Tagesarchive: 23. Januar 2014

Action bis zum Veitstanz: Peter Thorwarths Film „Nicht mein Tag“

Der guten Ordnung halber: Ich war natürlich drin. Wenn ein Filmschaffender aus Unna auch mal außerhalb der Unna-Trilogie einen Film macht, gehört es sich für Unnaer, sich den anzusehen. Und das ohne Rücksicht auf die eigene Person.

Ich meine damit nicht, dass ich das Gesehene als anstrengend und folteresk bewerte, sondern dieses „ohne Rücksicht“ bezog sich auf unpassenden Cola-Genuss und Nacho-Verzehr (natürlich mit Käsesoße) während einer postweihnachtlichen Diät. Ansonsten: Peter Thorwarth hat eine unterhaltsame und professionell saubere Arbeit gemacht, die mir gefiel, weil sie meinem Spaßbedürfnis an diesem Tage entsprach.

Filmplakat zu "Nicht mein Tag" (© Sony Pictures)

Filmplakat zu „Nicht mein Tag“ (© Sony Pictures)

Nur entfernte er sich streckenweise so weit von Ralf Husmanns Romanvorlage, dass ich mich bisweilen richtig freute, etwas davon wiedererkennen zu dürfen. Das war zwar nicht absolut störend, aber mitunter gar nicht nötig, weil „Nicht mein Tag“ auch in seiner lesbaren Urform schon ebenso cool wie prima erzählt war und actiongeladene Wahnsinnsstunts nicht nötig hatte. Bisweilen, so hatte ich das Gefühl, gingen Peter Thorwarth und seinen Freunden ein wenig die Pferde durch und sie versuchten auf den einen Topact sofort noch einen topperen draufzusetzen.

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Er war der Bariton des Wirtschaftswunders: Fred Bertelmann ist tot

Er spielte klassisches Theater (u.a. „Götz von Berlichingen“ oder „Der Widerspenstigen Zähmung“), er füllte Boulevard-Theater-Säle („Die Sonny-Boys“) oder Musical-Bühnen („Kiss me Kate“), er war jahrelang Star an der Oper in Chicago in „Showboat“, er spielte Cello, Violine und Trompete, er wollte mal Kinderarzt werden … und: Wie kaum ein anderer malte er mit seinem warmen Bariton das Lebensgefühl der 1950-er Jahre: Fred Bertelmann, der Junge aus Duisburg-Meiderich, ist am gestrigen Mittwoch mit 88 Jahren gestorben.

Screenshot aus: http://www.youtube.com/watch?v=k7uPpGXb2Po

Screenshot aus: http://www.youtube.com/watch?v=k7uPpGXb2Po

Als ich davon las, hatte ich sofort das Bild des „Lachenden Vagabunden“ vor Augen und dieses Lied im Ohr, hörte die fröhliche Melodie (eigentlich „Gambler’s Guitar“ von Jim Lowes) und Fred Bertelmanns schallenden Lachgesang, mit dem er 1957 die Hitlisten in Deutschland erklomm. Da hatte er schon ein paar Nachkriegsjahre als Musiker erfolgreich hinter sich, hatte in Schweden mit Zarah Leander musiziert, Michael Jary kennengelernt, auch seinen späteren Produzenten Nils Nobach und natürlich seinen Manager Stefan von Baranski, der seinen Weg zum Aufstieg ebnete.

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