Aus der Traum vom brasilianischen Fußball

Nein, das ist jetzt aber auch fast schon gar zu viel. 7:1 fürs deutsche Team in einem WM-Halbfinale gegen den Gastgeber Brasilien…

Das ist einerseits unglaublich, wunderbar, was auch immer in dieser Richtung. Nicht zu fassen! Welch eine Demütigung, wenn man denn in solchen Kategorien denkt. Davon wird man noch in vielen Jahren sprechen.

(ZDF-Fernsehbild)

(ZDF-Fernsehbild)

Andererseits werden da auch ein paar Träume zerstört. Die Träume, die man vom brasilianischen Fußball seit den Tagen von Pelé und Garrincha hegte und die nicht zuletzt von einer entgrenzten Ästhetik gehandelt haben.

Erst hat die so „unbrasilianische“ Spielweise bei dieser WM die schönen Erinnerungen arg gedämpft. Dann fielen auch noch Neymar und Thiago Silva aus, zwei tragende Säulen der brasilianischen Auswahl. Doch es kann wohl nicht nur daran gelegen haben. Wer erklärt es uns? Ach, diese hilflosen „Analysen“ im Fernsehen.

Alles, aber auch alles ging schief für Brasilien, alles lief wie geölt für Deutschland. Man möchte (nicht) wissen, welche geheimnisvollen Kräfte da im Spiele gewesen sind.

Die „Schland“-Euphorie wird nun erst einmal kein Ende haben wollen. Und wer weiß, was sich jetzt – nach dieser bitteren Enttäuschung – in der Gesellschaft Brasiliens zuträgt.

Derweil eskaliert im Nahen Osten der kriegerische Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Doch nur eine Minderheit wird morgen in Deutschland darüber reden. Es ist eine surreal grausame Welt.

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Über Bernd Berke

Langjähriger Kulturredakteur bei der Anfang 2013 verblichenen Westfälischen Rundschau (Dortmund), davon die letzten elf Jahre als Ressortleiter. Zwischenzeitlich dies und das. Seit 2011 hier. Und anderswo. Und überhaupt.
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