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Im Paradies der guten Fußball-Resultate

Nachdem Borussia Dortmund kürzlich gegen Bayern München und dann auch noch gegen die Blauen aus Herne verloren hat (Es lag am Rasen!), muss jetzt schnellstens eine tiefgreifende Systemänderung her. Oder halt! Besser noch eine Rezeptur für alle Ewigkeit.

Fürs Jenseits hat man uns schon viel, wenn nicht alles versprochen. Warum also sollte das Paradies sich nicht auch durch günstige Fußball-Ergebnisse, traumhaft tarierte Tabellen und triumphale Turniere auszeichnen? Nein, nein, es soll gar nicht immer der glanzvolle Titel mit Schale, Pott oder Pokal sein. Zwischendurch würde Schwarzgelb auch mal kurz andere schnuppern lassen – so wie jetzt schon hienieden.

(Foto: Bernd Berke)

(Foto: Bernd Berke)

Doch im Jenseits wird alles gänzlich wunderbar. Künftige Partien werden auf dem saftigen Grün des Gartens Eden ausgetragen, das die allerschönsten Zauber-Spielzüge ermöglicht. Und siehe: Nachher ist man immer begeistert, ja man jauchzet und frohlocket ohn’ Unterlass.

Und alle vorherigen, die schmerzlich irdischen und unterirdischen Resultate? Lösen sich auf in Wohlgefallen. Werden verwandelt, umgestülpt und revidiert; vom bajuwarischen Duselfaktor und von unerhörten Schiri-Fehlleistungen befreit, dafür mit höherer Gerechtigkeit angereichert – und schon… Muss ich noch mehr sagen?

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Gütige Diktatur

Der und jene könnten Anwandlungen haben. Sie könnten sich wünschen, eine „gütige Diktatur“ zu errichten. Dann würde vieles geradezu hingebungs- und liebevoll verboten, ja das Ungefüge würde gleichsam zärtlich von der Erde weggestreichelt.

Wohlig ließe man sich treiben zwischen zeitweiligem Überdruss und bleibendem Widerwillen gegen Dinge und Worte. Wachsende Verbotslust. Anschwellende Verfügungslaunen.

Nun aber frisch begonnen:

Internet? Schluss mit dem infantilen Quatsch. Fernsehen? Ab dafür! Mobiltelefonie? Weg damit. Schleunigst. Keine Leute mehr mit Headsets, die vor sich hin palavern und den Anschein erwecken, als führten sie wirre Selbstgespräche. Ist doch peinlich.

Stracks kommen nun die so genannten SUVs an die Reihe. Diese gewaltförmigen „Spaß“-Tonnagen mit gefühlten tausend PS. Alltagskriegsgeräte, Macht-Maschinen. Ab zum Schrottplatz, wo sie alle sinnvoll zu Granulat zermahlen werden. Wie lieblich das bröselt.

Übrigens, damit das klar ist: Gockelhaftes Skrotumkratzen zieht allgemeine Ächtung nach sich. Nein, nicht Achtung. Ächtung.

Wenn wir schon mal sackerment dabei sind: Sofort runter mit Rucksäcken, deren Träger(innen) sich immer im falschen Moment raumgreifend umdrehen. Weitere Begründung überflüssig. Ist ja `ne Diktatur.

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Heimatlose Engel – Cees Nootebooms „Paradies verloren“

Höchst merkwürdige Wandlungen und Metamorphosen gehen im neuen Roman von Cees Nooteboom vor sich. Die junge Alma gerät in ein Elendsviertel von Sao Paulo und wird dort von einer ganzen Horde vergewaltigt. Kann sie nach diesem höllischen Erleiden jemals wieder ein halbwegs normales Leben führen?

Raumgreifender Szenenwechsel. Ein paar Kapitel später durchstreift sie mit ihrer Freundin Almut die Weiten und Wüsten von Australien. Sie sucht ein Ersatz-Paradies in den nomadischen Mythen der Aborigines, der Ureinwohner also; ganz im Geiste des früh verstorbenen ,,Traumpfade“-Autors Bruce Chatwyn, der freilich nicht ausdrücklich genannt wird. Doch auch diese urzeitliche Vorstellungswelt ist von den Marktkräften der Zivilisation vernichtet worden. Die rätselhaften Bilder der Aborigines machen nur noch weiße Galeristen reich.

Die Suche nach dem verlorenen Paradies bekommt sodann absurde Züge: Bei einem Theaterfestival im abgelegenen australischen Perth verwandelt sich Alma in einen „Engel“, der sich in einem Schrank verbergen muss. Beim Suchspiel (denn um ein solches geht es) wird sie von einem gründlich frustrierten niederländischen Kulturredakteur entdeckt. Dieser Literaturkritiker verliebt sich sogleich in ihre melancholische Unergründlichkeit. Doch im chaotischen Gewoge der Abschluss-Party verlieren sie einander auf lange Zeit. Dabei hatten sie sich doch schon paradiesisch ausgezogen…

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