Tagesarchive: 22. Januar 2013

„Weiße Rose“ in Detmold: Musiktheater wider die Spaßgesellschaft

Fast siebzig Jahre ist es her, dass Sophie und Hans Scholl am 18. Februar 1943 in der Universität München verhaftet und wenige Tage später hingerichtet wurden. Und nach wie vor bleiben Mut, Entschlossenheit und Charaktertiefe der christlich motivierten Jugendlichen aus der „Weißen Rose“ ein Stachel im Fleisch einer saturierten Gesellschaft.

Der Film „Sophie Scholl – die letzten Tage“ von Marc Rothemund hatte 2005 diese uns so fernen Menschen wieder einmal nahe gerückt: Ihre philosophisch reflektierte, vom Glauben geprägte Lebenseinstellung, die sich in der letzten Konsequenz des Todes bewährt, steht quer zu pragmatischen und hedonistischen Lebensmodellen, stellt unserer Spaß- und Karrieregesellschaft unbequeme Fragen.

"Weiße Rose" in Detmold: die Eröffnungsszene. Foto: Landestheater/Klein

„Weiße Rose“ in Detmold: die Eröffnungsszene. Foto: Landestheater/Klein

Schon lange vor dem Film hat sich der Dresdner Komponist Udo Zimmermann mit der Widerstandsbewegung „Weißen Rose“ beschäftigt und ein dokumentarisches Stück Musiktheater geschaffen, das er 1986 für eine Hamburger Aufführung grundlegend umarbeitete. In dieser Form ist „Weiße Rose“ über viele deutsche Musiktheaterbühnen gegangen – jetzt wieder einmal in einer Premiere am Landestheater Detmold.

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Der Weg zu den Oscars (Teil 2): Die Filme von Michael Haneke und Quentin Tarantino

„Amour“: Mein absoluter Favorit. Darf alle fünf Nominierungen gewinnen, wenn’s nach mir ginge. Aber besonders Michael Haneke („Best Director“), Emmanuelle Riva („Best Actress“). Mein ausführlicher Bericht steht hier: http://leah-live.blogspot.de/2012/10/liebe-ein-film-von-michael-haneke.html)

„Django Unchained“: Ach, Quentin Tarantino! Wie immer: Ironie, Spaß und rasante Action mit dem Tarantino-üblichen Maß an Schießen, Prügeln und Messerstecherei. Es muss nicht immer Sinn ergeben, es dürfen Fragen offen bleiben. Oder anders, Fragen sollten gar nicht gestellt werden. Einfach so hinnehmen, wie es angeboten wird.

Warum sollte ich mir Gedanken darüber machen, wieso so plötzlich und vor allem so bequem der etwas merkwürdige deutsche Zahnarzt Dr. King Schultz (Christoph Waltz, nominiert für „Best Supporting…“, den Golden Globe hat er schon) mitten im Wald auf einen Sklavenhändler trifft, und der ausgerechnet diesen Django im Angebot hat, der genau weiß, wo die vom Zahnarzt (und dem Sheriff) gesuchten Verbrecher„dead or alive“ sind, und wie sie aussehen? Dr. Schultz ist hauptamtlich als Kopfgeldjäger unterwegs, und er praktiziert die in Western weitverbreitete Regel: „Erst schießen, dann fragen“ oder „Nur ein toter Verbrecher ist ein guter Verbrecher“. Oder waren das die Indianer? Sein Gegenspieler ist der berüchtigte und gnadenlose Sklavenhalter Calvin Candie (Leo diCaprio).

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