Schlagwort-Archive: Der Troubadour

Das Unheimliche im Vertrauten: Performance, Installationen und Skulpturen rund um den Dortmunder Hauptbahnhof

Anushka Chkheidze, Transsolar, in der Dortmunder Stadtkirche St. Petri. Foto: Henning Rogge.

In einer Kirche dominiert eine Pyramide aus Wärmepumpen den Raum. Auf zusammengeschobenen Schreibtischen hockt ein unheimliches amöbenhaftes Monster. Vor der gläsernen Front der Stadtbibliothek windet sich eine metallene Schlange: Der Dortmunder Hauptbahnhof ist Ausgangs- und zentraler Bezugspunkt einer Ausstellung, die Urbane Künste Ruhr im Rahmen der soeben eröffneten Ruhrtriennale und in Kooperation mit der Manifesta 16 Ruhr zeigt.

Der Titel „Unheimliche Verschiebungen“ spricht es schon an: Es geht um das Befremdliche im Vertrauten, um die Störung von Selbstverständlichkeiten. Im alltäglichen, gewachsenen städtischen Umfeld des Bahnhofs setzen 15 meist für die Ausstellung entstandene Arbeiten skulpturaler, installativer und performativer Art Kontrapunkte. Sie machen aufmerksam, stören oder verstören sogar, treten mit „Neugier, Umsicht, Schönheit und melancholischen Analysen“ in Beziehung zu ihrem Umfeld.… Weiterlesen

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Wenn der Hass triumphiert: Giuseppe Verdis „Troubadour“ als Bürgerkriegsstück im Essener Aalto-Theater

Manrico (Gaston Rivera, r.) zielt auf den Grafen Luna (Nikoloz Lagvilava. Foto: Matthias Jung)

Optimistische Sichtweisen sind Mangelware, wenn es um die Zukunft der Menschheit geht. So viele Endzeit-Szenarien haben Bücher und Kinofilme bereits durchgespielt, dass etwas anderes als der Untergang kaum noch denkbar scheint. Im Essener Aalto-Theater schnuppert jetzt Giuseppe Verdis „Troubadour“ an der Apokalypse.

Das französisch-niederländische Regieteam Patrice Caurier und Moshe Leiser deutet den von Verdi vertonten Bruderzwist als Bürgerkrieg und zitiert, dazu passend, aus dem Song „The Future“ von Leonard Cohen: „Ich habe die Zukunft gesehen, Bruder: Sie ist Mord.“

Vom Krieg traumatisierte: Azucena (Carmen Topciu) und ihr Sohn Manrico (Gaston Rivera. Foto: Matthias Jung)

Über den gesichtslosen Wartesaal oder Transit-Raum, in den die flüchtlingsgleich gewandeten Zigeuner stolpern, kommt das Geschehen lange nicht hinaus.… Weiterlesen

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