Im Nebel

Da lagen sie vor einem, die Richtungen,

himmlisch, teuflisch, weit & nah.

Es ging links ab, es ging rechts ab.

Aber es ging auch durch die Mitte.

Manches schien fern, anderes zum Greifen nah.

Wieviel Illusionen lagen im Nebel?

Manchmal sah man die Hand vor Augen nicht.

Was sah man denn überhaupt?

Es war still.

Die Dächer schwiegen,

und selbst die Geister schienen noch nicht erwacht,

aber schliefen sie überhaupt?

Was konnte man eigentlich über den Nebel sagen?

Und was konnte man über sich im Nebel sagen?

Dass man auf einen Leuchtturm hoffte?

Dass man diesen schwülen, dunstigen Regenwald satt hatte?

Auf das kleinste Geräusch hörte man.

Schon ein Lichtschimmer hätte genügt.

Ein Pfiff, ein Ruf.

Alles im Nebel.

Man konnte sich hinhocken.

Man konnte warten.

Aber wie lange wollte man warten?

Foto / Text: Stefan Dernbach ( LiteraTour )

teilen, mailen, druckenShare on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterPin on PinterestShare on LinkedInShare on TumblrShare on StumbleUponEmail this to someonePrint this page

Über Stefan Dernbach

Freier Autor, soweit man von Freiheit sprechen kann Prosa & Lesungen Journalismus Bloggen Fotografie Vorläufiger Exil-Ort: Siegen
Dieser Beitrag wurde unter Alltag, Lebenswege, Literatur abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Kommentare zu Im Nebel

  1. Stefan Dernbach sagt:

    🙂

  2. Bernd Berke sagt:

    Weiße Bescheid.

  3. Stefan Dernbach sagt:

    Die Perlen gibts eh nicht zum Nulltarif

  4. Stefan Dernbach sagt:

    Danke

    es ginge anders, aber das Schöne,
    es muss nicht

  5. Hans Hermann Pöpsel sagt:

    Vielleicht sei etwas Sprachkritik erlaubt: Klischee-Wendungen wie „die Hand vor Augen“ oder „zum Greifen nah“ entwerten jede Lyrik und Prosa. Zu einem guten Text führt eben nur Selsbtdisziplin, meine ich. Also auf ein Neues.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.