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Monatsarchive: August 2006
Im Dschungel der Musik-Gebühren – GEMA-Niederlassung in Dortmund ist für ganz NRW zuständig
Von Bernd Berke
Dortmund. Wenn die GEMA zweimal klingelt, gibt’s manchmal Ärger. Denn dann werden meist Gebühren fällig. Ganz egal, ob Live-Band, gekaufte und gebrannte CDs oder MP3-Datei via Internet: Wer öffentlich Musik abspielt, muss mit der GEMA rechnen.
Diese Gesellschaft (siehe Infos am Schluss) zieht Urheberrechts-Gebühren im Namen von Komponisten, Textern und Musikverlegern ein. Die Dortmunder GEMA-Geschäftsstelle mit über 100 Mitarbeitern ist für ganz NRW zuständig. Was tut sich hier?
Bezirksdirektor in Dortmund ist Erich Wulff, der zuvor in der Geschäftsleitung einer Brauerei tätig war. Die Kundschaft blieb teilweise gleich: Früher hat Wulff den Gaststätten Bier liefern lassen, heute lässt er von rund 40 Außendienstlern prüfen, welche Musik dort gespielt wird.
Manchmal gibt es Reibereien
Die GEMA ist ungefähr so beliebt wie die Gebühreneinzugszentrale (GEZ).… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Musik & Konzert, Tonträger, Wirtschaft & Geld
Verschlagwortet mit Dortmund, Erich Wulff, Gebühren, GEMA, Musik & Konzert
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Auf dem Markt der Meinungen – die Debatte um Grass und die Waffen-SS
Von Bernd Berke
Bitte, bitte, lasst die Debatte um Günter Grass und seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS nun langsam ausklingen! Lesen und Nachdenken wären jetzt erst einmal eine prima Alternative.
Seit einer Woche wogen Rede und Widerrede hin und her, drunter und drüber. Jede halbwegs prominente Gestalt hat sich mittlerweile geäußert, nur der Philosoph Jürgen Habermas nicht. Oder haben wir da im Getümmel etwas überhört? Der Meinungsmarkt ist übersättigt. Derlei aufgeregte Diskussionen bekommen wir wohl nur am Standort Deutschland hin. Vor allem erzkonservative Gemüter haben die Gelegenheit, ihrem langjährigen Widersacher Grass etwas heimzuzahlen, weidlich genutzt.
Besonders markig war der Aufschrei des Flensburger CDU-Hinterbänklers Wolfgang Börnsen, der in der „Bild“-Zeitung forderte, Grass solle seinen Nobelpreis zurückgeben. Börnsen wurde daraufhin von einer Nachrichtenagentur sogleich eilfertig als „Kulturexperte“ bezeichnet.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Gesellschaft & Soziales, Krieg & Frieden, Literatur, Medien, Politik und so
Verschlagwortet mit Bild-Zeitung, Debatte, FAZ, Günter Grass, Ulrich Wickert, Waffen-SS, Wolfgang Börnsen
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Was heißt denn hier „Provinz“? – Neue dauerhafte Lichtkunst-Installation von Rebecca Horn in Unna
Von Bernd Berke
Unna. Im New Yorker Guggenheim-Museum bekam sie schon vor Jahren eine Einzelschau. Auch in Paris, London, Berlin und bei der Kasseler documenta war sie oft präsent. Jetzt hat es die Künstlerin Rebecca Horn (62) nach Unna verschlagen.
Im Zentrum für Internationale Lichtkunst (genauer: im Gewölbekeller der einstigen Lindenbrauerei) ist jetzt auf Dauer Rebecca Horns raumfüllende Installation „Lotusschatten 2006″ zu sehen.
Eine weltweit renommierte Künstlerin in der „Provinz“? Die Künstlerin selbst sieht es anders: „Mir kommt es nicht auf die Stadt, sondern auf die künstlerische Umgebung an.“ Tatsächlich befindet sich ihre neue Installation im Lichtkunst-Museum in bester Nachbarschaft: Hier gibt es bereits Arbeiten von Mario Merz, Mischa Kuball, Josef Kosuth, James Turrell und Christian Boltanski. Die Liste ist documenta-würdig.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Axel Sedlack, Lichtkunst, Lotusschatten, Rebecca Horn, Unna, Werner Kolter, Zentrum für Internationale Lichtkunst
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Die ganze Vielfalt des Landes – Mediathek von WAZ-Mediengruppe und WDR startet im September / Bücher, CDs und Filme über NRW
Von Bernd Berke
Essen. „Wir in Nordrhein-Westfalen. Unsere gesammelten Werke“. So heißt eine neue Edition mit allmonatlich erscheinenden Büchern, DVDs und CDs, die Anfang September startet.
Starke Partner sind im Boot: Die WAZ-Mediengruppe, zu der auch die Westfälische Rundschau gehört, arbeitet bei diesem großen Projekt mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) zusammen. Dritter im Bunde ist der Essener Klartext-Verlag. Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ-Gruppe, und WDR-Intendant Fritz Pleitgen stellten die gemeinsame Edition gestern im Design-Zentrum der Essener Zeche Zollverein vor.
Auf vorwiegend unterhaltsame Weise soll die Reihe das Landesbewusstsein in NRW stärken – passend zum bevorstehenden 60. „Geburtstag“ unseres Bindestrich-Bundeslandes. Dabei kommen alle Lebensbereiche in Betracht: Geschichte, Politik, Wirtschaft, Kultur, Natur und Sport, aber auch der ganz normale Alltag in der Region.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Buchmarkt & Lesen, Kino, Literatur, Medien, Region Ruhr, Scherz, Satire, Ironie, Stadt Land Fluss, Tonträger
Verschlagwortet mit Bodo Hombach, Bücher, CDs, DVDs, Fritz Pleitgen, Mediathek, Nordrhein-Westfalen, NRW, WAZ-Gruppe, WDR, Wir-Gefühll
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Fieberträume im Komödienstadl – Kinofilm „Wer früher stirbt, ist länger tot“
Von Bernd Berke
Eins muss man dem jungen Filmemacher Marcus Hausham Rosenmüller schon mal lassen: Seine Titel klingen prägnant.
Ein kürzeres Werk hieß vor Jahren „Nur Schreiner machen Frauen glücklich“. Jetzt absolviert er sein abendfüllendes Spielfilmdebüt mit „Wer früher stirbt, ist länger tot“. Wer wollte an der Wahrheit dieses Satzes zweifeln?
Hauptfigur ist der 11-jährige Sebastian, der in einem bayerischen Dorf lebt. Der Radius zwischen Schule und Bauernhof wird hier kaum je überschritten. Da fühlt man sich ein wenig an die seligen „Lausbubengeschichten“ eines Ludwig Thoma erinnert.
Zwischendurch wird’s allerdings ernst. Sebastians Mutter ist bei seiner Geburt gestorben. Nun fühlt er sich irgendwie schuldig an ihrem Tod. Es plagt ihn fortan eine Sorte von Alp- und Fieberträumen, die wirkt, als hätte sich der Schreckensmaler Hieronymus Bosch in den Komödienstadl verirrt.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kino
Verschlagwortet mit Bayern, Kino, Marcus Hausham Rosenmüller, Wer früher stirbt ist länger tot
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Ein flexibler Sozialist mit Lebensstil – Zum 50. Todestag: 25 Gründe, sich mit Bert Brecht zu beschäftigen
Von Bernd Berke
Am kommenden Montag jährt sich der Todestag des „Stückeschreibers“ Bert Brecht zum 50. Mal. Wir machen es halblang: Hier sind 25 und nicht 50 Gründe, sich mit Brecht zu beschäftigen. Nicht alle lassen ihn sympathisch erscheinen. Doch man sollte sich seinen Werken zuwenden, weil…
l) …er sich angeblich die proletarisch wirkenden Klamotten zuweilen vom Maßschneider anfertigen ließ. Der Mann hatte schon Stil, bevor der Begriff Lifestyle aufkam.
2) Weil er 1916 – im Schüleraufsatz – den Satz des Horaz in der Luft zerfetzte, es sei süß und ehrenvoll, für das Vaterland zu sterben. Es war mitten im Ersten Weltkrieg.
3) Weil der flexible Sozialist souverän genug war, auf die Frage nach seinem Lieblingsbuch zu antworten: „Sie werden lachen – die Bibel!“… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Krieg & Frieden, Lebenswege, Literatur, Theater
Verschlagwortet mit 50. Todestag, Bert Brecht, Bertolt Brecht
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Wenn Kunst sich zum Event wandelt – Caspar rockt: Die C. D. Friedrich-Schau in Essen steuert auf 250 000 Besucher zu
Von Bernd Berke
Essen. Davon kann man in Dortmund einstweilen nur träumen: Eine Kunstausstellung, die jetzt stracks auf 250 000 Besucher zusteuert – und freitägliche Öffnungszeiten bis 24 Uhr (heute ist es wieder so weit). Die Schau „Caspar David Friedrich. Die Erfindung der Romantik“ im Essener Museum Folkwang dürfte in diesem Jahr regionale Rekorde aufstellen. Woran mag’s liegen?
Besagter Freitag mit der Möglichkeit zum Besuch bis Mitternacht. Zwar gibt es gerade keine Warteschlangen bis zur Straße hinaus, doch das Haus ist in diesen Stunden durchaus sehr belebt. Erstaunlich genug: Auch zahlreiche jüngere Leute sind am späten Abend hier, die man um diese Zeit eher auf diversen anderen „Szenen“ erwarten würde. Das Folkwang-Museum hat es offen bar verstanden, die Friedrich-Werke als „Event“ zu inszenieren, das man erlebt haben muss.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit C. D. Friedrich, Caspar David Friedrich, Essen, Museum Folkwang
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Schönheit am Rande des Schreckens
Kommentar
Von Bernd Berke
Was hat der US-Künstler Spencer Tunick mit 850 Nackten in Düsseldorf angerichtet? War es etwa eine Form jener lebensnahen „sozialen Skulptur“, von der Joseph Beuys („Jeder Mensch ist ein Künstler“) zeitlebens geträumt hat? Nur bedingt.
Man muss das Körper-Werk gar nicht so avanciert finden. Im Grunde knüpft es an bei der akademischen Tradition sorgfältiger Aktstudien, mit denen sich Generationen von Künstlern geplagt haben. Der emotionale Raum, den Tunicks Aktion eröffnet, ist ungeheuer weit: Er reicht buchstäblich von Adam und Eva über die alten Griechen und Rousseau („Zurück zur Natur“) – letztlich bis nach Auschwitz…
Tunick malt oder zeichnet nicht, sondern lässt Menschen antreten und gebärdet sich so „diktatorisch“, wie es die Regisseure der Kultur mitunter zu tun pflegen.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Gesellschaft & Soziales, Kunst & Museen, Leibesübungen
Verschlagwortet mit Aktionskunst, Nacktheit, Spencer Tunick
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