Samstagabend auf dem Sofa: Drei Stunden Fernsehzeit mit Wetten und Boxen

„Wetten dass…“ – reloaded im ZDF. Zehnmal „danke“ und aufgewärmte Witze. Ein blöder Vorschlag an den krächzenden Elton zur Außenwette. Herr Lanz verspricht, bei verlorener Wette ein (!) rohes Ei zu schlürfen, zusammen mit Sylvester Stallone (was macht der schon wieder hier?). Harrison Ford sitzt und Lanz meint „Ein Wahnsinn“. Der charmante ältere Herr Ford antwortet auf Lanzens blöde Fragen seriös und souverän. Er besitze mehrere Flugzeuge. Lanz freut sich währenddessen (warum?). Ford sagt, er könne nicht zwei Flugzeuge gleichzeitig fliegen und Lanz findet: „Das ist das Problem bei dieser Sache“.

Markus Lanz (li.) und Harrison Ford am 5. Oktober 2013 in "Wetten, dass...?" (© ZDF/Sascha Baumann)

Markus Lanz (li.) und Harrison Ford am 5. Oktober 2013 in „Wetten, dass…?“ (© ZDF/Sascha Baumann)

Ich hole mir einen Joghurt mit Früchten. „Thomas Gottschalk hat auch Blubberfragen gestellt, aber nie wirkliches Interesse vorgegaukelt“, erwische ich mich denkend. Ford sagt: „Big production“ beim Anblick von Helen Fischers Bühnenbild. Lanz sagt: „Deutschland“. Ford soll eine Mailbox besprechen. „Sensationell“. Die Eierwette wurde vergeigt.

Zappe zum ersten Mal rüber zu RTL. Es läuft der Countdown zum wieder völlig überinszenierten Boxkampf. Unser Wladimir gegen den Russen Dingsbums. Werbung. Helene Fischer sitzt auf der Bank, eine nette Person. Bei RTL stehen die Experten.

Lanz fragt das Kind nicht, ob es Indiana-Jones-Fan sei. Schade. Das Kind läuft über Lippenpflegestifte und fällt runter. Wieder vergeigt. In der Probe immer geschafft. Frau Fischer im Rhönrad – ein Wahnsinn. Cher kommt und singt. Boxen. George Foreman spricht. Lanz fragt Cher, ob sie was mit Jimi Hendrix gehabt habe und „Wie war Michael Jackson?“ Ford und Cher hauen wieder ab. Der Boxsprecher Michael sagt den Kampf an. Ja! Heavy weight championship of the woooorrrllldd! Und jetzt gibt’s in die Fresse und nicht auf die Eier!

Im ZDF ziehen vier Tiroler ein schweres Mähschiff (!) schwimmend mit einer Blaskapelle an Bord von einer Seite auf die andere. Das ist unfassbar schwer. „Die Idee entstand im besoffenen Kopf“, sagt einer der Tiroler. Bei RTL singen alle inbrünstig die russische Hymne, als wollten sie gen Ukraine ziehen. Frau Isetbajuwa (?), die Stabspringerin, sitzt am Ring und ist sicher, dass Povetkin nicht schwul ist. Die Schwimmer aus Tirol sind wohlgemeint ganz knapp im Ziel. Gong. Bums! Führhand. Kein Platz für die Hände von Povetkin. Ringkampf eher als Boxkampf. John Newman – irgendein knödelnder Newcomer aus England singt live. Box! Zu wild, zu wild, sagt der Experte. Er macht sich über die Außenbahn zu lang. Angezählt. „Sensationell“, sagt Lanz. Führhände an den Körper. Anja Kling kommt dazu. Wladimir trifft nicht genau genug. Klitschko-Werbung für alles. Anja hat zwei Kinder und ist totenblass geschminkt. Die Boxer wollen sich dauernd umarmen. Eine Tablet-Wette. Intelligent. Man sieht nichts. Dampfwalzen-Wette. Bierflaschenöffnen. Klitschko gewinnt.

Rocky wollte ein Bild malen. Es kommt nicht dazu. Ich trinke einen Eierlikör und sehe, wie Eintracht Braunschwieg gegen Wolfsburg gewinnt, zappe um zu Jägermeister.

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