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Monatsarchive: Juli 1994
Dunkle Rätsel aus dem Bergwerk der Bilder – Gemälde von Edgar Ende in Olpe
Von Bernd Berke
Olpe. Tragisches Schicksal eines Künstlers: Die Nazis verfemten Edgar Ende als „entartet“ und erteilten ihm Malverbot. Nach dem Krieg verlangte der Kunstbetrieb abstrakte Bilder, die Ende nicht liefern mochte. Doch seit ein paar Jahren wird er wiederentdeckt, denn er hat einen berühmten Sohn. Und der heißt Michael Ende.
In seiner „Unendlichen Geschichte“ hat Michael Ende dem Vater ein literarisches Denkmal gesetzt. Vom phantastischen „Bergwerk der Bilder“ ist da die ausführliche Rede. Tatsächlich hat Edgar Ende (1901-1965), von dem jetzt in Olpe eine Werkauswahl zu sehen ist, seine Motive gleichsam aus tiefer Finsternis heraufgeholt. Er zog sich tagelang in völlig abgedunkelte Stuben zurück, versehen mit Bleistift und Taschcnlampe, so daß er die Szenen, die aus seinem Inneren aufstiegen, sogleich skizzieren konnte.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Edgard Ende, Kunstverein Südsauerland, Olpe
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Als die alten Chinesen ihre Erfindungen machten – Ausstellung in Hildesheim spannt Bogen über 5000 Jahre
Von Bernd Berke
Hildesheim. Wir wissen nicht, wer Rad und Feuer erfunden hat. Wir wissen aber, wer zuerst Schießpulver und Papier hergestellt hat. Es waren Menschen im alten China. Eine große Ausstellung in Hildesheim zeigt nun, daß die Ostasiaten der übrigen Welt noch auf vielen anderen Gebieten weit voraus gewesen sind.
Kein Jahr ohne opulente China-Schau. Wenn Dortmund schon mal keine zeigt (wie 1990 und 1993), springen eben andere ein. „China – eine Wiege der Weltkultur“ heißt die Präsentation im Roemer- und Pelizaeus-Museum. Sie ist den Dortmunder Highlights an Bedeutung ebenbürtig, konzentriert sich aber nicht auf eine Epoche wie etwa die Tang-Dynastie, sondern spannt den Bogen vom Neolithikum bis ins 19. Jahrhundert. Mit rund 300 Exponaten aus einem Zeitraum von 5000 Jahren werden Resultate der ungeheuren chinesischen Erfindungsgabe vorgeführt.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Gesellschaft & Soziales, Kultur an sich, Kunst & Museen, Weite Welt
Verschlagwortet mit China, China – eine Wiege der Weltkultur, Hildesheim, Kulturgeschichte, Roemer- und Pelizaeus-Museum
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Die Phantome der Liebe – Richard Fords tragikomische Erzählung „Der Frauenheld“
Von Bernd Berke
Hier geht es offenbar ums Ganze. Zitat: „…er fragte sich, was möglich war zwischen den Menschen? Was war möglich, das wirklichen Wert hatte? Wie konnte man das Leben in den Griff bekommen, anderen geringen Schaden zufügen und doch mit ihnen verbunden sein?“ Zitat Ende.
Solche Worte kreisen wirklich um Grundfragen des Lebens. Doch keine Angst. Bei dem Amerikaner Richard Ford kommen die tiefsinnigen (und doch so einfach klingenden) Sätze erst ganz zum Schluß. Sie ergeben sich völlig ungezwungen aus einer Erzählung, die etliche Bedeutsamkeit mit wenig Erdenschwere verbindet.
Immerhin: Die Komplikation zwischen den Geschlechtern, die „Der Frauenheld“ Martin Austin erleidet, bilden sich zuweilen auch im verschachtelten Satzbau ab. Das liegt wohl nicht nur an der stellenweise etwas holprigen Übersetzung von Martin Hielscher.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Liebesleben, Literatur
Verschlagwortet mit Der Frauenheld, Richard Ford
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Für den Olymp kommt keiner in Frage – Marcel Reich-Ranicki über berühmte deutschsprachige Kritiker
Von Bernd Berke
Unser Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki hat ein Buch über seine berühmten Vorläufer seit Lessing geschrieben. Ja, gab es denn vor ihm überhaupt nennenswerte Kritiker?
Offenbar ja, denn der Band „Die Anwälte der Literatur“ (nein, nicht „Staatsanwälte“) umfaßt immerhin 23 Porträt-Essays. Und doch auch wieder nicht, denn die allermeisten finden vor Reich-Ranicki wenig Gnade.
Nehmen wir Gotthold Ephraim Lessing selbst, den vermeintlichen „Vater“ der deutschen Kritik. Der hatte zwar laut Reich-Ranicki einen aufrechten Charakter, verkannte oder unterschätzte aber viele literarische Talente seiner Zeit, schrieb etliche Rezensionen nur aus Gefälligkeit und hatte weder eine Antenne für Wieland noch für Goethe. Apropos: Goethe selbst sei der absolute Anti-Kritiker gewesen, denn er habe nur gefügige Leser gewollt.
Alfred Kerr war töricht, Walter Benjamin abseitig
Und der berühmte Alfred Kerr?… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Buchmarkt & Lesen, Literatur, Medien, Stilfragen, Theater
Verschlagwortet mit Die Anwälte der Literatur, Kritiker, Marcel Reich-Ranicki, Reinhard Baumgart, Rezensenten, Rezensionen
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Lachend die Zeichen der Zeit erkennen – Dicker Sammelband des vielseitigen Robert Gernhardt
Von Bernd Berke
Welcher deutsche Gegenwartsautor ist vielseitiger als Robert Gernhardt? Der 57jährige hat etliches auf Lager – von der Satire und dem niveauvollen Nonsens bis zum beachtlichen Roman; von der trefflichen Zeitkritik bis zum raffiniert gereimten Gedicht.
Mehr noch: Ohne Gernhardts Texte wäre Otto Waalkes nicht halb so gut gewesen. Und er ist einer der besten Cartoon-Zeichner. Wen wundert’s, daß der Vielfältige jetzt mit einem üppigen Sammelband zum Klassiker erhoben wird. Der Titel („Über alles“) weist schon auf Gernhardts kreative Bandbreite hin.
Seit seinen Anfängen beim Satire-Blatt „Pardon“ (frühe 60er Jahre), wo er mit F. K. Waechter und F. W. Bernstein „Welt im Spiegel“ schuf, jene legendäre Beilage für den höheren Blödsinn, zählt Gernhardt zu den produktivsten Grenzgängern zwischen Ernst und Scherz, zwischen Sinn und Widersinn.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Buchmarkt & Lesen, Comics & Cartoons, Literatur, Scherz, Satire, Ironie, Sprache, Wahnwitz, Zweizeiler, Vierzeiler usw.
Verschlagwortet mit Robert Gernhardt, Sammelband, Über alles
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Impressionisten aus der „zweiten Reihe“ – Kölner Ausstellung präsentiert weniger bekannte Vertreter der Stilrichtung
Von Bernd Berke
Köln. Gleißendes Sonnenlicht überflutet die Landstraße. Man fühlt die Hitze förmlich aus dem Bilde steigen. Im Vordergrund geht ein mürrisch blickender Mann den beschwerlichen Weg hinauf. Das Gemälde von 1884 zeigt den berühmten Impressionisten Claude Monet.
Gustave Caillebotte hat die schweißtreibende Szene gemalt. Das war ein reicher Mann, der sich keine Sorgen um den Verkauf seiner Bilder machen mußte. Er war mit den Größen des Impressionismus befreundet, die ihn aber eher als solventen Käufer ihrer Werke denn als ebenbürtigen Kollegen schätzten. Jedenfalls tat er viel für die Verbreitung dieser luftigen Lichtmalerei.
Um sieben Bilder von Caillebotte gruppiert sich jetzt eine Kölner Ausstellung aus Beständen des Petit Palais in Genf, die weniger in die Tiefe als in die Breite der impressionistischen Kunstrichtung geht.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Angrand, Bildwelten des Impressionismus, Dubois-Pillet, Gustave Caillebotte, Köln, Le Sidanier, Loiseau, Luce, Wallraf Richartz Museum
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