Tagesarchive: 1. August 2011

Im Nebel

Da lagen sie vor einem, die Richtungen,

himmlisch, teuflisch, weit & nah.

Es ging links ab, es ging rechts ab.

Aber es ging auch durch die Mitte.

Manches schien fern, anderes zum Greifen nah.

Wieviel Illusionen lagen im Nebel?

Manchmal sah man die Hand vor Augen nicht.

Was sah man denn überhaupt?

Es war still.

Die Dächer schwiegen,

und selbst die Geister schienen noch nicht erwacht,

aber schliefen sie überhaupt?

Was konnte man eigentlich über den Nebel sagen?

Und was konnte man über sich im Nebel sagen?

Dass man auf einen Leuchtturm hoffte?

Dass man diesen schwülen, dunstigen Regenwald satt hatte?

Auf das kleinste Geräusch hörte man.

Schon ein Lichtschimmer hätte genügt.

Ein Pfiff, ein Ruf.

Alles im Nebel.

Man konnte sich hinhocken.

Man konnte warten.

Aber wie lange wollte man warten?

Foto / Text: Stefan Dernbach ( LiteraTour )

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