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Schlagwort-Archive: Kinofilm
Mit Lebenslust altern und sterben – Der Film „Rosie“ kommt ins Kino
Rosie geht es gesundheitlich gar nicht gut. Trotzdem hat sie keine Lust, mit dem Trinken und Rauchen aufzuhören.
Der Rat ihrer Ärzte kann ihr gestohlen bleiben und gegen die Vorhaltungen ihrer (erwachsenen) Kinder ist sie immun. Wenn sie schon das verbitterte Gesicht ihrer schmallippigen Tochter Sophie sieht oder den besänftigenden Dackelblick ihres Sohnes Lorenz, dann wird ihr ganz anders. Rosie, obwohl bereits vom Tode gezeichnet, ist eine lebenslustige Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt und lieber sterben will als ihr viel zu großes Haus zu verkaufen und in einem Altenheim zu vegetieren. Rosie kämpft um ein Altern und Sterben in Würde.
Wie schwer das ist, das zeigt der anrührende Film … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Gesellschaft, Kino, Lebenswege
Verschlagwortet mit Kinofilm, Marcel Gisler, Rosie, Sibylle Brunner
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Die Wut des Dichters auf die ganze Welt – Neu im Kino: „Brinkmanns Zorn“
Von Bernd Berke
Ein Mann rennt rastlos umher und brüllt den Himmel an wie ein Berserker: „Elender gelber Scheiß-Himmel“. Und so weiter. Minutenlang. Mit stetig wachsender Wut.
Das ganze Dasein widert ihn an. Besondere Hasstreue fesselt ihn an seinen Wohnort Köln und all die „Fressen“, die er dort erblickt. Auch die Straßen und Häuser findet er unerträglich. Und überhaupt.
Mit ähnlichem Furor hat er die Unwirtlichkeit der Welt in seinen Texten beschworen. Der Schriftsteller Rolf Dieter Brinkmann (1940-1975) hat nicht nur fulminante Bücher wie „Westwärts l & 2″ hinterlassen, sondern auch stapelweise Tonbänder, auf denen er seine Leiden ausgespien hat. „Brinkmanns Zorn“ heißt der Film, der sich anmaßt, nachträglich in sein Hirn zu kriechen.
Basis sind die Tondokumente, die Brinkmann … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kino, Lebenswege, Literatur
Verschlagwortet mit Brinkmanns Zorn, Harald Bergmann, Kinofilm, Rolf Dieter Brinkmann
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Bands, die von den „Scherben“ erben – sehenswerter Kinofilm „Der Traum ist aus“
Von Bernd Berke
Sie waren hart, sie waren politisch plakativ – und ihr Sänger Rio Reiser hatte wohl mehr Charisma als zwei Grönemeyers oder zwanzig Petrys: „Ton Steine Scherben“ war seit den späten 60ern eine der besten deutschen Rock-Bands. Viele haben sie mit den Rolling Stones verglichen.
Thomas Schuchs Kinofilm „Der Traum ist aus“ verfolgt in etlichen Konzertmitschnitten und Gesprächen jene Traditionslinie, die von den „Scherben“ ausgeht und sich bis heute fruchtbar verzweigt. Freilich sind auch zeitbedingte Brüche nicht zu übersehen. Heute brüllt keiner mehr mit dem Furor des (1996 gestorbenen) Rio Reiser heftige Hass-Zeilen wie „Macht kaputt, was euch kaputt macht“. Es waren damals authentische Texte, doch Ehrlichkeit klingt heute anders.
Einige der stärksten deutschen Gruppen beziehen sich jetzt … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Politik und so, Rock & Pop
Verschlagwortet mit Britta, Element of Crime, Kinofilm, Rio Reiser, Thomas Schuch, Tocotronic, Ton Steine Scherben
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Springteufel der Kultur – die Verfilmung von „Sofies Welt“
Von Bernd Berke
Da trifft Sofie mal eben den alten Knaben Leonardo da Vinci und sieht, wie er gerade seine „Mona Lisa“ fertig malt. Ein paar Schritte weiter meißelt Michelangelo eine Skulptur. „Sofies Welt“ könnte so aufregend sein. Doch in der Verfilmung des Weltbestsellers von Jostein Gaarder hat die Kleine gar keine Muße, sich mit all den berühmten Herrschaften zu befassen.
Erik Gustavsson habe das teuerste norwegische Lichtspiel aller Zeiten gedreht, und aus 4000 Bewerberinnen sei die Sofie-Darstellerin Silje Storstein ausgewählt worden. So strunzt die Werbung. Tatsächlich ist das Mädel sympathisch. Und zweifellos setzt der Regisseur mit technischen Tricks gleichsam die ganz große Fernbedienung in Gang, um sich durch Buch und Historie zu zappen.
Sofie, 14-jährigesMädchen mit okkulten Neigungen, bekommt … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kino
Verschlagwortet mit Erik Gustavsson, Jostein Gaarder, Kinofilm, Silje Storstein, Sofies Welt
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Lockungen einer Nymphe – „Lolita“, Adrian Lynes Neuverfilmung von Nabokovs Skandalroman
Von Bernd Berke
Es ist Hochsommer, es ist heiß. Sie liegt bäuchlings und barfüßig im Gras, spielt gedankenverloren mit ihren langen Zöpfen und blättert in einem Buch. Hinter ihr plätschert ein Springbrunnen. Sprühende Wassertröpfchen haben ihr Kleid so durchnäßt, daß sich ihre erblühenden weiblichen Formen abzeichnen. Nur unschuldiger Liebreiz oder auch schon ein Hauch bewußter Verführung?
Vorsicht, vermintes Gelände! Das Mädchen auf der Wiese ist anfangs gerade mal zwölf Jahre alt und heißt Lolita. Die skandalumwitterte Figur aus Vladimir Nakobovs Roman von 1955 hat, rund 40 Jahre nach Stanley Kubricks Kinofassung, abermals einen Filmemacher inspiriert und wohl auch in gewisser Weise erregt. Diesmal ist es Adrian Lyne, der die Geschichte jenes Literaten mit dem Doppelnamen Humbert Humbert (Jeremy Irons mit … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kino
Verschlagwortet mit Adrian Lyne, Dominique Swain, Jeremy Irons, Kinofilm, Lolita, Neuverfilmung, Vladimir Nabokov
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