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Kultur hat Ruh‘ – ein sommerliches Idyll

Die Theaterferien sind ausgebrochen, die großen Konzertzyklen sind vorerst vorbei und in den Museen beginnen einstweilen keine neuen Ausstellungen. Kultur hat sommerliche Ruh’.

Man kann es an den Kulturteilen der Zeitungen und überhaupt an kulturgeneigten Publikationen – so schließlich auch an den Revierpassagen – ablesen, dass bis auf ein paar routiniert gezimmerte Sommerreihen (vorzugsweise Comedy sowie Rock & Pop) derzeit nicht viel Nennenswertes anliegt. Jaja, ein paar schüttere Gegenbeispiele gibt es immer, doch die bestätigen die Regel.

Postkartenreifer Sonnenuntergang in Egmond, Holland (Foto: Bernd Berke)

Postkartenreifer Sonnenuntergang in Egmond, Holland (Foto: Bernd Berke)

So zynisch das klingen mag: Wahrscheinlich waren manche Redaktionen insgeheim froh, dass sie jüngst wenigstens einige Nachrufe auf verstorbene Kulturgrößen bringen konnten. Irgendwie muss das Blatt ja gefüllt werden, irgend etwas muss es geben zum gepflegten Versenden. Nur mit Bayreuth und Salzburg geht die Chose nicht.

Kleiner Themenschwenk: Seit dem Ende der WM wird uns jetzt nicht einmal ein Fitzelchen „Fußballkultur“ zuteil, die Bundesliga liegt noch in monatsweiter Ferne.

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Luftiger Reigen der Seelenregungen – Eric Rohmers Film „Sommer“

Von Bernd Berke

Manchmal neigt Gaspard zu Depressionen. Dann fürchtet er: „Ich existiere nicht, ich bin durchsichtig, unsichtbar. Ich seh‘ die anderen, aber die anderen sehen mich nicht.“ Doch entweder kokettiert der gutaussehende junge Mann mit düsteren Gedanken, oder er kennt sich selbst schlecht. Denn kaum spannt er ein paar Tage am Strand der Bretagne aus, hat er schon die Wahl zwischen drei wunderhübschen Mädchen.

Nun sind wir allerdings in einem Film von Eric Rohmer, der mit „Sommer“ seinen zartsinnigen Liebes-Reigen der Jahreszeiten fortsetzt. Und da wird Erotik nicht platterdings vollzogen, sondern in den allerfeinsten Nuancen erwogen.

Also flüchtet der unzufriedene Gaspard vorm Strand- und Kneipen-Gewimmel und begibt sich täglich auf ausgedehnte Spaziergänge – mal mit Margot, mal mit Solène oder Lena. Mit den drei Grazien redet und redet er, Schritt für Schritt. Vor allem über die Liebe, über deren fließende Grenzen zur Freundschaft zwischen Mann und Frau. Auch prüfen sie die Frage, ob man dem Glück nachsetzen oder es durch Abwarten irgendwann auf sich ziehen solle. Gaspard neigt zur zweiten Option, er wäre am liebsten ohne alle Anstrengung ein Frauenheld.

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