Tagesarchive: 24. April 2013

In der Oper ist alles Schicksal – die neue Spielzeit am Aalto-Theater

Tomás Netopil, der neue Chefdirigent der Essener Philharmoniker. Foto: TUP

Tomás Netopil, der neue Chefdirigent der Essener Philharmoniker. Foto: TUP

Hein Mulders, der neue „Superintendant“ der Essener Philharmonie und der Aalto-Oper, ist von der Neugier des Publikums überzeugt. „Die Leute wollen mehr wissen“, betont er stets. Nun denn: Diesem als dringlich konstatiertem Streben nach Erkenntnis dürfte in der kommenden Musiktheater-Saison üppigst Rechnung getragen werden. Mit einer ganzen Veranstaltungsreihe zum „Phänomen Oper“ etwa, zudem mit Einlassungen zur „Wahrheit bei Verdi“ oder zu „Goethe als Global Player“.

Musikwissenschaft für alle: Mulders und sein eloquenter neuer Chefdramaturg, Alexander Meier-Dörzenbach, setzen auf ein Educationprogramm für Erwachsene, das es so im Aalto wohl noch nicht gegeben hat. Zum Teil ist dieser Schwerpunkt der Tatsache geschuldet, dass zum 25. Geburtstag der Bühne eben ein paar besondere Bonbons gereicht werden. Zum anderen aber gehört dieses breite Segment der Wissensvermittlung zu einer ausgeklügelten Strategie der Vernetzung.

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Rätsel der Pyramide – Umstrittene Abi-Klausur in Mathe wird nicht wiederholt

Soeben kam es über den Ticker. Die umstrittene Klausur für den Grundkurs Mathematik der diesjährigen Abiturientia wird nicht wiederholt.

NRW-Bildungsministerin Löhrmann sieht keinen Grund für eine Wiederholung oder ein Noten-Upgrade. Die Hoffnung stirbt zwar zuletzt, aber wir hatten es nicht anders erwartet. Warum auch? Schon die gestrige Abwesenheit der Ministerin, als wütende Schüler vor ihrem Ministerium demonstrierten und ihre später nachgeschobene schmallippige Erklärung, man werde die Argumente der Schüler prüfen lassen, ließen nichts anderes erahnen. Passt ja. Es ging ja nur um ein paar Chancen für so manchen, einen Numerus Clausus zu schaffen, es ging ja – zugespitzt formuliert – nur um die Zukunft unserer Kinder.

Keine Erleichterung für den Jahrgang 2013 – im Gegenteil

Von vorne. Die schriftlichen Klausuren im Abi Doppeljahrgang 2013 sind absolviert. Ich war ja klammheimlich immer davon ausgegangen, dass der Jahrgang 2013 „geschont“ wird und man es ihnen leichter machen würde als den Jahrgängen davor. Schließlich ist es das erste Jahr, in dem auch Schüler nach nur 8 Jahren Gymnasium (G8) zur Reifeprüfung antreten und die Politik mit einem guten Notendurchschnitt beweisen könnte, dass G8 leichterdings machbar ist. Damit habe ich weit gefehlt. Sehr weit gefehlt. Gut, dass ich diese irrige Annahme vorher schön für mich behalten habe. Denn leichter ist hier gar nichts in diesem Jahr.

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Hauptbahnhof in Hagen: Vom Dom der Mobilität zur „Endstation Denkmal“

Imposant: Hauptbahnhof Hagen.

Imposant: Hauptbahnhof Hagen.

Friedrich Harkort, dessen Namen der 1931 fertiggestellte Ruhrstausee im Dreistädteeck Hagen/Wetter/Herdecke trägt, sorgte im 19. Jahrhundert dafür, dass das Bergische mit dem industriellen Dortmund im wachsenden Schienennetz verbunden wurde.

Im Revolutionsjahr 1848 war Hagen daran angeschlossen, entwickelte sich fortan zum ausgewachsenen Logistikstandort, blieb es bis heute. Als 1861 in Ruhr-Sieg-Strecke hinzu kam, war Hagen ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, hatte erste Höhepunkte im industriellen Aufbau und alles rief danach, dass dieses immer wohlhabender werdende Hagen einen repräsentativen Bahnhof im Stadtkern brauche.

Es dauerte indes noch bis zum 14. September 1910, dann wurde das Empfangsgebäude seiner Bestimmung übergeben. Repräsentativ war es und eine Zierde für die einstige Prachtstraße (heute B7), die vom Reichtum stolzer Bürger kündete und sich durch die ganze Stadt zog; eine Kathedrale der mobilen Welt, mit einem „Glockenturm“ neben dem Eingang, der auch heute noch den Reisenden die Zeit zeigt, bevor sie in das gewaltige Tonnengewölbe der Empfangshalle treten. Weiter führt der Weg zu den Gleisanlagen, die von einer zweischiffigen Halle überspannt werden, die im Ruhrgebiet und in Westfalen einzigartig ist, in ganz Deutschland zu den Raritäten zählt. Prachtvoll eben.

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Familienfreuden X: Es blüht so rot

Die mütterliche Schnelldiagnose. (Bild: Nadine Albach)

Die mütterliche Schnelldiagnose. (Bild: Nadine Albach)

„Röteln!“

Ich ließ mich auf den Stuhl fallen. Fiona hatte es wieder einmal erwischt. Kein Wunder: Der Besuch von Babygruppen à la Pekip & Co gleicht in Bezug auf Krankheiten einer Bombe mit Zeitzünder – erst nach drei Tagen weiß man, ob sie detoniert oder nicht. Diesmal aber schien der Einschlag heftig zu sein. Das Fieber kletterte in luftige Höhen. Und rote Flecken blühten auf Fi’s Wangen wie auf der schönsten Klatschmohnwiese.

„Sie ist ja total rot!“ waren denn auch die Worte, mit denen meine Mutter eine fieberhafte Internetrecherche auslöste, mit der verglichen Odysseus‘ Irrfahrt ein Witz war. Bilder von übelsten roten Malen zogen an mir vorbei: Großflächig wie Kontinente auf dem Globus, winzig klein, getupft, erhaben, pickelig… der Dreiklang aus Masern, Mumps und Röteln machte mich ganz schwach.

Und apropos: hatte ich da nicht auch schon rote Stellen am Bauch? Und das juckte wie verrückt!

Da half nur noch der Arztbesuch. Die Sprechstundenhilfe gab mir einen Termin um halb Fünf. Noch drei Stunden!

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