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Monatsarchive: März 2010
Chatroulette: Menschen wegklicken
Immer wieder neue Hypes im Netz. Und welche Sau wird jetzt gerade durchs globale Dorf getrieben? Nun, ein angeblich ganz dickes Ding dieser Tage und Wochen sind „Chatroulette“-Angebote, bei denen Bilder, Töne und Texte in Echtzeit ausgetauscht werden. Es soll Leute geben, die süchtig danach sind. ABC News zitiert eine US-Studentin: „I think it’s a little creepy. And I can’t stand away.“ Ein bisschen gruselig und dennoch unwiderstehlich also?
Seiten dieses Zuschnitts sind an der Benutzer-Oberfläche sehr simpel und locken mit ausgesprochen laxen Bedingungen: völlig anonyme Teilnahme am weltweiten Video-Chat, keine Passwörter, Alterskontrollen, besondere Pflichten, Spielregeln oder sonstige Barrieren. Kein Wunder, dass sich angesichts solcher Vorgaben auch ungemein viele arme Würstchen (wahlweise „arme Teufel“), Spinner und Idioten mehr oder weniger … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Alltag, Gesellschaft, Medien, Netzwelten & KI, Wahnwitz
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Was bleibt von der Kunst der 80er Jahre?
„Neue Wilde“, „Junge Wilde“, „Heftige Malerei“ – an Etikettierungen für die Kunst der (frühen) 80er Jahre mangelt es nicht. Nach all dem prinzipiellen Misstrauen gegen Bilder, das die Szene schließlich geradezu gelähmt hatte, brach um 1979/80 eine offenbar lang angestaute Flut hervor. Schon bald gab es machtvolle Manifestationen wie die Großausstellungen „Westkunst“ in den Kölner Messehallen (1981), „Zeitgeist“ im Berliner Gropius-Bau (1982) und die von Rudi Fuchs geleitete documenta (ebenfalls 1982).
Unter dem verkaufsfördernden Motto „Es wird wieder gemalt“ nahm auch der Handel Aufschwung. Positiv gewendet: Die Kunst war also offenbar doch noch nicht tot. Ebenso wenig wie die vordem totgesagte Literatur. Mag immerhin sein, dass man sich für diese neuen Aufbrüche auch naiv (oder gar dumm?) stellen musste, damit … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Kunst & Museen
Verschlagwortet mit 80er Jahre, Bielefeld, Dokoupil, Francesco Clemente, Junge Wilde, Rainer Fetting, Salome
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Philip Roth „Die Demütigung“ – Macht des Schicksals
Plötzlich ist der Schauspieler Simon Axler erloschen. Einfach aus und vorbei. Er kann nicht mehr spielen. Weder „Macbeth“ noch sonst etwas. In Film und Theater hat der bisher so begnadete Koloss das Publikum verzaubert. Jetzt macht er sich auf der Bühne nur noch lächerlich, verfällt in Depression, hegt Selbstmordgedanken, begibt sich mit letzter Anstrengung in eine Psychoklinik.
Die Insassen der Anstalt reden derart überbietend vom Freitod, als sei’s ein Sport. Und dort klammert sich zerbrechliche, zerbrochene Sybil an ihn. Sie hat ihren mächtig reichen Mann beim Inzest mit der 8-jährigen Tochter überrascht und ist seither vollkommen aus Zeit und Sinn gefallen. Flehentlich bittet sie Axler, ihren Mann für sie umzubringen. Das lehnt er ab, eher aus Kraftlosigkeit denn aus Überzeugung.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Literatur
Verschlagwortet mit Philip Roth
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Martin Walsers Tagebücher 1974-1978: Wachsende Verbitterung
Also schreibt Martin Walser: „Ich schlug Günter vor, in ein Pornokino am Ku’damm zu gehen. Günter wollte nicht. Ich habe Phantasie, ich geh doch in keinen Porno.“
Richtig geraten. Jener Günter ist Günter Grass. Nach einem langen Diskussionstag in der Berliner Akademie der Künste mochte er sich offenbar nicht „unter Niveau“ entspannen. Oder war es die unverhoffte Gelegenheit, dem Marktkonkurrenten Walser „Phantasielosigkeit“ zu unterstellen? Egal.
Die läppische Episode begab sich im Mai 1976 und ist in Martin Walsers Tagebüchern verzeichnet. Er hätte die Passage, in der Grass vermeintlich „besser wegkommt“ als er selbst, gewiss nicht in den neuen Band aufnehmen müssen. Doch er hat es getan. Auch sonst ging er in den jetzt erschienenen Tagebüchern der Jahre 1974-1978 nicht gerade … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Lebenswege, Literatur
Verschlagwortet mit Böll, Enzensberger, Grass, Martin Walser, Reich-Ranicki
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Wohltuend wortkarg
Nur selten ist Pathos mit allerlei verbalen Girlanden und Tremolo angebracht. Häufiger Gebrauch bedeutet allemal Entwertung, wenn nicht gar hohl tönendes Geschwätz.
Wenn etwas in wenigen, knapp gesetzten Worten aufblitzt, so ist das meist wirksamer. Dies macht auch den Reiz gelungener Werbeslogans aus.
Ein schönes Beispiel für lakonischen Witz ist die Äußerung des legendären Langstreckenläufers Emil Zatopek, der sein Metier so trennscharf umrissen hat:
„Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Mensch läuft.“
Mehr muss man nicht sagen.
Noch ein Ausspruch dieser erhellend knappen Sorte, der aus einem Interview mit Marlene Dietrich stammt. Ihre drei Worte taugen als Lebensmotto:
„Hingehen, machen, weggehen.“
Mehr muss man nicht sagen. Mehr muss man nicht tun.
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