Volltextsuche
Archiv aller Beiträge
-
Die 10 neuesten Beiträge
- Die Hölle als Tingeltangel: Kafka-Drama „K“ am Berliner Ensemble
- Dortmund im Zwiespalt: Revier, Westfalen oder beides?
- Wie die Zukunft der Welt vergeigt wurde – Ian McEwans raffinierter Roman „Was wir wissen können“
- Befreiung von unten: Ilaria Lanzino deutet an der Rheinoper Verdis „Nabucco“ als abgründiges politisches Drama
- Die Zeiten ändern sich: Neue Chefin im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte
- Kurze Abschweifung zum Phänomen der „Ohrwürmer“
- Zwischen Ost und West: Hans Joachim Schädlich und die „Bruchstücke“ seines Lebens
- Theaterereignis und Gesamtkunstwerk: Giuseppe Spota inszeniert in Gelsenkirchen Glucks „Orpheus und Eurydike“
- Ein paar Worte zum allerletzten Westfalenspiegel
- Von Dichtung, Faschismus, Alltag, Jungsein und Schule – fünf neue Bücher über fast alles
Meistgelesen (ab 1.10.23)
- Aufklärung, das unvollendete Projekt – opulente Ausstellung in Berlin
- Als Prügel für Kinder zum Alltag gehörten
- Wie sich die chinesische Lyrik nach und nach von Fesseln befreite und…
- Viele, liebe, beste, schöne, freundliche, herzliche Grüße: Die etwas…
- Entdecker in den Gefilden der Rockmusik: Alan Bangs wird 70 Jahre alt
- Konjunktur mit Fußballbildchen: Das Wunder in Tüten aus Dortmund und…
- Woran Goethe glaubte
- „Die Brücke“ und „Der Blaue Reiter“ – ein opulenter…
- Wie sich Pflegedienste nennen
- Der Struwwelpeter, der Suppenkasper und ihre Wirkung auf die Kunst –…
- „Familie Hauser“ als (un)heimlicher Internet-Hit: Viele Millionen…
- Die Unternehmer-Familie Quandt und ihr Bezug zum Ruhrgebiet
- Zum Schluß bleibt noch die Altersmilde – Robert Gernhardts „Lichte…
- Kunst-Stoff für Christo – Fabrik in Emsdetten fertigt das Gewebe für die…
- Bedeutsam wie eh und je: George Orwells „Farm der Tiere“ gleich in…
- Kindheit im Ruhrgebiet – Erinnerung an versunkene Zeiten
- Gemischte Gefühle beim Abschied von sämtlichen Dingen: „Später…
- TV-Nostalgie (19): Werner Höfers „Frühschoppen“ – das Sonntagsritual
- TV-Nostalgie (6): Erik Ode als „Der Kommissar“ – Mal…
- Bürgerinitiative peilt ehrgeiziges Ziel an: Altes Dortmunder Rathaus…
- Die einfachen Dinge des Lebens lieben – Der Schauspieler Heinz Bennent…
- Heino wird 80 – Sind denn alle Geschmäcker nivelliert?
- Wo selbst Prominentengräber unscheinbar sind – ein Gang über den…
- Dortmund damals: Beim Betrachten alter Bilder aus der Heimatstadt
- Reizendes Kaleidoskop: Anna Vinnitskaya ist Porträtkünstlerin der…
- „Mächtiger Körper, Wahnsinn im Glas“: Das Vokabular der Weinverkostung
- Vor 70 Jahren: Als es das Essen nur auf Lebensmittelmarken gab
- Früher war einfach mehr Kneipe!
- TV-Nostalgie (28): „Der goldene Schuß“ mit Lou van Burg – „Kimme,…
- Von Unna aus ein wenig die Welt verändern – Nachruf auf den vielseitigen…
- Trotz allem optimistisch bleiben – die fabelhaft farbigen Welten…
- Wahn und Wirklichkeit: „Englischer“ Opern-Doppelabend in Duisburg
- WDR 4: Radio für Senioren – aber ganz anders als früher
- Was ist denn wohl ein Aminaschlupferle? – Neues Buch über „Wörter, die…
- „Tegtmeier“ lebt nicht mehr – Ruhrgebiets-Komiker Jürgen von…
- Vom Mikro zur Motorsäge – die zweite Karriere von Pia Lund („Phillip Boa…
- Die „Essais“ des Michel de Montaigne und ihr deutscher Übersetzer –…
- Entlustet und mohrifiziert – Wortverhunzung und Schlimmeres im…
- Der Flaneur braucht kein Ziel
- Berührende Tragödie: Cecilia Bartoli mit Glucks „Orfeo ed Euridice“ in…
- Iserlohn: Ein Hauch der weiten Welt im Goethe-Institut – abseits der Metropolen
- Dem Ruhrpott seine Sprache
- Schurke und Biedermann: Ausstellung zum 100. Geburtstag des…
- Ein Grundklang für Generationen: Bochums Jugendsinfonieorchester feiert…
- Vergehende Zeit, hier im Revier: Zum Beispiel die Dortmunder Steinhammerstraße
- Der Vater der Luftschiffe: Vor 100 Jahren starb Ferdinand Graf von Zeppelin
- Größter Holzhandel weit und breit: Grabstätte führt auf die Spuren einer…
- Langer Abschied vom Generalmusikdirektor: Gabriel Feltz wechselt bald…
- Zum Tod von Ulrich Wildgruber: Ein Berserker, der uns sprachlos machte
- Queen für ein ganzes Zeitalter: Vor 200 Jahren wurde die britische…
- Sprachphilosophie aus der Bauernstube – Brian Friels Stück…
- „Spätlese“ zum 90. von Loriot: Eine Fülle bisher unbekannter…
- Frauen, die beim Wohnen warten
- Wenn man vom Rathaus kommt, ist man klüger – ein lehrreicher Rundgang…
- Die Geburt des Kinos in Europa: Vor 125 Jahren markierte das Patent der…
- Einkaufen früher und heute
- Erich Fried: Schriftsteller, Philanthrop, Vor-Denker und…
- Die Kunst des Schmerzes: Marina Abramović in Bonn
- Nashorn oder Fuchs: Städtische Symboltiere auf der Straße
- Vom Hauen und Stechen im Theater: Kampftrainer Klaus Figge im Porträt
- Das Leben ohne Verdünnung: Otto Dix in Düsseldorf
- Wenn Bäume Zähne zeigen
- Nicht nur zum Ende der Zechen-Ära eine Erinnerung wert: August Siegel,…
- TV-Nostalgie (24): „Der große Bellheim“ – Die älteren…
- 90 Jahre „Kampfbahn Rote Erde“: Wenn Gerd Kolbe erzählt, wird die…
- Lachen gegen die absurden Regeln der Welt: Vor 50 Jahren starb Stan Laurel
- TV-Nostalgie (22): „Ein Herz und eine Seele“ – als…
- Es könnte ruhig ein wenig mehr sein – Museum Folkwang zeigt Werke Lyonel…
- Seelenfenster geöffnet: Tschaikowskys „Eugen Onegin“ in Krefeld-Mönchengladbach
- „Wie eine Straßenköter-Mischung“ – Jugendstil und Artverwandtes im…
- Kreativer Kosmos, künstlerischer Klamauk – Martin Kippenberger in der…
- Hömma, Dingenskirchen, ey! Und schon wieder liegt ein Asterix-Band auf…
- Beyenburg mit seinem Stausee – ein bergisches Idyll am Rande von Wuppertal
- Zum Tod von Marianne Faithfull – Rückblick auf ein Konzert von 1999
- Das Ruhrgebiet – von allen Seiten betrachtet: 100 Jahre…
- Vom Fluch frühen Ruhms: Der Pianist Jan Lisiecki im Konzerthaus Dortmund
- TV-Nostalgie (35): Konversation mit Kitzel – „Je später der…
- Beklemmend schön: „Der Hamiltonkomplex“ mit dreizehn…
- Beispiel Dortmund: Mit Karstadt schwinden auch Erinnerungen
- TV-Nostalgie (32): Bernhard Grzimeks „Ein Platz für Tiere“…
- Von Nöttelefönes, Klötenköhm und Halfjehang – ein Herkunftswörtbuch zur…
- Impressionismus und Fotografie – zwei Wege in die Moderne
- Im 100. „Schreibheft“: Vergessene, verkannte, verschollene…
- TV-Nostalgie (17): „Wünsch Dir was“ – als Dietmar Schönherr für…
- Mathematiker kontra Verbrecher – Antti Tuomainens Comedy-Thriller „Der…
- Geflüchtete Kinder in der Schule: Essener Gymnasium am Stoppenberg gibt…
- „Geh nicht durchs Gewischte!“ – Torsten Sträters „Heimspiel“…
- „Wenn der Wind von Hörde kam, roch es wie Pech und Schwefel“…
- Unbewusstes aus der Dunkelkammer – Bilder des deutschen…
- „Schwarze Kohle, rotes Licht“ – Schwere Jungs erinnern sich an ihr…
- Schloss Cappenberg: Nach langer Schließung kehrt bald wieder Leben ein
- TV-Nostalgie (27): „Auf der Flucht“ – Als Dr. Richard…
- Für die Benachteiligten schreiben: Die Werkstatt Dortmund im „Werkkreis…
- Bye-bye, Sabine – ein Nachruf auf die Dortmunder Krimiautorin Sabine Deitmer
- Der BVB verteilt alljährlich über 155.000 Plastikkarten – muss das denn sein?
- Onkel Dagoberts Traum: Deutschlands größter Geldspeicher steht…
- Wer erweckt dieses frühere Kino zum Leben?
- Natur und Kunst, Schönheit und Grauen: Vor 150 Jahren starb der…
- Erst Rocksängerin, dann Bildhauerin – Pia Bohr: „In der Kultur haben es…
- Hohe Belastung mit Umweltgift PCB: Uni Bochum reißt zwei Großgebäude ab
- Dem „göttlichen Claudio“ zum 450. Geburtstag: Monteverdi bringt in…
- TV-Nostalgie (11): Loriot – Humor mit Stil
- Bumsfideler Bergmann anno 1971: „Laß jucken Kumpel“ – der etwas…
- Mit vokalem Volldampf durch Georgien: Der Trinity Cathedral Choir aus…
- „Haus der Löcher“: Ödnis im Porno-Paradies
- TV-Nostalgie (15): Robert Lembkes „Was bin ich?“ – die…
- Rekonstruktion einer Abtreibung von 1964 – „Das Ereignis“ von Annie Ernaux
- Ruhrgebiets-Flamenco: Rafael Cortés brilliert in der Lichtburg Essen
- Das Ruhrgebiet war gegen Nazis nicht immun: Schon 1932 füllte Hitler die…
- Hach! Hihi! Huch! – Mal wieder ein Buch zur putzigen Dingwelt der…
- Wie die Kunst auf die Industrialisierung reagierte – „Vision und…
- Stadt, Land, Fluss: Andreas Gursky in Düsseldorf
- Das Revier im Paket: Adolf Winkelmanns Ruhrgebiets-Filme im Kino und auf DVD
- Auf dem Berg der Wahrheit – Ein Spaziergang auf den Spuren von…
- Schrecken und Schönheit der Natur – Münster zeigt grandiose…
- Perfekt, freudlos – das Folkwang-Museum zeigt italienische Malerei…
- Goethe-Institut – auf Wellenlänge der neuen Außenministerin
- Lars Vilks „Nimis“: Kunstwerk aus Treibholz reizt seit Jahrzehnten…
- Das Erbe von „Tegtmeier“ wirkt weiter – Jürgen von Manger wurde…
- Schonungsloser Blick auf Missstände seiner Zeit: Vor 150 Jahren starb…
- Der erste Opernstar der Schellack-Zeit: Vor 100 Jahren starb der…
- Kriegsende an der Ruhr: Bei Hattingen gab es „Friendly Fire“
- Verzicht auf die Katastrophe: „Schwanensee“ am Essener Aalto-Theater
- Erfinder des Saxophons: Vor 200 Jahren wurde Adolphe Sax geboren
- Duplikate für den historischen Ostfriedhof – warum muss das denn sein?
- „Ruhrgold“ und silberne Pommes-Picker
- Schneller Fuchs, träger Hund, Bayern und Sylt oder: Das ganze Alphabet…
- „Zupacken Ehrensache“: Wie die Ruhris mit einem…
- Alles so schön bunt hier – „Das Spiel ist aus“ nach Jean-Paul…
- Joachim Meyerhoff: Literarisches Denkmal für die Mutter
- Der Krebs und der Krieg – Robert Gernhardts erschütternde „K-Gedichte“
- Mäuse, Schweinchen, Feen und Pinguine: Sehenswerte Trickserien für…
- Grenzgänge an der Küste – die melancholischen Meeresbilder des Hermann Buß
- Die Posen des jungen Werther – Joachim Meyerhoff im Einpersonen-Stück…
- Olympische Spielstraße, München, 1972 – Erinnerungen an ein fröhliches…
- Frank Zappa enttäuscht Publikum in Ahlen – ganz im Gegensatz zu Rory Gallagher
- Neustart bei den „Mitternachtsspitzen“: Da geht noch was…
- „Schöne Scheiße“ im Dortmunder Museum: Die stets unfertige Welt…
- Alles auf Anfang: Wie die Künstlergruppe „junger westen“ im…
- Songs für die Ewigkeit: Zum Tod des großen Dichters und Sängers Leonard Cohen
- Werke von großer Aussagekraft – eine nachdrückliche Erinnerung an…
- Als Frauen aus der Rolle fielen – ein Abend mit Super-8-Filmen der 60er…
- „Was für ein Jahr!“ (Gesammelte Grußformeln, 2020er…
- Personenkult um einen deutschen Star: „I want absolute beauty“ wird…
- Von „Alka Seltzer“ bis „Schapusiak“ – Spitznamen, mit denen…
- Auto des Wirtschaftswunders: Vor 60 Jahren feierte Volkswagen die erste Million
- Musiker-Anekdoten: Mi-mi-mi-mausetot
- Schlapphüte und andere Trends: BVB-Spielerfrau Jana Kirch als neue…
- TV-Nostalgie (9): „Bonanza“ – eine Western-Serie für…
- TV-Nostalgie (13): „Stahlnetz“ – der…
Monatsarchive: Juli 1999
Ein Kraftkerl mit empfindlicher Seele – Überblick zum Werk des Malers Lovis Corinth in Wuppertal
Von Bernd Berke
Wuppertal. Durch eine grüne Tür stürzt „Der geblendete Simson“ auf den Betrachter zu. Seine Hände liegen verkrampft in eisernen Ketten, bis auf einen Schurz ist er elend nackt. Um die Augenpartie klebt ein verschmierter Verband, aus dem Blut rinnt. Eine geschundene Gestalt, die uns die ganze Wucht ihres Schmerzes entgegenschleudert.
Da behaupte noch ein Kunstlexikon, Lovis Corinth (1858-1925) sei Impressionist gewesen; nur deshalb, weil er häufig flirrendes Licht in seinen Bildern flackern ließ oder weil er manchmal unter freiem Himmel gemalt hat. Nein, dieser ausdrucksmächtige Berserker ist, wenn denn schon Stil-Schubladen geöffnet werden müssen, mindestens ebenso sehr Expressionist gewesen. Das belegen die 61 Gemälde und 70 Papier-Arbeiten, die jetzt in Wuppertal zum Werküberblick vereint sind.
Blühende Gärten … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Lovis Corinth, Wuppertal
Kommentare deaktiviert für Ein Kraftkerl mit empfindlicher Seele – Überblick zum Werk des Malers Lovis Corinth in Wuppertal
Das Leben als Mutprobe – zum 100. Geburtstag von Ernest Hemingway
Von Bernd Berke
„Es ist nicht schlimm“, sagte er. „Und Schmerzen machen einem Mann nichts.“ – Ein Zitat aus „Der Alte Mann und das Meer“. Der Tonfall ist unverkennbar. Punkt, fertig, keine Debatten. Keine Weicheier-Fragen wie „Wann ist der Mann ein Mann?“ Der Schriftsteller Ernest Hemingway hätte wohl schlicht geantwortet: „Immer.“ Und er hätte zur Bekräftigung den nächsten Whisky gekippt.
Dieser Kerl von altem Schrot und Korn wurde heute vor 100 Jahren in Oak Park (US-Staat Illinois) geboren. Die tonangebende Literaturkritik urteilt inzwischen sehr nüchtern über ihn. Maureen Dowd, Starkolumnistin der „New York Times“, behauptete gar: „Hemingway war schon eine Parodie seiner selbst, als er starb“. Und: „Zusammen mit anderen Macho-Schriftstellern wie Jack London, Irwin Shaw und Norman Mailer ist … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Lebenswege, Literatur
Verschlagwortet mit 100. Geburtstag, Ernest Hemingway
Kommentare deaktiviert für Das Leben als Mutprobe – zum 100. Geburtstag von Ernest Hemingway
Hinter der Abstraktion lauert schon das Nichts – Gefühle direkt aufs Bild bringen: Werke von Jackson Pollock in Düsseldorf
Von Bernd Berke
Düsseldorf. Reichlich rabiat muß er gewesen sein, der amerikanische Maler Jackson Pollock (1912-1956). Eine vom Künstler-Kollegen Willem de Kooning verbreitete Anekdote besagt, Pollock habe auf einer Party mit bloßer Faust ein Fenster eingeschlagen, um für Frischluft zu sorgen. So geht’s natürlich auch…
Bei einer schicken Vernissage pinkelte Pollock auch schon mal beherzt in den Kamin der Gastgeber. Rund elf Monate, nachdem der Filmstar James Dean tödlich mit dem Auto verunglückt war, starb auch Pollock – nur 44jährig – 1956 am Lenkrad. Er war sturzbetrunken. Ein Hollywood-Film mit Ed Harris, der im nächsten Jahr herauskommt, wird sein wildes Leben nachzeichnen. Man wundert sich nur, daß dies so spät geschieht.
Hollywood verfilmt sein wildes Leben
Solche voyeuristischen Blicke auf … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen, Lebenswege
Verschlagwortet mit dripping, Düsseldorf, Jackson Pollock, Kunstsammlung NRW
Kommentare deaktiviert für Hinter der Abstraktion lauert schon das Nichts – Gefühle direkt aufs Bild bringen: Werke von Jackson Pollock in Düsseldorf
„art open“ in Essen: Mumpitz des Jahres oder mutiges Durcheinander?
Von Bernd Berke
Essen. Plakate in der Stadt? Fehlanzeige. Irgendein Hinweis am Messegelände? Nichts. So klammheimlich wollen die Veranstalter der als Weltkunstschau angepriesenen „art open“ bis zum 8. August über eine Million Besucher nach Essen locken?
Plakatflächen seien ausgebucht, hieß es gestern zur Pressekonferenz. Vielleicht hätte man sich ja frühzeitig darum kümmern müssen. Zu sehen gab’s nur wenige der angeblich 900 Kunstwerke von der Steinzeit bis heute, die man in fünf Messehallen zeigen will. Zwei Tage vor Eröffnung herrschte vielfach gähnende Leere, in etliche Bereiche wurden die Journalisten wohlweislich gar nicht geführt. Ein Katalog war auch noch nicht fertig.
Selbst ein Mikrofon, mit dem man die versammelten Berichterstatter akustisch hätte erreichen können, war nicht vorhanden. Derweil übertönte eine Voodoo-Kultgruppe aus … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen, Wahnwitz
Verschlagwortet mit art open, Dieter Walter Liedtke, Essen, Harald Szeemann, Messegelände
Kommentare deaktiviert für „art open“ in Essen: Mumpitz des Jahres oder mutiges Durcheinander?
Immerzu Krieg mit Pausen – Günter Grass zieht in seinem neuen Buch „Mein Jahrhundert“ Bilanz
Von Bernd Berke
Alle ziehen Bilanz, auch Günter Grass. Im letzten von 100 Texten seines Buchs „Mein Jahrhundert“ läßt er seine verstorbene Mutter auferstehen. Und also redet sie 1999: „Nun aber soll ich erzählen, wie es früher gewesen ist. Sag ich ja, Krieg war, immerzu Krieg mit Pausen dazwischen“.
Jedem Jahr des verfließenden Jahrhunderts ist im „neuen Grass“ ein kurzer Text gewidmet. Nach der Lektüre muß man glauben, dies sei in seinen Untiefen vor allem eine deutsche Epoche gewesen. Nur sporadisch schweift der Blick über die Grenzen.
Die schlimmen Zeiten beginnen gleich anno 1900, als ein bayerisches Regiment auf Kaisers Befehl ausrückt, um den Boxeraufstand in China niederzuschlagen. Als Wegmarken folgen die Weltkriege mitsamt allen Vor- und Nachwehen, mit Massenarbeitslosigkeit, … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Literatur
Verschlagwortet mit Günter Grass, Mein Jahrhundert
Kommentare deaktiviert für Immerzu Krieg mit Pausen – Günter Grass zieht in seinem neuen Buch „Mein Jahrhundert“ Bilanz
Warnung vor dem Ungeist – Gerhard Schneiders Olper Sammlung mit Bildern verfemter Künstler der NS-Zeit
Von Bernd Berke
Olpe. Gerhard Schneider hat eine höchst ehrenwerte Passion: Seit rund 15 Jahren sammelt er Bilder, deren Urheber zur NS-Zeit als „entartet“ verfemt und seither vielfach vergessen wurden.
„Ich will diese Künstler nicht zu großen Heroen stilisieren, aber man muß ihnen ein würdiges Andenken bewahren“, sagt der ehemalige Lehrer, der heute in Olpe-Rhode lebt. Jetzt zeigt er abermals eine Auswahl seiner Kollektion beim Olper Kunstverein Südsauerland. Seit 1992, als man dort den ersten Querschnitt aus Schneiders Depot präsentierte, ist die Sammlung schon wieder um ein Mehrfaches angewachsen.
Leitlinie ist die „expressive Gegenständlichkeit“, doch die rund 80 Werke könnten verschiedener kaum sein. Das weite Themenspektrum reicht von lieblichen Landschaften und arglosen Porträts bis hin zu Mahnungen vor wachsendem Ungeist … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Kunst & Museen, Politik und so
Verschlagwortet mit Gerhard Schneider, Kunstverein Südsauerland, Olpe, Sammlung Schneider, verfemt, „entartet"
Kommentare deaktiviert für Warnung vor dem Ungeist – Gerhard Schneiders Olper Sammlung mit Bildern verfemter Künstler der NS-Zeit
Wenn Rubens dem Voodoo-Kult begegnet – Wirre Pläne zu einer „Weltkunstschau“ in den Essener Messehallen
Von Bernd Berke
Essen. Vollmundiger kann man eine Schau nicht ankündigen: Die „spektakulärsten Ausstellungsräume der Welt“ würden sich ab 10. Juli in fünf Essener Messehallen für eine „kulturelle Revolution“ auftun, und zwar 24 Stunden am Tag bei freiem Eintritt.
„Erstmals“, so tönen die Veranstalter weiter, werde man bei diesem „Event“ die Entwicklung der Kunst wirklich verstehen können. Das klingt so merkwürdig wie so manches am Projekt „art open“.
Die wahrhaft simple Formel, die uns zum Verständnis aller Künste führen, ja sogar „jede Idee erklären“ soll, lautet so: „Leben (Bekanntes) + Bewußtseinserweiterung (Innovation) = Kunst“.
Aha! So einfach ist das also. Ersonnen wurde die Wunderformel vom gebürtigen Essener Dieter Walter Liedtke (54), der auf Mallorca ein kleines Museum mit Selbstgemaltem betreibt, … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen, Region Ruhr, Wahnwitz
Verschlagwortet mit art open, Dieter Walter Liedtke, Essener Messe, Harald Szeemann, Hermann Rarebell, Norbert Blüm, Vladimir Egorov, Weltkunstschau
Kommentare deaktiviert für Wenn Rubens dem Voodoo-Kult begegnet – Wirre Pläne zu einer „Weltkunstschau“ in den Essener Messehallen


