Dachdecker-Humor

Zufälle gibt’s! Gestern bekam ich gleich zwei Kostproben des deutschen Dachdecker-Humors. In derselben Straße. Von zwei verschiedenen Betrieben.

Und das kam so:

An einer Straßenecke hatten die Dachdecker der Firma A ihre Lastkraftwagen beidseitig so postiert, dass man mühsam manövrieren musste, um in der Mitte durchzukommen. Wer aber beschreibt mein Entsetzen… Nein, anders. Als ich mich behutsam durchmogle, sehe ich plötzlich im linken Rückspiegel das schmerzverzerrte Gesicht eines Mannes, der laut jaulend auf einem Bein hüpft. Verdammt! Bin ich dem tatsächlich über den Fuß gefahren? Mit welch unabsehbaren Folgen?

Fast ist nicht ganz, Gans ist keine Ente... (Foto: Bernd Berke)

Fast ist nicht ganz, Gans ist keine Ente… (Foto: Bernd Berke)

Für eineinhalb bis drei Sekunden habe ich tatsächlich so etwas befürchtet. Es war ja so eng an der Stelle. Was, wenn ich jetzt das Steuer vor Schreck verrissen hätte? Doch da sehe ich auch schon, dass der „Verletzte“ sich nunmehr vor Lachen biegt und auf die Schenkel klopft. Seine Kollegen röhren derweil aus vollem Halse.

Welch eine fidele Truppe! Welch ein zündender Scherz! Vielleicht simulieren sie sonst tödliche Stürze vom Dach und weiden sich am etwaigen Entsetzen der Passanten? Ich weiß es nicht, empfehle aber das Forschungsfeld zur nachhaltigen Bearbeitung, künftigen Generationen zu Nutz’ und Frommen.

Doch damit nicht genug. Wenige Stunden später hat die Firma B an der nächsten Einmündung ihre Gerüste aufgebaut. Und siehe da: Die Aufschrift (siehe erschütterndes fotografisches Dokument) kündet gleichfalls von mächtig sprühender Witzeslaune, die mit kaum verhohlener Deckhengst-Attitüde beinahe an gewisse Rohrreiniger-Slogans heranreicht. Und das will was heißen.

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Über Bernd Berke

Langjähriger Kulturredakteur bei der Anfang 2013 verblichenen Westfälischen Rundschau (Dortmund), davon die letzten elf Jahre als Ressortleiter. Zwischenzeitlich dies und das. Seit 2011 hier. Und anderswo. Und überhaupt.
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2 Kommentare zu Dachdecker-Humor

  1. Pingback: Was Dachdecker nicht zu erzählen wagen » Revierpassagen

  2. Marcus Mötz sagt:

    Schöner Artikel.

    Wahrscheinlich gibt es in diversen Branchen berufsspezifische “Gags”, die den jeweiligen Beschäftigten den Alltag versüßen. Nicht immer zum Amüsement eines Außenstehenden …

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