hatte eine Absage wieder gut zu machen. Und dann das: Dem Schweizer Alleinunterhalter mit Beatboxing-Qualitäten gehört die Bühne viel länger als geplant – die Combo ist gerade erst in Düsseldorf gelandet. Nebel in London.

Die Ende 2010 erschienene Jamiroquai-CD "rock dust light star" (Mercury Universal)

Die Ende 2010 erschienene Jamiroquai-CD "rock dust light star" (Mercury Universal)

Als Jay Kay endlich um halb zehn auf die Bühne stürmt, ruft er eine lautstarke Entschuldigung in die Halle. Lautstark ist leider auch, was folgt: Der Sound ist brutal und schmerzhaft, unausgewogen. Jay Kays Gesang klingt wie aus einer Blechbüchse, Rückkopplungen stören das Konzerterlebnis. Einige Buhs aus dem Publikum werden laut. Immer wieder zeigt Jay Kay selbst auf die Monitore, geht in den Pausen zwischen den Liedern an den Bühnenrand, flucht „What a fuck is this.“

Ärgerlich. Aber ich entscheide irgendwann, mich nicht mehr zu grämen, sondern das Beste aus der Situation zu machen und trotzdem zu feiern. Schließlich zeigt sich „Jamiroquai“ experimentierfreudig: Viele Lieder bekommen einen neuen Anfang oder eine ganz andere Stimmung, überzeugen mit ausgedehnten Improvisationen und engagierten Musikern. Auch Jay Kay in grüner Indianer-Jacke und mit schwarzem Hut will die Situation durch den Flirt mit der Masse retten, tanzt und verteilt Handschläge. Planeten schweben über der Bühne, geniale Videoeinspielungen entführen in die Hippie-Ära, rasante Rennfahrtszenarien oder auf Ausflüge ins All mit dem „Jamiroquai“-Raumschiff – dorthin, wo sicher auch der Sound besser wäre.

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5 Kommentare zu Jamiroquai: Acid-Jazz mit Autsch

  1. Pingback: Nadine albach | Selvaganesh

  2. emergencyonplanetoberhausen sagt:

    Das Konzert am Sonntag 20.11.2011 war eine Zumutung. Schlechter Sound. Rückkopplungen. Dafür zahle ich keine 60 Euro geschweige die Nebenkosten. Beschwerden beim Veranstalter werden ignoriert. Kommentare die auf sachlicher Ebene basieren werden auf der Seite Facebook des Veranstalters gelöscht weil sie diesmal nicht zu seinem Gunsten ausfallen. Hier mein Statement zu der ganzen Geschichte die mich mittlerweile aufregt!

    Geplanter Auftritt im April 2011 ist wegen Krankheit sehr kurzfristig ausgefallen. Mein entgegenkommen: Es ist ärgerlich wegen der Fahrerei und Spritkosten aber ich bin Mensch-Fan-Kunde und sage: das kann passieren.

    20. September 2011 Verspätung des Auftritts von Jamiroqaui.
    Ich sag als Mensch-Fan-Kunde: nun ja das kann passieren höhere Gewalt.

    Knäckbuhl geht von der Bühne runter und es wird ein Soundcheck durchgeführt vor dem Auftritt von Jamiroqaui.
    Ich komme wieder rum entgegen und nehme Wartezeit in Kauf. Ich bin Mensch-Fan- Kunde und denke: nicht gerade toll aber wir werden wohl dafür ein grossartiges Konzert, wie ich es sonst von Jamiroquai und von der Arena in Oberhausen gewohnt bin, erleben.

    21.30 Uhr endlich der Auftritt.
    Was erlebe ich dort als Mensch-Fan-Kunde???
    Eine absolute Frechheit. Der Sound war dermaßen Laut. Ganz ehrlich. Der dumpfe Bass ging mir bis in den Brustkorb. Ich wurde sozusagen von dem Sound der dort abgelassen worden ist ERSCHLAGEN!!! UND DAS KANN NICHT SEIN!!!! Ich habe den Künstler nicht richtig singen hören. Die Backgroundsängerinnen waren gar nicht zu hören. Ständige Rückkopplungen.
    Und meine Ohren sind in Ordnung also keine Wahrnehmungsstörungen.

    Es wurde von der linken Seite der Tribüne Jamiroquai zu gerufen das der Sound nicht in Ordnung ist. Jamiroqaui hat es leibhaftig mitgekriegt!!! Es wurde für diesen Moment sogar die Musik abgestellt, damit der Herr und die Dame dem Künstler das zur Info mitteilten. Und ja, Jamiroqaui hat es vernommen. Alleine schon da wäre eine Entschuldigung angebracht gewesen. Denn Jamiroquai war selbst mit dem Sound nicht zufrieden und das wissen Sie selbst auch. Die Presse sowie WDR 2 berichteten über dieses Konzert und diese viel nicht gerade positiv aus.

    Und hier sage ich :
    So geht man als Künstler sowie Ihrem Unternehmen die daran verdienen nicht mit Kunden um!!! Ich verlange für das Geld ein vernünftiges Konzert.

  3. Wolli sagt:

    Das entsetzen über dieses Konzert ist auch nach einer knappen Woche bei mir immer noch präsent. Ich habe zwischendurch versucht, das beste draus zu machen, eine Stelle zu finden, wo der Sound vielleicht etwas erträglicher war, mich auf die wirklich guten optischen Effekte zu konzentrieren, aber es ging einfach nicht. Dieser unerträglich laut wabernde Tonbrei unhüllte alles und im nachhinein betrachtet wäre es wahrscheinlich besser gewesen, wie viele andere auch nach 30 Minuten den Saal zu verlassen.

    Wer mehr Stimmen zu diesem denkwürdigen Event lesen möchte, dem seien die “FanReports” auf der Eventim Ticketshop-Seite empfohlen

    http://www.facebook.com/groups/182387755184063/

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