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Schlagwort-Archive: Feridun Zaimoglu
Die „Hitlerwerdung“ Adolf Hitlers – Feridun Zaimoglus riskanter Roman „Bewältigung“
Als Romangestalt bleibt der Autor namenlos. Zunehmend scheint es so, als hätte eine fremde Macht von ihm Besitz ergriffen, so dass er gar kein Individuum mehr sein kann; als hätte er sich selbst verloren. Dahinter steht ein furchtbar monströses Projekt: Er hat sich vorgenommen, einen Roman zu schreiben, dessen Hauptperson Adolf Hitler ist. Genauer: Es geht um die frühen Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, sozusagen um die „Hitlerwerdung“ Hitlers.
Besagter Autor hat Dutzende von Büchern durchgearbeitet, die das „Phänomen“ Hitler erschließen sollen. Er hat sich auf Recherche-Reise begeben – nach Bayreuth, wo Winifred Wagner den späteren „Führer“ angehimmelt hat; nach München, wo er einige Lieblingsorte Hitlers aufsucht; nach Dachau; zum Obersalzberg.
Mehr und mehr muss der Autor sich Hitler als glaubhafte Romanfigur anverwandeln, sonst hätte das Schreiben ja gar keinen Zweck.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Krieg & Frieden, Literatur, Politik und so, Wahnwitz
Verschlagwortet mit Adolf Hitler, Bewältigung, Feridun Zaimoglu
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Am Rande der Sprachlosigkeit: Feridun Zaimoglus Roman „Isabel“
Diese junge Frau ist ständig auf dem Sprung. Immer ist sie unterwegs durch den Dschungel der Großstadt. Ziellos hetzt sie von einem Szene-Lokal zum nächsten.
Nirgendwo findet sie Ruhe, Halt, Geborgenheit. Fast scheint es, als würde sie fliehen. Die Frage ist nur: wovor? Was hat sie Furchtbares erlebt, dass sie fast keinem Menschen mehr trauen mag und sich freiwillig in ein soziales Niemandsland begibt? Warum sucht sie, die doch schon als Schauspielerin und Model gearbeitet hat und in der Kulturschickeria Berlins bestens bekannt ist, die Nähe von Pennern und Flaschensammlern? Warum wohnt Isabel neuerdings in einer dieser anonymen Plattenbausiedlungen und verdient sich ein Zubrot damit, dass sie – eingesperrt in einen Keuschheitsgürtel – einem perversen Paar beim Sex zusieht?
„Isabel“, der neue Roman von Feridun Zaimoglu, stellt viele Fragen und gibt nur wenige Antworten.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Literatur
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Feridun Zaimoglus Roman „Ruß“: Tristesse im Ruhrgebiet
Auf den ersten Seiten betätigt sich die Hauptfigur namens Renz als Ikonenmaler. Man wähnt sich schon in einer Fälschungsgeschichte. Doch darum geht es nicht.
Die halb schäbig, halb kostbar anmutende Ikonen-Mischung aus Ruß und Goldblatt ist eigentlich schon das edelste, was uns in diesem Roman unterkommt. Der spielt überwiegend in einem gar düsteren, desolaten Ruhrgebiet, noch dazu in winterkalter Trübsal. Man lese nur ab Seite 95 die deprimierende Typenparade aus der Duisburger Fußgängerzone. Vergesst alles Gold, hier bleibt nur Ruß.
Renz ist Arzt gewesen, doch er ist längst ein gebrochener Mann und hilft nur noch seinem Schwiegervater im Kiosk aus. Da treffen sich die Abgehalfterten, die Säufer. Der Handlungsort Duisburg muss abermals für gesteigerte Tristesse herhalten, doch wir wollen gerecht sein: Wenn sich das Geschehen zwischendurch nach Polen und gegen Ende nach Salzburg und Umgebung („Plumpe Bürger…Himmel wie Dreck“) verlagert, nehmen Finsternis und Alkoholismus keineswegs ab.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Literatur, Region Ruhr
Verschlagwortet mit Duisburg, Feridun Zaimoglu, Ruß
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Verbotenes Wort
Liebe Gemeinde!
Ihr habt noch keine Osterpredigt gehört? Hier ist sie:
Viele sind stolz, dass sie gar nicht(s) mehr ****ben. Dieses triumphale Gefühl geht oft einher mit „Sündenstolz“; ein Wort, das heute kaum noch jemand verwendet. Zuletzt habe ich es aus dem Mund des weltweisen Schriftstellers Feridun Zaimoglu gehört.
Jene, die noch an etwas ****ben, werden bestenfalls milde belächelt. Sie sind so überaus naiv. Sie haben kein Zeichen der Zeit erkannt. Manchmal wird der Un****be auch aggressiv. Verdammt unangenehm.
Tatsächlich ****bt in unseren Breiten fast niemand mehr felsenfest. Übermächtig scheinen die Gründe zur tausendfachen Skepsis. Verfall, wohin man schaut. Missratene Schöpfung. Wer aber ein weiter blickt, ist vielleicht gar nicht so heilfroh, vom ****ben abgefallen zu sein. Gewiss, wir haben als Notration unsere stets auf dem Sprung liegende Ratio.… Weiterlesen
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Verschlagwortet mit Feridun Zaimoglu, Glaube, glauben
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Gespräch mit Feridun Zaimoglu: Ein böses Schillern mitten in unserer Gesellschaft
Der deutsch-türkische Schriftsteller Feridun Zaimoglu war kürzlich Teilnehmer des „Islam-Gipfels“, zu dem Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble eingeladen hatte. Ein Gespräch mit Zaimoglu auf der Frankfurter Buchmesse.
Wie haben Sie die Vorgänge um die Absetzung der Mozart-Oper „Idomeoneo“ in Berlin erlebt?
Feridun Zaimoglu: Jedenfalls will ich nicht mit dem Chor der Wölfe heulen. Plötzlich wimmelte Deutschland von Aufklärungs-Hysterikern, die gesagt haben: Wir dürfen nicht vor dem Islam einknicken. Die Politiker haben doch erst die Droh- und Druckkulisse aufgebaut. Ein Schmierentheater. Diese Leute sollen sich mal entspannen. Ich bin für Bodenhaftung. Man muss nicht gleich alles symbolisch und ideologisch aufladen wie diese Aufklärungs-Spießer.
Erklären Sie uns diesen Begriff? Sonst ist „Aufklärung“ doch positiv besetzt, oder?
Zaimoglu: Ich sage als Deutscher, der dieses Land liebt und vom religiösen Wahn bitteschön unbehelligt leben will: Ich bin aufklärungsskeptisch.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Gesellschaft & Soziales, Glaubensfragen, Literatur, Politik und so
Verschlagwortet mit Feridun Zaimoglu, Integration, Islam
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