Rätsel des Alltags (2): Brezelschwund

In unserer losen kleinen Reihe über Rätsel des Alltags, die vor wenigen Wochen mit dem Stöpsel-Spuk begonnen hat, wenden wir uns heute der Brezel zu.

Die letzten beiden Bühnenveranstaltungen, die ich aufgesucht habe, waren eine groß angelegte Kindertheater-Produktion und ein Klassik-Konzert. Durchaus unterschiedliche Ereignisse also. Doch sie hatten eines gemeinsam: In der Pause gab es keine Brezeln mehr. Das sorgte – unabhängig von Stand oder Alter – jeweils für Murren und Unmut bei jenen, die sich in der Schlange endlich nach vorn gearbeitet hatten.

Wasser, Säfte, Sekt, Wein, Bier – alles kein Problem. Nur die Brezeln waren jeweils vorzeitig „alle“.

Gibt es denn keinerlei Erfahrungswerte über Vorräte, die man in derlei Fällen anzulegen hat? Noch dazu war das Kindertheater nur knapp zur Hälfte ausverkauft und auch im Publikum des Konzerts klafften noch deutliche Lücken. Trotzdem hat es mit dem Laugengebäck hinten und vorne nicht gereicht. Fast bin ich geneigt, von einer (bayerischen??) Brezel-Verschwörung zu sprechen. Oder wenigstens vom wundersamen Brezelschwund.

Gut. Kein Wort mehr davon. Wir lassen das jetzt mal so erratisch stehen und fremd in die Wirklichkeit ragen.

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Über Bernd Berke

Langjähriger Kulturredakteur bei der Anfang 2013 verblichenen Westfälischen Rundschau (Dortmund), davon die letzten elf Jahre als Ressortleiter. Zwischenzeitlich dies und das. Seit 2011 hier. Und anderswo. Und überhaupt.
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10 Kommentare zu Rätsel des Alltags (2): Brezelschwund

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  2. Bernd Berke sagt:

    Lost in Korrektoren-Scharmützeln…

  3. Michaela sagt:

    Verdammt!
    Großes G!

  4. Michaela sagt:

    @ Bernd: Danke für das rücksichtsvolle Entfernen eines unangemessenen as (Das kann ich jetzt nicht so schreiben, dass man es auf der Stelle richtig lesen kann, aber der genitiv sollte schon sein, oder?)!
    * * * * * * * * *
    @ Günter Landsberger: Wahrscheinlich beruht die Vorratshaltung am Brezelstand auf
    1. genauer Beobachtung der Zuschauer/-hörerzahl und
    2. der sadistischen Veranlagung der zuständigen Verkäufer, die so gerne lange Gesichter sehen.
    * * * * * * * * *
    Vielleicht lassen sie gar die eine oder andere Brezel unterm Tresen verschwinden, wenn der Vorrat auszureichen droht.

  5. Günter Landsberger sagt:

    Vor zwei Jahren haben wir in der Pause eines Konzertes in der Essener Philharmonie auch schon Ähnliches erlebt. Da hatten wir ausnahmsweise mal Hunger und wir stellten uns so geduldig in die Schlange der Wartenden und mussten doch mitansehen, wie die Brezel alias Brez’n vor unseren Augen dahinschwanden. Zwei Meter vor uns war plötzlich mit ihnen Schluss.

  6. Bernd Berke sagt:

    @Michaela: Wohlan denn! Hängt nicht alles mit allem zusammen, für und für?

  7. Rudi Bernhardt sagt:

    Lach, ich ja auch nicht, weil es korrekt bayerisch heißt und nicht, wie ich textete, bayrisch. Aber wen juckt das eigentlich? Bayern oder Buyern, Hauptsache Österreich.

  8. Michaela sagt:

    Vielleicht gibt es einen Zusammenhang?

    Die Brezel, gierig und im Übermaß verschlungen von nimmersatten Kinder- und Erwachsenenmäulern, deren Inhaber schon vor der Pause heimlich zur Ausgabestelle schlüpften, um nur ja das erste/zweite/dritte Dutzend zu ergattern, fühlt sich, da nicht genossen, sondern gestopft, im Inneren der Dutzendschlinger nicht wohl, grämt sich und gärt, drängt machtvoll wieder hinaus und in die Kanalisation, wo sie wutentbrannt weitergärt und so mittels unkontrollierter Gasentwicklung den Stöpsel an der Erfüllung seiner Aufgabe hindert.

  9. Bernd Berke sagt:

    Schon klar. Aber ich werde auf meine älteren Tage nicht mehr die Sprache des Duselgewinners lernen. 😉

  10. Rudi Bernhardt sagt:

    Nur eine kleine Korrektur eines ewig Besserwisserischen: Brezel heißen die nur bei uns. Auf bayrisch sind es Brez’n, oder Brezn. Ich mag ja, wie du weißt, solche Alltags-Geschichten.

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