Tagesarchive: 26. Juli 2012

Festspiel-Passagen I: Ein Hakenkreuz geht nie

"Der düstre Blick....": Noch starrt Arno Brekers Wagner-Kopf über das Grün des Hügels: Die Vergangenheit hat die Festspiele wieder einmal eingeholt. Foto: Werner Häußner

"Der düstre Blick....": Noch starrt Arno Brekers Wagner-Kopf über das Grün des Hügels: Die Vergangenheit hat die Festspiele wieder einmal eingeholt. Foto: Werner Häußner

Sie sind eröffnet, die alljährlichen Dionysien am mythischen Hügel. Doch Bayreuth wäre nicht es selbst, bliebe es bei den Tragödien im Festspielhaus. Die Komödien finden meist vorher statt, in diesem Jahr ersetzt durch ein deftiges Satyrspiel. Opfer der Medien-Mänaden – manche meinen auch, derer im Direktionsbüro – ist der Sänger Evgeny Nikitin. Seine „Tattoo-Affäre“ ließ die Debatten um Kartenvergabe und Wahnfried-Gestaltung, die Spannung um Neuinszenierung und Zukunftspläne, vorübergehend in den Hintergrund treten. Und besonders wichtig in Zeiten, in denen „Kultur“ der intellektuellen Bescheidung halber einfach mit „Freizeit“ gleichgesetzt wird: Angela Merkel schien das gleiche Kleid wie 2008 getragen zu haben! Jaja, die Spar-Kanzlerin! Und man will deutlich die Seidensöckchen zu ihren Pumps gesehen haben! Wenn das keine Meldungen sind ….

Veröffentlicht unter Festivals, Geschichte, Gesellschaft, Oper & Ballett | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Alltagsnicken (3): „Ich brauch‘ ein Nappo“

Ich stand schon recht teilnahmslos auf Bahnsteig 4 des Hagener Hauptbahnhofes, diese teilnahmslose Grundeinstellung zum beginnenden Tag änderte sich auch nicht, als ich tapsig den Regionalexpress enterte, der ausnahmsweise die vorsichtshalber angekündigte Verspätung von ca. 5 Minuten nicht einhielt, sondern pünktlich war. Und anscheinend bereits ermattet von den Anstrengungen eines Morgens, der unweigerlich der Anfang eines Tages ohne nennenswerte Herausforderungen werden würde, sank ich im Parterre des Doppelgeschoss-Waggons auf einen freien Doppelsitz, um in die sogleich an meinen Augen vorbei brausende Umgebung zu dösen.

Da fiel mein müder Blick auf eine Krefelder Ausgabe der Westdeutschen Zeitung, die ich fast begeistert zur Hand nahm und spontan mit dem Studium dessen begann, was die Krefelder Kolleginnen und Kollegen für berichtenswert halten. So erfuhr ich, dass Willi Brücker 95 Jahre alt wurde, dass Apotheker Klaus Mellis davor warnt, zu oft zu duschen, dass auch in Krefeld der Sommer angebrochen ist, was fünf (vermutlich kreischende) Kinder mit einem Rudelsprung in Freibad-Wasser bildhaft belegen.

Veröffentlicht unter Alltag, Bekenntnisse, Kinderzeiten | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar