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Tagesarchive: 12. September 2011
Auftakt für den Duisburger Wunschkandidaten
Der Zwang zum Kollektiv fördert unter Orchestermusikern oft die tollsten Eigenwilligkeiten. Nicht selten feiern Cliquenbildung und Querulantentum fröhliche Urständ. Die Duisburger Philharmoniker aber scheint, wenn es darauf ankommt, ein glücklicherer Geist zu vereinen.
Auf der Suche nach einem neuen Chef, der den im Mai 2011 verabschiedeten Publikumsliebling Jonathan Darlington als Generalmusikdirektor beerben könnte, sprach sich das Orchester mit geschlossener Stimme für den 1965 in Rom geborenen Dirigenten Giordano Bellincampi aus. Von der Rheinoper mit der musikalischen Leitung von Giacomo Puccinis „La Bohème“ betraut, muss zwischen Dirigent und Orchester ein so positives Arbeitsklima entstanden sein, dass die Musiker den in Kopenhagen lebenden Römer einmütig zum Wunschkandidaten ernannten.
Glückliches Duisburg, wo der Wille des Orchesters nicht etwa von Macht- und kulturpolitischen Interessen … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Musik & Konzert
Verschlagwortet mit Bellincampi, Duisburg, Mercatorhalle, Serge Zimmermann
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KAUM Gedicht
K a u m
Als ich vierzehn war sagte mein Vater er habe Furcht ich hätte kein Gefühl da ich außer Balladen erkennbar kaum Gedichte mochte.
Als ich achtzehn war bedeuteten mir Trakls Schwermut und Sprachklang viel und Hölderlins heilige Nüchternheit kaum weniger.
Als ich zwanzig war drängte ich mich selber verwegen ins Gedicht und verstummte kaum ehe ich begann.
Heute mit fünfzig und mehr f i n d e ich noch immer – Gesuchtes und Ungesuchtes.
… WeiterlesenGeschichten vom Herrn Kaum (5)
Herr Kaum und Roberto Bolaños neueste posthume Bücher
Dass sich Herr Kaum seit „2666“ für die Bücher von Roberto Bolaño interessiert, ist längst kein Geheimnis mehr. So kam, als er im August gerade in Salzburg war, die deutsche Übersetzung des frühen, nachgelassenen Bolaño-Romans „Das Dritte Reich“ soeben neu heraus und lag in stattlicher Anzahl und in Form einer schon äußerlich ansprechenden Ausgabe des Hanser Verlags deutlich sichtbar in der Rupertus-Buchhandlung und auch bei Höllriegel aus.
Anfang September in Florenz nun fand Herr Kaum überraschend eine 2011 bei Anagrama in Barcelona erschienene, insofern also originalsprachige Ausgabe von „Los sinsabores del verdadero policía“ vor, bedauerlicherweise zum stolzen Preis von 23,00 €. Da es sich aber um das einzige in der sehr großen … Weiterlesen
Geschichten vom Herrn Kaum (4)
IM SAAL DER VENUS MIT DEM HÜNDCHEN
Eine grazile Italienerin, die wie eine Russin sprach, vielleicht eine Russin war, jedenfalls eine russische Gruppe durch die Uffizien führte, inszenierte vor den Bildern, zumal der Venus von Urbino, sehr gesten-, pausen- und wortreich und doch dosiert, ein höchst wirkungsvolles Frage- und Antwortspiel … mit sich selber. –
Mit geschmeidiger, mit insinuierend schmeichelnd schöner Stimme.
Höchst attraktiv und anziehend. –
Wer hörte da nicht – wiewohl dieser fremden Sprache kaum mächtig … und doch sie jäh zutiefst verstehend – mit einem Male die Sprache Puschkins in Vollendung? –
Sie hörend und sehend
wen denn? die Sprache? die Stimme? die Frau?
Sie hörend und sehend
ward Herr Kaum
– verliebt –
für einen noch … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kultur an sich, Kunst & Museen, Liebesleben, Sprache
Verschlagwortet mit Florenz, Russisch, Uffizien
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Geschichten vom Herrn Kaum (3)
AUSSPARUNG AUF ITALIENISCH 6. September 2011 / gegen 21 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit
Als Herr Kaum und Frau Kaum-Wenig bei Impruneta kurz auf die Autobahn fuhren, um sie bei Firenze Sud gleich wieder zu verlassen, stockte es vier, fünf Wagen davor beharrlich mit einem – beim wohl anzunehmenden Versuch der Zahlung der Maut. Kurzerhand sprang da nach einigen wenigen Minuten die Anzeigeampel der Nebenspur auf Grün und alle inzwischen Wartenden fuhren frei und ohne Entgelt durch, selbst wenn sie von weit her, etwa vom Brennero her gekommen wären.
… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Unterwegs
Verschlagwortet mit Herr Kaum; Urlaubsreise; Italien; Autobahn, Italien
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Geschichten vom Herrn Kaum (2)
UNMERKLICHE BEGEBENHEIT
Kaum zu glauben – und seine Frau, Pauline Kaum-Wenig, die mit dabei war, hat’s ja auch nicht gesehen, es, wie sie nachher ihm gegenüber bekannte, überhaupt nicht bemerkt – , aber er, Johannes Kaum, Zwillingsbruder von Hieronymus Kaum, könnte unverzüglich und jederzeit beschwören, dass es genau so war. Sieht man denn immer nur, fast immer nur, was man selber für möglich hält? –
Am 13. August, am 50. Jahrestag des Ulbrichtschen Mauerbaus, gab es im Großen Festspielhaus in Salzburg die Generalprobe der Wiener Philharmoniker zur für den folgenden Tag vorgesehenen Aufführung von Guiseppe Verdis „Requiem“. Mit dem 2. Satz, dem „Dies Irae“-Satz, stellte sich bei Herrn Kaum für einige Takte das ein, was sich bei ihm bei wirklich … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Musik & Konzert
Verschlagwortet mit Klassische Musik, Requiem, Salzburger Festspiele, Verdi, Wiener Philharmoniker
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Geschichten vom Herrn Kaum (1)
HERR KAUM UND BRIGITTE KRONAUER
Einmal kam der junge Herr Kaum im Zug von Köln Hauptbahnhof nach Essen, über 40 Jahre ist das schon her, mit einer hübschen jungen Frau ins Gespräch, die sich als Autorin zu erkennen gab. Etwa 20 Minuten lang unterhielt sie sich mit Herrn Kaum über literarische Dinge, bis sie am Ende plötzlich sagte: „Wissen Sie eigentlich, daß Sie fortwährend nur Klischees bedienen? Ich bin das jetzt leid, mir das weiter anzuhören. Dafür ist mir meine Zeit zu schade.“ Herr Kaum fand sich im Mark getroffen. Er hatte sich doch so sehr ins Zeug gelegt und ganz ehrlich sein Bestes gegeben. Er verstummte verstört, ja geschockt, und redete fortan kein Wort mehr. Die Angst vor den … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Sprache
Verschlagwortet mit Brigitte Kronauer, Literatur, Ruhrgebiet
Kommentare deaktiviert für Geschichten vom Herrn Kaum (1)
Bayreuth – Essen und zurück: Die Harfenistin Gabriele Bamberger im Bayreuther Festspielorchester
Sie ist wieder zu Hause. Zwei Monate Bayreuth sind vorbei. Nun probt die Harfenistin der Essener Philharmoniker für die neue Saison. Gabriele Bamberger hat ihren Urlaub im Orchester der Festspiele verbracht. Ein Arbeits-Urlaub also? Die lebhafte Virtuosin der sanften Saiten widerspricht: „Bayreuth ist keine Anstrengung. Es ist wie Urlaub mit Harfe spielen.“ Seit 1985 ist die gebürtige Österreicherin – mit wenigen Unterbrechungen – Mitglied des Festspielorchesters. Nächstes Jahr ist sie zum zwanzigsten Mal dabei. Und freut sich schon wieder auf die Herausforderung, im berühmten verdeckten Graben fünf Wagner-Opern hintereinander zu spielen.
Wie viele andere Musiker und Sänger bestätigt auch Gabriele Bamberger: In Bayreuth zu arbeiten, ist etwas Besonderes. Welches Orchester hat schon vier Harfen, in den „Ring“-Jahren sogar sechs? In … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Festivals, Lebenswege, Musik & Konzert
Verschlagwortet mit Bayreuth, Essener Philharmoniker, Festspielorchester, Gabriele Bamberger
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