Tagesarchive: 7. August 2007

Diese teuflischen Sommernächte – Martin Mosebachs Roman „Der Mond und das Mädchen“

Von Bernd Berke

Jede Menge Zukunft in Sicht: Junger Mann heiratet Tochter aus gediegenem Hamburger Hause und tritt in Frankfurt seinen ersten Bankjob an. Alles bestens? Nicht ganz. Im neuen Roman des aktuellen Büchnerpreisträgers Martin Mosebach ist dem Paar schon mal kein gemeinsamer Hochzeitsurlaub vergönnt.

Stattdessen fliegt die elfenhafte, nicht gerade rauschend lebenstüchtige Ina erst mal mit ihrer Mutter nach Ischia. Derweil muss Hans im brüllend heißen Hochsommer schuften –  und überdies noch eine Wohnung fürs erhoffte Eheglück finden. Der Leser erfahrt: Sie haben einander so herzlich lieb, dass ihnen all das nichts ausmacht. Die Trennung auf Zeit soll gar die Freude aufs Wiedersehen steigern. Und überhaupt scheint dieser Hans ja ein „Hans im Glück“ zu sein. Märchenhaft.

Ein junges Paar wird gründlich irritiert

Doch unvermischtes Gelingen erzählt sich selbst als Märchen schwer. Also schleichen sich immer mehr Irritationen in die junge Beziehung ein. Erst ganz leise, irgendwann unabweislich – spätestens, als Hans eine aparte Nachbarin (Schauspielerin) kennenlernt. Dies führt bis zur Lebenskatastrophe -– und in einer unverhofften Schlussvolte gnädig darüber hinweg.

Veröffentlicht unter Literatur | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Diese teuflischen Sommernächte – Martin Mosebachs Roman „Der Mond und das Mädchen“