Tagesarchive: 13. Juni 2012

Ansichten eines Hörbuch-Junkies (1): Die Eberhofer-Krimis

Wenn Ihnen einmal im Regionalexpress zwischen Hagen und Unna oder umgekehrt ein strubbeliger Eisbär gegenüber sitzt, dessen Ohren mit ordentlichen Stöpseln befüllt sind und dem Tränen die stoppeligen Wangen hinunter rinnen, dann saßen Sie in der Regionalbahn mir gegenüber.

Keine Sorge, ich betrauere dann nicht das unerwartete Dahinscheiden eines geliebten Haustieres, auch nicht den Verlust eines Menschen, der sich ausnahmsweise mal ebenso viele Gedanken um Gegenwart und Zukunft gemacht hat wie ich – nein – ich lese. Ich bin seit ein paar Monaten ein ausgewachsener Hörbuch-Junkie, kriege die Ohren nicht voll, bitte meine Umgebung ständig um neue Tipps, was ich unbedingt noch hörlesen möge.

Alles begann damit, dass ich irgendwann einmal nach unzähligen Pendelfahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstadt die landschaftlichen Reize an Ruhr und Haarstrang auswendig gelernt hatte und mit dem Radiohören begann. Was draußen vor der Tür noch recht zufriedenstellend gelang, mir im Zug allerdings das rosa Rauschen so nachhaltig durch meine eustachische Röhre blies, dass ich schwer Tinnitus gefährdet war. Also entschloss ich mich, nur bis zum jeweiligen Bahnhof WDR 5 zu hören, während der Fahrt jedoch den Stimmen von hauptberuflichen Vorlesern, was mich unter anderem heute einen Christof Maria Herbst mit ganz anderen Augen/Ohren sehen/hören lässt. Viel besser als sein Ruf, der Mann.

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Meilensteine der Popmusik (13): U 2

In den felsigen Wüsten Kaliforniens, wo sonst keine andere Pflanze überlebt, dort wächst ein Riesen-Kaktus: die Joshua Palmlilie, eine Agavenart. Wie ein großer, einsamer Stachelbaum war die irische Rockgruppe U 2 ein gewichtiger Teil der 80er Rock-Szene. Schon damals so etwas wie ein Dino: geradlinig, verlässlich, glaubwürdig – das schätzten Fans, die von immer neuen, wechselnden Trends nichts hören wollten.

Kopf, Vordenker und Prediger der U2-Gemeinde war und ist Paul Hewson, den alle nur Bono nennen. Zitat: „Ich erinnere mich an eine Sendung von BBC ‚Top fo the Pops‘, in der eine Band namens ‚Middle Of The Road‘ auftrat und den Song ‚Chirpy, chirpy, cheep, cheep‘ sang. Ich war etwa elf Jahre alt und dachte ‚Wow!‘- das ist nun wirklich Pop. Man singt einfach sowas und wird auch noch dafür bezahlt.“

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