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Monatsarchive: Juli 2009
Wunder mit Widerhaken – F. C. Delius‘ Roman zur Erfindung des Computers
US-Amerikaner rühmen sich der Erfindung des Computers, doch irgendwann haben sie anerkannt, dass einst ein Deutscher die kreative Vorhut bildete: Konrad Zuse (1910-1995).
Stoff genug für Phantasien mit realistischer Sättigungsbeilage. Jetzt liegt ein Roman über Zuses Leben vor – verfasst vom vielfach bewährten Friedrich Christian Delius, der etwa auch schon das fußballerische „Wunder von Bern“ zum literarischen Spielfeld erkoren hat („Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde“, 1994).
Der Titel des neuen Buches klingt artverwandt und beschwört ebenfalls „Wunder“ herauf: „Die Frau, für die ich den Computer erfand“ geht von der Fiktion aus, dass eben jener Konrad Zuse anno 1994 einen öden Braunschweiger Festakt zu seinen Ehren „schwänzt“ und statt dessen einem Journalisten zwölf Stunden lang (!) Bekenntnisse auf Band spricht, die erst posthum publiziert werden sollen.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Alltag, Geschichte, Gesellschaft & Soziales, Literatur
Verschlagwortet mit Computer, Delius, Konrad Zuse
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Kreuz und quer durch die DDR
Sammlung oder Sammelsurium? Anregung oder Wirrnis? Solche Fragen könnte man sich stellen, wenn man jetzt eine DDR-Ausstellung in Lüdenscheid anschaut.
Der umtriebige Bielefelder Privatmann Frank Föste hat zum Themenkreis „Kalter Krieg“ und Ost-West-Konflikt offenbar alles angehäuft, was er irgend bekommen konnte – teilweise unter etwas abenteuerlichen Umständen und vor allem gleich nach der „Wende“ vor 20 Jahren. Damals war plötzlich so vieles frei verfügbar – und niemand wusste, wie lange da noch so bleiben würde. So mag man seinerzeit gedacht und rasch zugegriffen haben. Einiges davon füllt nun einen ganzen Museumstrakt über und über. Dabei ist es nur rund ein Zehntel einer gewiss imponierenden Kollektion…
Betritt man die Raumflucht der in Minden (Preußenmuseum) zusammengestellten und von Lüdenscheid übernommenen Schau, so empfängt einen gleich eingangs die Warntafel „Sperrgebiet“.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Gesellschaft & Soziales, Politik und so
Verschlagwortet mit DDR, Lüdenscheid
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Baselitz, Lüpertz, Penck: Wurzeln in der Luft
Baselitz, Lüpertz, Penck – deren Kunstfertigkeiten kennt man doch zur Genüge. Vorgestern war’s ja noch halbwegs interessant. Doch längst sind wir viel, viel weiter fortgeschritten. Wir, die ach so versierten Kunstbetrachter…
Halt! So denken vielleicht oberflächliche Gestalten im Kreiseln und Kriseln des Kulturbetriebs, die stets gelangweilt nach dem Allerneuesten verlangen und sich den Anschein des durch nichts mehr zu verblüffenden Kenners geben. Elendes Ennui-Gehabe!
Oft, ja beinahe immer lohnt ein zweiter, ein anderer Blick aufs Gewesene. Zumal dann, wenn Künstler mit früheren, weniger bekannten Arbeiten aus Phasen präsentiert werden, als ihr Werk noch im Wachsen und Werden war. Und manchmal erst recht, wenn es sich nicht um auftrumpfende Hauptwerke, sondern um eher intime Zeichnungen handelt. Hier also sind tastende Versuche und Skizzen zu finden, die sich noch näher an den Ursprüngen der Ideen bewegen als die später breit und vielleicht schon allzu selbstgewiss ausgeführten Bilder.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen, Region Ruhr
Verschlagwortet mit Baselitz, Lüpertz, Oberhausen, Penck
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Dicht vor dem Sprung
Hat jemand schon einmal den Namen Hans Kohlschein gehört? Nein? Solche Unkenntnis wäre nicht verwunderlich.
Der Mann, von dem jetzt rund 160 Arbeiten im Schloss Cappenberg zu sehen sind, gehört zu den zahlreichen Künstlern, die bestenfalls am Rande wahrgenommen worden sind. Von dieser Art muss es zwangsläufig sehr, sehr viele geben, sonst könnten sich die wirklichen Größen der Kunstgeschichte ja von niemandem abheben. Banale Erkenntnis: Nicht alle können gleichermaßen ruhmreich sein.
Man müsste allerdings fragen: Ist dem gebürtigen Düsseldorfer Kohlschein (1879-1948) eventuell Unrecht geschehen? Hätte er mehr im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen müssen? Haben Kritiker und sonstige Fachwelt einen spätimpressionistisch beeinflussten Genius schmählich übersehen? Ist er etwa (posthum) dafür bestraft worden, dass er sich nie vom Gegenständlichen abgekehrt hat? Und schließlich: Soll man ihn heute ausstellen, vielleicht gar, um ihn zu rehabilitieren?… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Cappenberg, Hans Kohlschein, Kreis Unna
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