Tagesarchive: 31. August 2011

Nun hat sie ausgeglüht

Diesen 31. August 2011 hat sie noch, dann muss sie aus unserem Alltag für immer verschwinden, weil es EU-Gewaltige in Brüssel so wollen, weil Umwelt mit ihr immer schon Schaden genommen haben muss, weil von mir natürlich stets gemutmaßte wirtschaftliche Interessen dahinter stecken: Die 60-Watt-Glühbirne ist alsbald nur mehr im Museum zu betrachten – natürlich außer Betrieb, denn der ist von mächtigen EU-Kommissaren strikt untersagt.

In der „Reina Sofia“ konnte mensch sie schon lange als museales Objekt betrachten. Öl auf Leinwand, in exponierter Situation von Pablo Picasso auf der „Guernica“ verewigt. Demnächst vielleicht ein finaler Auftritt im Ruhrmuseum auf Zeche Zollverein in Essen. Oder direkt neben Exponaten aus dem umfänglichen Schaffen eines Joseph Beuys.

Nun preisen alle die, die etwas zu sagen haben (oder auch nichts), neue, hochtechnische Leuchtmittel an wie E 10 fürs Automobil, künden, dass dieser Einschnitt ein Schritt hin zur unmittelbar bevorstehenden Sanierung des Weltklimas sei, aber von möglichen Problemen redet niemand.

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Träumen ohne Sigmund Freud

Psychoanalytiker und Patienten, die hofften, auf der Couch verquasten Träumen und verdrängten Wünschen auf die Spur zu kommen, müssen dieser Tage ganz tapfer sein. Nicht genug, dass der französische Philosoph Michel Onfray meint, Sigmund Freuds Lehre sei bloß ein auf Hirngespinsten und Obsessionen basierendes Konstrukt und der Ödipus-Komplex eine Legende. Jetzt haben auch noch Neurologen und Psychologen der Universität Zürich Freuds Traumdeutung entzaubert.

Freuds These, wir würden in unseren Träumen einen Weg zum Unbewussten finden und, symbolisch verschlüsselt, unsere geheimsten Wünsche und Aggressionen bearbeiten, ist für die Zürcher Wissenschaftler reiner Humbug. Nach Verkabelung und Untersuchung hunderter Schlafpatienten fanden sie heraus, dass Träume sehr wenig mit der Verarbeitung von Realität zu tun haben: Der Traum ist eine Form kreativen Denkens, der Träumende löst sich von eingefahrenen Denkmustern und erlebt und verarbeitet Themen in neuen Zusammenhängen: Nicht ohne Grund hat Paul McCartney behauptet, er habe die Melodie von „Yesterday“ geträumt.

Träume, so die Zürcher Erkenntnis, sind „die Wächter des Schlafes“. Mit den Worten eines von den Schlafforschern befragten jungen Mädchens kann man auch sagen: „Wir träumen, damit uns im Schlaf nicht langweilig wird.“

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„Roller Girl“: Auf Rollen erwachsen werden

Bei „ROLLER Girl – Manchmal ist die schiefe Bahn der richtige Weg“ (im US-Original Whip it) handelt es sich um die Verfilmung des Buches Derby Girl von Shauna Cross. Der Film handelt von der 17-jährigen Bliss Cavendar aus dem texanischen Kaff Bodeen, die von ihrer Mutter von einem Schönheitswettbewerb zum anderen „Mutter-Tochter-Lunch“ getrieben wird und sich in Wirklichkeit gar nicht dafür interessiert. Bliss, die in Bodeen zur Schule geht und mit ihrer besten Freundin in einem Imbiss jobbt, kommt mit ihrer Mutter in die nahegelegene Großstadt Austin (Texas) und erfährt dort etwas vom Vollkontaktsport auf Rollschuhen namens Roller Derby, einer Art Mannschaftsrennen ((bzw. „Frauschaftsrennen“, da Roller Girl primär von Frauen gespielt wird)) auf Rollschuhen, wo es teilweise recht ruppig zugeht.

Gemeinsam mit ihrer Freundin machen sie sich heimlich (unter dem Vorwand ein Football-Spiel zu besuchen, was Ihnen beinahe Bliss‘ Vater nicht nur als Fahrer sondern auch als Mitzuschauer beschert) auf den Weg nach Austin, um sich das Rennen anzuschauen. Dort passiert es dann – um Bliss ist es geschehen, denn sie ist total begeistert von dem Spiel auf den Rollschuhen und will da mitmachen. Außerdem sieht sie auch Oliver, einen Zuschauer des Roller Derbys, für den sie zu schwärmen beginnt. Nach dem Derby spricht sie mit einer der Spielerinnen, die sie einlädt doch mal zum Training zu kommen, was Bliss gerne annimmt…

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