Tagesarchive: 9. August 2007

Aus der Provinz ins Herz des Bösen – „Tannöd“-Autorin Andrea Maria Schenkel legt ihren zweiten Krimi „Kalteis“ vor

Von Bernd Berke

Alte Regel der Literatur: Das zweite Buch ist oft das schwerste. Dies gilt wohl auch für Andrea Maria Schenkel, die gleichsam aus dem Nichts heraus mit dem durchaus achtbaren Krimi „Tannöd“ einen verblüffenden Bestsellererfolg erzielt hat. Seit gestern ist der Nachfolger „Kalteis“ auf dem Markt. Was ist dran?

Schon der Wortlaut des Titels klingt artverwandt. Vor allem aber hat Frau Schenkel die Machart ihres Erstlings als Masche aufgegriffen. Wieder geht es um einen historischen Kriminalfall, wieder um mehrfachen Mord.

Erneut ist Bayern der Schauplatz, was (sprachliches) Regionalkolorit nach sich zieht – über bloße Folklore hinaus. Und abermals hat die Autorin quasi nach Aktenlage“ geschrieben, sprich: Sie hat sich fleißig in Archiven umgesehen. Um etwaige Plagiatsvorwürfe (wie sie bei „Tannöd“ erhoben wurden) von vornherein auszuschließen, nennt sie ihre Quellen im Nachspann ganz penibel.

Die Geschichte spielt in den 30er Jahren. Gleich der Einstieg zitiert ein NS-Dokument vom Oktober 1939, das den Fall „abschloss“. Darin werden die sofortige Hinrichtung des Täters und absolute Geheimhaltung verfügt, der Serienmörder war „Arier“ und NSDAP-Mitglied.

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