Bochum-Weitmar: „Museum unter Tage“ im Schlosspark zeigt nicht Bergbau, sondern Kunst

Im Bergbaumuseum Bochum war schon so mancher zu Gast, und als im vergangenen Jahr im Schlosspark Weitmar das „Museum unter Tage“ eröffnet wurde, da hatten sogar wir im ersten Moment die Assoziation: Noch einmal Bergbau, noch mehr Ruhrgebiet. Nichts davon findet man an diesem überraschenden Ort im Bochumer Süden.

Eingang in die Unterwelt. (Foto Pöpsel)

Eingang in die Bochumer Kunst-Unterwelt. (Foto: H. H. Pöpsel)

Vor einigen Jahren schon setzte die Stiftung „Situation Kunst“ in die alte Schlossruine einen Kubus als Ausstellungsgebäude, das im vergangenen Jahr auf dem benachbarten Grundstück eine sehr attraktive Ergänzung bekam. Oberhalb der Bodenfläche entstanden lediglich drei kleine quadratische Gebäude als Zugangsräume, die in die Kunst-Unterwelt führen. Und das ist eine fast 2000 Quadratmeter große, zur Zeit in 18 Kojen aufgeteilte weiße Ausstellungshalle, hell beleuchtet und klimatisiert. Steht man im Park, sieht man nur eine rechteckige Kiesfläche, die das Ausmaß der darunter liegenden Kunsträume spiegelt. Die Idee und Ausführung überraschen in sehr positivem Sinne.

Seit der Eröffnung dieses Museums unter Tage werden dort unter dem Titel „Weltsichten“ Landschaftsbilder in der Kunst seit dem 15. Jahrhundert gezeigt, allesamt aus dem Bestand der Stiftung, die der Ruhr-Universität angegliedert ist. Nicht nur Bilder eher unbekannter Maler kann man entdecken, auch chinesische Zeichnungen und Gemälde von Künstlern mit großem Namen wie Courbet und Corot, Cezanne, Paul Klee und Picasso hängen an den weißen Wänden. Man darf gespannt sein, mit welchen Bildern später einmal diese moderne Ausstellungsfläche gefüllt sein wird.

Aber nicht nur das Museum ist einen Besuch wert. Auch der von der Stadt Bochum in Absprache mit der Besitzerfamilie Berswordt sehr behutsam rekonstruierte Schlosspark strahlt eine angenehme Ruhe aus. An schönen Tagen werden die Wiesenflächen wie selbstverständlich zum Sonnenbaden genutzt. Nur Stille darf man nicht erwarten, denn das leichte Rauschen von der belebten Hattinger Straße hört man überall.

Museum unter Tage. Nevelstraße 29 c in 44795 Bochum. Mi-Fr 14-18 Uhr, Sa, So und an Feiertagen 12-18 Uhr, Eintritt 5 €, ermäßigt 3 €.

Internet: http://www.situation-kunst.de/mut.htm

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Über Hans Hermann Pöpsel

Historiker und Germanist. Pensionierter Redakteur
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