Tagesarchive: 30. März 2013

Meine letzte „Rundschau“

So. Das war’s. Heute habe ich mein letztes Abo-Exemplar der Zeitung erhalten, die sich immer noch hartnäckig „Westfälische Rundschau“ (WR) nennt.

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Die WR lese ich seit Ende der 60er Jahre. Ununterbrochen habe ich das Blatt von 1980 bis heute bezogen, bis 2009 als „Personalstück“ für Redakteure. Auch meine Eltern haben schon die Rundschau „gehalten“, wie man es früher ausdrückte. Die konkurrierenden Ruhr-Nachrichten kamen jedenfalls all die Jahre über nicht ins Haus.

Ganz ehrlich: Allzu viel Wehmut ist nun trotzdem nicht im Spiel. Denn das, was da seit Anfang Februar geliefert wird, hat ja mit der Rundschau von früher kaum noch etwas zu tun.

Bewusst habe ich Mitte Januar, als die Entlassung der gesamten WR-Redaktion verkündet wurde, keine fristlose, sondern eine fristgerechte Kündigung an die Essener WAZ-Zentrale geschickt. Es war ja zu ahnen, dass der Konzern sonst Zicken machen würde. Mit einem hakeligen Hin und Her mochte ich meine Nerven nicht strapazieren. Außerdem wollte ich noch ein paar Wochen lang täglich beobachten, wie sich die redaktionslose Zombie-Zeitung entwickelt, also dieses abstruse Gemisch aus WAZ (Mantelteil) und Ruhr-Nachrichten (Dortmunder Lokalteil).

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