
Benedikt Hipp, Songs from the Orbs, 2021 – 2025, Keramik, wilder Ton,
natürlicher Aschenanflug, Hochtemperatur-Holzbrand, 1300 °C/65 h, Mikrometeorit,
Video loop, 80 x 157 x 70 cm, Courtesy: Galerie Kadel Willborn, Düsseldorf,
Mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Akademie Villa Massimo, Rom,
(Foto: Max Reitmeier © Benedikt Hipp)
Seine Arbeiten sind in Rom, München, Frankfurt zu sehen. Seine Installationen verbinden Malerei, Skulptur und Keramik. Er inszeniert sie in kühl ästhetischen Räumen. 2020/21 erhielt er den Rompreis Villa Massimo. Jetzt sind Bildwelten von Benedikt Hipp in einer Einzelausstellung in Hagen zu erleben.
Der in München geborene Künstler, der im kommenden Jahr 50 Jahre alt wird, hat eigens eine auf das Emil Schumacher Museum als klassisches Ausstellungshaus abgestimmte Inszenierung entwickelt. Bis 17. Januar 2027 zeigt das Museum eine Auswahl aus dem Schaffen Benedikt Hipps, in deren Zentrum die titelgebende Skulptur „Songs from the Orbs“ steht.
Diese multimediale Arbeit verbindet Keramik und Video. In einem für Hipp typischen, organisch anmutenden Brocken öffnet ein kleines Guckloch den Blick auf eine Video-Installation im Inneren. Sie offenbart ein eigenes Universum aus Keramiken, die an Meteoriten oder andere Himmelskörper erinnern.
Der Blick in den Kosmos führt so unmittelbar zurück zur Materie und zur Frage nach dem Ursprung des Lebens auf der Erde. Die in Hochtemperatur-Holzbrand entstandene Skulptur trägt durch Aschenanflug Spuren des Zufalls beim Prozess des Entstehens. Das Millionen Jahre alte Material eingearbeiteter Mikro-Meteoriten verweist auf die Relation zwischen Mensch, Erde und Kosmos. Wandel, Transformation und der Übergang von abstrakten, organischen und gegenständlichen Formen kennzeichnen auch die anderen ausgestellten Arbeiten Benedikt Hipps.

Emil Schumacher, Indemini, 1974, Acryl und Asphalt auf Leinwand, 289,5 x 195,5 cm, Emil Schumacher Museum, Hagen. (Foto: Ketterer Kunst © VG Bild-Kunst, 2026)
Spannend ist die Begegnung dieser Schau mit der benachbarten Ausstellung „Emil Schumacher – Indemini. Der Erde näher als den Sternen“. Hier treffen zwei Künstler unterschiedlicher Generationen zusammen, bei denen Material und Zufall, künstlerische Setzung und Eigendynamik des Entstehungsprozesses eine zentrale Rolle spielen.
Bis 20. Dezember stellt das Museum Emil Schumachers monumentale, drei Meter hohe Leinwand „Indemini“ vor. Sie konnte im letzten Jahr aus Privatbesitz erworben und so dauerhaft für die Öffentlichkeit gesichert werden. „Indemini“ steht im Mittelpunkt einer umfassenden Präsentation, der ersten monografischen Werkschau für den Namensgeber des Museums seit fünf Jahren.
Die Ausstellung „Benedikt Hipp – Songs from the Orbs“ ist bis 17. Januar 2027 zu sehen. „Indemini. Der Erde näher als den Sternen“ ist noch bis 20. Dezember zu sehen.
Das Emil Schumacher Museum Hagen ist Dienstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 8, ermäßigt 4,50 Euro. Info: https://esmh.de/