Tagesarchive: 7. Januar 2014

„Der Ruf des Kuckucks“: Joanne K. Rowlings Krimi unter Pseudonym

Seit die Britin Lula Landry zum schillernden Top-Model avanciert ist und mit ihrer geheimnisvollen Ausstrahlung die internationale Modewelt verzückt, lernt sie auch die Schattenseiten einer Berühmtheit kennen, die, je nach Lust und Laune, von den Medien gefördert oder vernichtet wird.

Jeder ihrer Schritte wird vom Boulevard beäugt, ihr Luxus-Appartement von Paparazzi umzingelt. Selbst ihr Telefon wird abgehört. Um die Medienmeute abzuschütteln, trifft Lula private Verabredungen und Vereinbarungen nur noch vom Handy einer Freundin aus. Doch es gibt immer jemanden, der eine heikle Information aufschnappt und an die Presse verkauft. Oder jemanden, der, voller Neid und Missgunst, sein eigenes erpresserisches Süppchen kocht.

Der Ruf des Kuckucks von Robert Galbraith

Als Lula eines nachts vom Balkon ihrer Wohnung in den Tod stürzt, deuten alle Indizien darauf hin, dass das notorisch misstrauische und seit Jahren in psychiatrischer Behandlung befindliche Model ihrem turbulenten Leben selbst ein Ende gesetzt hat. Nur ihr Bruder, ein reicher Anwalt, mag den Ergebnissen der polizeilichen Ermittlungen nicht glauben. Als die mediale Hysterie abgeflaut und Lulas Fall schon zu den Akten gelegt ist, engagiert er den Privatdetektiv Cormoran Strike. Dass der ehemalige Soldat, der in Afghanistan körperliche und seelische Wunden davon getragen hat, bei seiner Wahrheitssuche in einen Sumpf aus Intrigen gerät und die Welt der Schönen und Reichen als ein von Machtspielen und Medieninteressen vermintes Schlachtfeld der Eitelkeiten erlebt, verwundert kaum. Denn von der Macht der Medien und dem hoffnungslosen Versuch, sich selbst – trotz plötzlicher Berühmtheit – treu bleiben zu können, kann Joanne K. Rowling ein Lied singen.

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