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Über Digitalisierung – einige grundsätzliche Überlegungen zum Internet und seiner künftigen Gestaltung

Wie und nach welchen Prinzipien soll das Internet der Zukunft gestaltet werden? Unser Gastautor Michael-Walter Erdmann, Künstler und Publizist aus Essen, hat dazu einen grundlegenden Text geschrieben:

̈Wäre das menschliche Auge nicht sonnengleich, es könnte die Sonne nicht sehen. Wenn das menschliche Gehirn kein Computer wäre, könnte es keine Computer bauen. Die Erfindung des Computers ist ein zwanghafter, zwangsläufiger Akt der Auto-Mimesis. Das Internet ist das bislang größte mimetische Projekt des Menschen; digitale Höhlenmalerei.

Mimesis ist nicht nur ein auf Erkenntnis abzielender Kunstvorgang, jedenfalls kein auf Kunst begrenzter Vorgang: Mimesis ist ein biologisch-geistiger Reflex, ein Grundprinzip der Evolution. Zwei, drei Dinge, die man ganz generell zu „Digitalisierung“ sagen muß. Die Digitalisierung krempelt die gesamte Kultur der menschlichen Spezies um. Kein Bereich des menschlichen Lebens bleibt davon unberührt: Ökonomie, Politik, Gesellschaft, Privatleben, der Öffentliche Raum, Ästhetik, Kunst und Kommunikation. Es wird nichts mehr geben, kein Merkmal und keinen Raum und keine Äußerungsform menschlicher Existenz als Species und intelligibler Zivilisation, der von diesem Prozeß nicht erfaßt und prinzipiell umgestellt, umgebaut, in grundlegender Weise strukturell verändert wird.

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„The Tree of Life“: Evolution und Alltag

Meine weise Oma mahnte gern: „Kind, geh nicht am Samstagnachmittag ins Kino, wenn es regnet.“ Sie hatte wie immer Recht.

Mein Leib- und Magenkino, das Metropolis in Köln, war krachend voll, obwohl der Film als OF angekündigt war. Solchen Informationen ist nie zu trauen: es war OmU. Es wird allerdings im Film ziemlich wenig gesprochen, und das bisschen Text wurde nur blitzartig kurz eingeblendet. So gesehen…

Der Film also, von dem ich nicht mal Trailer gesehen, von dem ich generell nur kurz eingestöhnte: „Hach, schön…“ vernommen hatte, begann dramatisch. Weniger die Handlung (erst mal keine für ne gefühlte Stunde) als die Bilder. Bilder in überwältigenden Farben und Beweglichkeiten. Überwältigend! GEO und National Geographics all rolled in one mit orchestraler Musik dazu. Die Evolution im Zeitraffer. Prächtige Szenen mit Vogelschwärmen, die balletös ihre Choreographien in den Himmel tanzen.

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