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„Dialog mit meinem Gärtner“: Die Kunst des Lebens

Daniel Auteuil hat’s zur Zeit mit Männerfreundschaft. Vor zwei Wochen musste er in „Mein bester Freund” erst lernen, halbwegs sympathisch zu werden. Nun trifft er in Jean Beckers Film „Dialog mit meinem Gärtner” einen Kumpan aus Schultagen wieder.

Im hektisch brausenden Paris hat er als Maler leidlich Erfolg gehabt. Doch das affektierte Gehabe vieler Kunstwelt-Existenzen geht ihm auf die Nerven. Nun kehrt er zurück in die südfranzösische Provinz, ins ländliche Haus seiner Kindheit, sucht einen Gärtner – und findet just jenen Schulfreund (Jean–Pierre Darroussin), dem das Hegen der Pflanzen über alles geht.

Beide stehen vor dem Herbst des Lebens und schließen nun nach und nach aufs Neue Freundschaft, wie von milder Abendsonne beschienen. Unter Auslassung ihrer Vornamen nennen sie einander bald scherzhaft Dujardin (Herr von Garten) und Dupeigne (Herr von Pinsel) – und dabei bleiben sie.

Viel wichtiger ist ja auch, wie sie gelebt haben und noch leben möchten. Also reden sie über ihr Erdenwandeln: verwelkte Träume, Irrwege, kleine Fluchten, Enttäuschungen und das ganze biographische Zubehör. Zwischendurch amüsieren sie sich wie kleine Jungs bei den Wonnen des Gewöhnlichen, beim Angeln oder in sonstiger stiller Naturbetrachtung.

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Lektionen des Lächelns

Keine schöne Zwischenbilanz im Leben: Wenn man auf einmal feststellt, dass man gar keine wirklichen Freunde hat. Alles nur flüchtige Bekanntschaften.

So ergeht’s dem Antiquitätenhändler François (Daniel Auteuil) in Patrice Lecontes Film „Mein bester Freund”. Bei einer Beisetzung mit sehr kleiner Trauergemeinde kommt er ins Grübeln. Wer wird eines Tages bei ihm am Grab stehen? Nicht mal zu seiner erwachsenen Tochter hat der Geschiedene einen Draht.

Abends im Restaurant kommt’s noch schlimmer: Die vermeintlichen Freunde in der Runde sagen schlankweg, dass er ihnen gar nicht so wichtig sei. Seine Geschäftspartnerin Catherine setzt einen drauf: „Was wetten wir, dass du mir binnen zehn Tagen keinen Freund vorweisen kannst?!” Hoher Einsatz: Eine antike Freundschafts-Vase (mit Bildnissen der legendären Blutsbrüder Achilles und Patroklus), die François just in einer sentimentalen Aufwallung für sündhafte 200 000 Euro ersteigert hat.

Die Suche beginnt: Wo stecken sie nur, seine Freunde? Bis in die Schulkindheit zieht’s ihn zurück, doch der Kumpel von damals ist nur empört, als François ihm jetzt auflauert: „Ich habe dich schon früher nie gemocht.”

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Versteckte Sünden quälen doppelt – Michael Hanekes Psychothriller „Caché“ mit Juliette Binoche und Daniel Auteuil

Von Bernd Berke

Georges und Anne Laurent haben es offenbar geschafft. Er moderiert einen Literatur-Talk im Fernsehen, sie arbeitet im angesehenen Buchverlag. Gebildete Leute also. Noch klüger aber wäre es wohl, sich in solch gut gepolsterter Bildungsbürgerlichkeit nicht ein für allemal sicher zu fühlen.

In Michael Hanekes Thriller „Caché“ (etwa: versteckt, verborgen) wird dieses Pariser Ehepaar gründlich irritiert. Anonymer Psycho-Terror aus heiterem Himmel: Nach und nach treffen etliche Video-Kassetten bei den Laurents ein; stets gehüllt in Blätter mit kindlichen Zeichnungen, auf denen Blut fließt.

Die Videos nähren Ängste: Irgend jemand weiß offenbar bestens Bescheid übers Leben der beiden mit ihrem halbwüchsigen Sohn. Sie scheinen rundum überwacht zu werden, wie von einem „Auge Gottes“. Sogar Georges‘ Kindheit scheint das „Phantom“ ausspioniert zu haben.

Folgt eine Erpressung? Nichts da! Die Bedrohung bleibt diffus. Immer nur weitere Kassetten – bis sich eine Spur ergibt. Anhand einer gefilmten Autofahrt lässt sich eine Adresse bestimmen: draußen vor Paris, im unwirtlichen Banlieue-Gürtel, wo ärmere Menschen wohnen. Klar, dass man hier nun die französischen Herbst-Unruhen von 2005 mitdenkt.

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