8 Antworten

  1. Oliver Wittershagen
    1. September 2016

    Grossartig hierzu Hartmut Rosa’s extrem lesenswerte Arbeit „Resonanz – Eine Soziologie der Weltbeziehung“; hier Kapitel VIII 3 „Schule als Resonanzraum“ (S. 402ff)

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    • Bernd Berke
      2. September 2016

      Danke für den Hinweis. Das werde ich wohl mal lesen müssen.

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  2. michael Wienand
    29. Juli 2016

    Vielen Dank Bernd für deine sehr zutreffende Beschreibung. ich finde es auch heute noch unglaublich, wenn ich an diese Figuren zurückdenke. Die meisten Lehrer der 60 er hatten einen tiefbraunen Hintergrund, hatten sich oft in der SS-Zeit als Hetzer und Brandbeschleuniger betätigt. Und selbst die jüngeren Lehrer hatten ja meist noch einen HJ – Hintergrund.
    Ich war auch einige Jahre auf dieser schlimmen Schule. Ein Erdkundelehrer, dessen Unterricht darin bestand, einen Schüler nach vorn zu rufen damit er „Mit Lettow-Vorbeck im Busch“ vorliest, ein Mathelehrer, der Schüler mit nicht zu bewältigenden Strafarbeiten quälte ( 14 x Hausordnung abschreiben bis morgen), den Ohrenzieher, der vorzugsweise Schüler an den Schläfenhaaren aus der Bank zerrte, den Kettenraucher, der immer nur Zeitung las statt Unterricht zu machen ( noch der harmloseste von allen). Am Ende der Quarta waren von 45 Schülern 22 abgegangen. ich auch, auf ein anderes Gymnasium, zu anderen Nazis…..Wer das als die schönste Zeit seines Lebens bezeichnet, kann nicht alle Tassen im Schrank haben…..

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  3. Werner „Teeny“ Montag
    27. Juli 2016

    Moin Bernd,

    Du hast voll ins Schwarze getroffen. HAMMER!!! Du hast es so klasse beschrieben, dass ich mich dem zu 100% anschließen kann. Wenn ich die „Alltagstauglichkeit“ nicht durch mein Zuhause erlernt hätte, auf der Schule ist mir diesbezüglich NIX beigebracht worden, und ohne diese wäre ich wohl auf der Eliteschule gescheitert. Herrlich, wie Du das Arschloch (doppelte Bedeutung bei dieser fiesen Type) von Latein- und Religionslehrer beschreibst!

    Aus tiefem Herzen Kompliment und Dank!

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  4. Klaus Schürholz
    27. Juli 2016

    Wil hat’s auf den Punkt gebracht : „…bei dem nicht wenige, die vorher an der ´grundschule einser und zweier gewohnt waren, übel abkackten und sich ein trauma für´s restliche (schul)leben abholten.“ Genau so war’s, auch mit der Faust und der Kraft…bis heute!

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  5. scherl
    25. Juli 2016

    Schöner Text über ne Scheißzeit.
    Wird daraus ne Serie?

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    • Bernd Berke
      26. Juli 2016

      Serie oder Schicksalsroman – das wird sich weisen.

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  6. Wil Hangebrauck
    25. Juli 2016

    mensch bernd. ich wusste garnicht, daß wir auf der selben penne an der ardeystraße waren! die vorwiegend elendigen, humorlosen, dafür aber höchst lächerlichen lehrergestalten kann ich sofort identifizieren. es gäbe noch so einiges zu erinnern aus diesem männerhaus, in dem es wohl nur drei frauen unter an die tausend (angehenden) männern gab: eine lehrerin, die frau des hausmeisters (das ewig nörgelnde sackgesicht, das sich mit dem pausenverkauf von „canada dry“ eine goldene nase verdient hat) und die sekretärin. zum beispiel die zeit der sogenannten „kurzschuljahre“ 1967/68, die wegen eines lehrermangels in nrw eingeführt wurden. der stoff von einem jahr wurde in einem halben jahr `reingepaukt, bereits pensionierte lehrer wurden wieder an die schule geholt – die dann sabbernd mit zitternden händen versuchten, das kreidestück auf der tafel zu bewegen. das ganze ein horror, bei dem nicht wenige, die vorher an der ´grundschule einser und zweier gewohnt waren, übel abkackten und sich ein trauma für´s restliche (schul)leben abholten. nicht nur ein paar schulkollegen aus der zeit haben sich davon nicht erholt und sind später chronisch krank/“versager“ geworden oder haben sich in der folge das leben genommen. beim lesen/schreiben kommen erinnerungen hoch, die mich weniger lächeln, als vielmehr die faust ballen lassen… prägende erlebnisse, die mir im nachhinein auch nochmal verdeutlichen, woraus damals die wut, der mut und die kraft resultierte, auf die straße zu gehen!

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