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Schlagwort-Archive: Heinz Strunk
Deprimierend und zum Brüllen komisch – Heinz Strunks Roman „Memories of Heidelberg“
Die Ehe von Isolde und Bertram ist so abgenutzt wie ihre ausgeleierten Körper. Sex hatten die Übergewichtigen, die ihre verblichene Leidenschaft und vergessene Liebeslust mit Völlerei kompensieren, schon lange nicht mehr. Vielleicht aber könnte jetzt alles anders und wieder besser werden.
Denn um endlich mal rauszukommen aus dem Alltagstrott und um den 80. Geburtstag von Isoldes Mutter ausgiebig zu feiern, reisen die beiden Miesepeter von Oldenburg nach Heidelberg, mieten, man gönnt sich ja sonst nichts, eine Suite in einem angeblichen Nobelhotel. Leider erweist sich die Herberge am Neckar als überteuerte Klitsche. Von Wellness und Komfort keine Spur.
Lustlose Kellner, abgenudelte Musik
Um etwas Leckeres in den leeren Magen zu bekommen, versuchen sie ihr Glück auf der „Karolina“, einem zum italienischen Restaurant umgestalten ehemaligen Neckar-Fahrgastschiff.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Frauen & Männer, Literatur
Verschlagwortet mit Heinz Strunk, Memories of Heidelberg
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Gnadenlos hinsehen: Heinz Strunks Geschichten ohne Geld, Glück und Sprit
In diesem Buch begegnen wir wahrlich bizarren Personen und Zuständen. Vielfach stehen Fäulnis und Verfall menschlichen Lebens im Brennpunkt der Kurzgeschichten (besser noch: Miniaturen), die Heinz Strunk mit einer Mischung aus Abscheu und diabolischem Vergnügen schildert. Der Mann redet nicht um den heißen Brei herum, sondern steuert geradewegs drauflos und hat sich damit eine treue Anhängerschaft erschrieben.
„Kein Geld Kein Glück Kein Sprit“ steht als Titelschriftzug mit Durchstreichungen auf dem Cover. Warum nur habe ich statt Sprit zuerst immer Spirit gelesen? Naja, egal. Muss ich mit mir selbst ausmachen. Wobei Sprit ja Benzin oder Schnaps bedeuten kann. Der Titel wird jedenfalls in diversen Storys wortwörtlich und fast wie nebenbei aufgegriffen.
Schauen wir aufs Figureninventar:
Ein offenbar linkischer Nerd bewundert im Berliner Szenecafé zwei Frauen aus scheuer Distanz.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Literatur
Verschlagwortet mit Heinz Strunk, Kein Geld Kein Glück Kein Sprit
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Heillose Heilanstalt: Heinz Strunks Roman „Zauberberg 2″
Welch ein tollkühnes Unterfangen, schon mit dem Romantitel und sodann mit der Handlung in einen Vergleich mit Thomas Mann einzutreten! Mit „Zauberberg 2″ nimmt Heinz Strunk wie selbstverständlich Bezug auf Manns großen, just vor 100 Jahren erschienenen Roman „Der Zauberberg“, der bekanntlich hauptsächlich in einem Sanatorium zu Davos spielte und wortmächtig aus einem gewaltigen Gedanken- und Bildervorrat schöpfte.
Strunks Protagonist namens Jonas Heidbrink macht sich hingegen mit dem eigenen Fahrzeug in den abgelegenen und untervölkerten deutschen Nordosten auf. Der Aufenthalt in der Heilanstalt, in die er sich begibt, kostet pro Nacht exorbitante 823 Euro. Selbstzahler sind gern gesehen. Heidbrink, der sich ein Start-up mit Hightech-Idee hat abkaufen lassen, verfügt fraglos über das Geld, ist aber seelisch ein armer Tropf, schon längst zu Tode betrübt.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Literatur, Psychologie & Seelenleben
Verschlagwortet mit Der Zauberberg, Heinz Strunk, Thomas Mann, Zauberberg 2
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Mit „Normalos“ durch die Hölle – Heinz Strunks Geschichtenband „Der gelbe Elefant“
Claudia und Andi treffen Olli und Melli „beim Griechen“. Ach, wie putzig das schon klingt. Es geht in dieser Auftaktgeschichte um zwei „Pärchen“ in Lübeck. Bekanntschaft aus dem Korfu-Urlaub. Nun sondern sie beim arg misslingenden Wiedersehen dermaßen belangloses Zeug ab („super“ und „toll“ sind fast noch die klügsten Einlassungen), dass es einen beim Lesen recht ordentlich quält.
„Bitte! Jetzt nicht auch noch das!“ So möchte man den Autor anflehen. Doch ein Heinz Strunk gibt kein Pardon. Er zieht die Sache mal wieder gnadenlos durch und beleuchtet seelische Trümmerhaufen gerne grell. Schmerzlich nahe kommt er dabei einem landläufigen „Normalo“-Sound.
Auch im weiteren Verlauf seines Erzählbandes „Der gelbe Elefant“ spürt er mit Vorliebe das Normale im Bizarren und das Bizarre im Normalen auf.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Alltag, Literatur
Verschlagwortet mit Der gelbe Elefant, Heinz Strunk
Kommentare deaktiviert für Mit „Normalos“ durch die Hölle – Heinz Strunks Geschichtenband „Der gelbe Elefant“
Rückzug in die Vorhölle – Heinz Strunks Roman „Ein Sommer in Niendorf“
Vom Leben enttäuschter Mann, gestandener Jurist in seinen Fünfzigern, zieht sich für einige Zeit nach Niendorf/Ostsee zurück, um nach Bandaufzeichnungen eine Abrechnung mit seiner Familiengeschichte aufzuschreiben. Ist solch ein Plot, oftmals gehabt, nicht gewöhnlich und langweilig? Halt! Nicht, wenn sich einer wie Heinz Strunk („Fleisch ist mein Gemüse“, „Der goldene Handschuh“) der Sache annimmt.
Vor allem die (zahlreichen) Passagen, in denen Strunk sozusagen kanisterweise Unmut abfüllt und ausgießt, haben es mal wieder in sich. Just aus der kapitalen Ödnis des überwiegend von urlaubenden Senioren bevölkerten Ortes lassen sich herrlich ergiebige Szenen destillieren. Wenn man es kann…
So zieht der misanthropische Ich-Erzähler Roth vor allem mit Tiraden gegen das schmierig-saufsüchtige Faktotum namens Breda vom Leder, dessen Zugriff er sich freilich nicht entziehen kann.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Literatur
Verschlagwortet mit Ein Sommer in Niendorf, Heinz Strunk
Kommentare deaktiviert für Rückzug in die Vorhölle – Heinz Strunks Roman „Ein Sommer in Niendorf“
Heinz Strunks Roman über Fritz Honka – die schreckliche „Normalität“ eines Serienmörders
Schon der Name Fritz Honka erzeugt Grusel, zumindest bei allen, die schon etwas älter sind und die 70er Jahre bewusst miterlebt haben. Über den Mann, der mindestens vier Frauen ermordete und die Leichen zerstückelte, hat der Autor Heinz Strunk ein aussagekräftiges Buch geschrieben.
Der mit etwas über 250 Seiten eher schmale Band nähert sich literarisch einer Person, die aus den untersten Gesellschaftsschichten stammte und im Laufe des Lebens immer mehr verrohte. Doch der Schriftsteller Strunk scheint eigentlich weniger erklären als vielmehr erzählen und die Geschichte eines Mannes nachzeichnen zu wollen, dessen Taten die Boulevardpresse auch in allen Einzelheiten ausbreitete.
Strunk geht indes weniger chronologisch vor, sondern arbeitet meist mit Versatzstücken, die sich am Ende aber zu einem Bild zusammenfügen lassen. Sexbesessen, pervers, gewalttätig, versoffen sind alles treffende Begriffe, mit denen man diesen 1935 in Leipzig geborenen Serienmörder beschreiben könnte.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Alltag, Buchmarkt & Lesen, Gesellschaft & Soziales, Krimi & Kriminalität, Literatur, Psychologie & Seelenleben
Verschlagwortet mit Der goldene Handschuh, Fritz Honka, Heinz Strunk, Serienmörder
Kommentare deaktiviert für Heinz Strunks Roman über Fritz Honka – die schreckliche „Normalität“ eines Serienmörders




