Rätsel des Alltags (1): Stöpsel-Spuk

IMG_9451Es ist von einem rätselhaften Phänomen zu berichten, das vielleicht in Grenzbereiche der Naturwissenschaften führt. Oder so.

Die Sache ist die: Um meine Kontaktlinsen einsetzen und abspülen zu können, bin ich darauf angewiesen, dass der Verschluss des Waschbeckens dicht bleibt. Sonst könnten die Linsen auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Gleichsam mit einem höhnischen Gurgeln.

Nun habe ich folgende Beobachtung gemacht, man kann inzwischen durchaus von einer langwierigen Versuchsreihe sprechen: Tagsüber fuktioniert der Mechanismus – auf bloßen Fingerdruck hin oder indem man am Hebel zieht. Abends aber ploppt der Stöpsel immer wieder hoch und lässt sich auch durch gutes Zureden nicht bändigen. Dann muss ich den Ausguss auf andere, recht umständliche Weise abdichten.

Wenn das keine Tragik ist!

Wie aber lässt sich der Unterschied erklären? Jedenfalls nicht mit bloßer Schulweisheit. Meine bisherige, naturgemäß laienhafte Hypothese lautet so: Womöglich herrschen in der Kanalisation und/oder im Rohrleitungssystem tagsüber andere Druckverhältnisse als nachts. Bin ich damit einem gut gehüteten Geheimnis der städtischen Wasserwerke auf der Spur? Handelt es sich um ein Spezifikum des Ruhrgebiets? Oder spukt es bei uns?

teilen, mailen, druckenShare on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterPin on PinterestShare on LinkedInShare on TumblrShare on StumbleUponEmail this to someonePrint this page

Über Bernd Berke

Langjähriger Kulturredakteur bei der Anfang 2013 verblichenen Westfälischen Rundschau (Dortmund), davon die letzten elf Jahre als Ressortleiter. Zwischenzeitlich dies und das. Seit 2011 hier. Und anderswo. Und überhaupt.
Dieser Beitrag wurde unter Alltag, Glaubensfragen, Technik, Wissenschaft abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Kommentare zu Rätsel des Alltags (1): Stöpsel-Spuk

  1. Michaela sagt:

    Gutes Zureden alleine wird es da nicht tun.
    Füttere den Stöpsel mit köstlicher Kinderzahnpasta (möglichst Erdbeergeschmack), lies ihm erbauliche Geschichten vor, mache ihm deine Zwangslage durch eine wohlkomponierte Power-Point-Präsentation deutlich, und wenn alles nichts hilft:
    Tanze nackt für ihn an der Duschstange. Letzteres wird ihn dann so erschrecken, dass er alles tut, was du willst. Das ist natürlich nur ein finales Rettungsmittel für völlig verzweifelte Fälle.

  2. Bernd Berke sagt:

    Liebe Michaela, das klingt plausibel. Dein Erklärungsansatz wird in die Wissenschaftsgeschichte eingehen. Apropos Psychologie: Wie im Beitrag angedeutet („lässt sich auch durch gutes Zureden nicht bändigen“), habe ich auf dem Felde alles versucht.

  3. Michaela sagt:

    Da fehlt ein n. Und ein b muss groß werden. Menno!

  4. Michaela sagt:

    Ich weiß bescheid, denn bei mir ist es genau so. Daher kan ich die Erklärung liefern.
    Es ist so:
    Morgens, nach einer langen Nacht des Vergessens und auch noch schlafduselig, lässt sich der Stöpsel immer wieder übertölpeln und (r)unterdrücken. Im Laufe des Tages jedoch, in Stunden des Grübelns und Mit-sich-selber-Diskutierens, wächst die Empörung ob dieser rücksichtslosen Tyrannei, und abends dann macht sie sich Luft durch Aufbäumen, Hochploppen, Verweigerung – kurz: Widerstand auf der ganzen Linie!

    Es ist also eher ein psychologisches denn ein naturwissenschaftliches Problem.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.