Tagesarchive: 14. Mai 2014

Für ein Literaturhaus Ruhr – Dem Ruhrgebiet fehlt ein Mittelpunkt literarischen Lebens

Literaturhaus im Schnee oder doch nur Kurpark in Bad Oeynhausen

Literaturhaus-Fata Morgana oder doch nur Kurpark in Bad Oeynhausen?

„Vielleicht ist es das, was mich an Oberhausen herausfordert: Daß man die Stellen kennen muß. Die Plätze, an denen aus nichts ‚etwas‘ wird. Daß es Orte gibt, direkt in Oberhausen, die sind genau wie Frankreich, Berlin oder Neapel, ich schaue mich nur um und kann atmen, es gibt Stellen in Oberhausen, an denen kann man tatsächlich atmen.“
Martin Skoda in seiner Erzählung „Oberhausen“ (in: Dokumentation zum Oberhausener Literaturpreis 1999, Verlag Karl Maria Laufen, Oberhausen 1999)

Abseits aller „Masterpläne“:
Das Europäische Literaturhaus/Literaturnetz Ruhr (ELR)

Neben Verlagsförderung, Reisestipendien und Schreibaufträgen für Schriftstellerinnen und Schriftsteller werbe ich vom Literaturbüro Ruhr e.V. aus (seit fast zwei Jahrzehnten!) beharrlich für die Gründung eines regional verankerten Europäischen Literaturhauses Ruhr (ELR) mit offenem Konzept. Dieses ELR könnte auch der Mittelpunkt eines möglichen Europäischen Literaturnetzes Ruhr sein, das literarische Initiativen aus der Region aufnähme und in sie hineinwirkte, sie förderte und weiterentwickelte.

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Zwischen Wahn und Wirklichkeit – Pirandellos „Heinrich IV“ bei den Ruhrfestspielen

Ein Pferd macht den Anfang. Gelassen knabbert es in der Kulisse am Heu, bis es schließlich weggeführt wird. Es ist ein sinnfälliger Verweis. Mit einem Pferd, genauer gesagt mit dem Sturz vom Rücken eines solchen, begann die Tragödie, deren weiterer Verlauf das Thema dieses Abends ist. Intendant Frank Hoffmann inszeniert Luigi Pirandellos Stück „Heinrich IV“ als zweite große Premiere der diesjährigen Ruhrfestspiele im Festspielhaus.

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Rudolf Kowalski als „Heinrich IV“ in Recklinghausen. Foto: Ruhrfestspiele/Birgit Hupfeld

Heinrich IV ist in diesem Stück nur der Rollenname eines selber namenlos bleibenden Adeligen, der bei einem Maskenumzug als Kaiser auftrat, vom Pferde fiel und seitdem verwirrt ist. Rudolf Kowalski, den man aus dem Fernsehen möglicherweise als Düsseldorfer Serien-Kommissar Stolberg kennt, gibt ihn mit Verve und bemerkenswertem Pathos. Übeltäter bei dem Maskenumzug war übrigens Rivale Belcredi (Ulrich Kuhlmann), der „Heinrich IV“ vom Pferde stieß, weil beide die schöne Bertha liebten.

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Jörg Albrecht kann Abu Dhabi verlassen

Aufatmen: Jörg Albrecht darf aus Abu Dhabi ausreisen. Der Schriftsteller war wegen angeblicher Spionage festgehalten worden.

Heute morgen kam die Nachricht von Holger Bergmann, künstlerische Leitung Ringlokschuppen, und Thorsten Ahrend, Wallstein Verlag, sowie weiteren Künstlern über Change.org, wo sie eine Online-Petition für die Ausreise des Autoren verfasst hatten: Demnach hat Jörg Albrecht gestern, am 13. Mai, nachmittags geschrieben, dass er die Vereinigten Arabischen Emirate verlassen dürfe. Auch die ZEIT berichtet, dass laut Informationen des Göttinger Wallstein-Verlages und des Auswärtigen Amtes die Ausreisesperre aufgehoben worden sei.

In Ihrer Mail schreiben Ahrend, Bergmann & Co., dass Jörg Albrecht sich schon darauf eingerichtet hatte, „dass alles viel länger dauern könnte. Hat es aber nicht. Und das ist auch euch allen zu verdanken“. Über 6000 Menschen hatten demnach den offenen Brief unterzeichnet.

Jörg Albrecht war am 1. Mai zur internationalen Buchmesse in die Hauptstadt der Arabischen Emirate gereist. Dort wurde er einige Tage inhaftiert und durfte danach nicht ausreisen. Er hatte in einer Straße Fotos gemacht, in der auch Botschaften ansässig sind, und wurde deshalb der Spionage verdächtigt – siehe auch den ersten Bericht auf Revierpassagen.

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