Tagesarchive: 5. Juni 2013

ZDF-Dauerbrenner „Aktenzeichen XY…ungelöst“: Sie trauen unserem Mitleid nicht

Was für eine Zeitspanne: Seit 1967 gibt es die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY…ungelöst“. Der Begründer Eduard („Ede“) Zimmermann ist längst eine Legende. Vor allem anfangs, in den Jahren der Studentenbewegung, wurden nicht selten Vorwürfe erhoben: Zimmermann rufe zur „Menschenjagd“ auf, fördere das Denunziantentum und diskriminiere womöglich Minderheiten. Auch das ist sehr lange her. Und heute?

Nun, Rudi Cerne moderiert die Sendung auch schon seit geraumer Zeit, genauer: seit 2002. Der aus Herne stammende ehemalige Sportler und Sportjournalist besitzt eine durch und durch seriöse, manchmal sogar etwas stocksteife Ausstrahlung und ist somit wohl am rechten Platze, wenn es gilt, die heikle Suche nach Verbrechern im Fernsehen zu präsentieren. Auch ist ja das Anliegen grundsätzlich lobenswert. Jede Straftat, die dadurch aufgeklärt werden kann, spricht wohl für diese Sendung.

Spezialausgabe „Wo ist mein Kind?“

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Das Spektrum der Romantik: Michaela Selinger singt Lieder im Aalto-Foyer

Michaela Selinger. Foto: Ruth Ehrmann

Michaela Selinger. Foto: Ruth Ehrmann

Wien, Paris, Glyndebourne, Hamburg: Die Sängerin Michaela Selinger hat sich in den letzten Jahren einen internationalen Ruf erarbeitet. Und kehrt dennoch immer wieder gerne nach Essen zurück, so zuletzt mit einer Liedmatinee ins Foyer des Aalto-Theaters.

Sie beginnt mit einem raffinierten Bogenschlag: Sie nimmt mit Hanns Eislers „Erinnerung an Eichendorff und Schumann“ direkt Bezug zum zweiten Teil ihres Konzerts, dem „Liederkreis“ op. 39 Robert Schumanns auf Texte von Joseph von Eichendorff. Dazwischen fächert sie Aspekte der Liedkunst des 20. Jahrhunderts auf: Romantik in der Sprache Claude Debussys, Franz Schrekers, Gustav Mahlers. Und Neu-Romantik eines Wieners, der unter dem Namen Albin Fries feine Miniaturen komponiert, die in ihrer melodischen und harmonischen Sprache sich gerade noch im Kontext der Moderne von Schreker und Mahler behaupten.

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