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Zum Tod von Götz George: Was für ein Kerl mit welch einem Herzen! – Wiedersehen mit „Schimanskis“ erstem Fall

Und schon wieder so eine zutiefst betrübliche Nachricht: Der Menschendarsteller Götz George ist, wie jetzt bekannt wird, bereits am 19. Juni mit 77 Jahren gestorben. Gewiss: Er hat auf der Theaterbühne, im Kino und im Fernsehen viele, viele Rollen eindrucksvoll verkörpert. Doch nicht nur uns im Revier bleibt er naturgemäß vor allem als „Schimanski“ in Erinnerung. Daher hier noch einmal der Rückblick auf seinen allerersten „Tatort“-Fall, wie er in den Revierpassagen am 22. Juli 2013 geschildert wurde:

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Von Zeit zu Zeit liebe ich ein Wiedersehen solcher Art. Darum habe ich mir jetzt den allerersten Schimanski-„Tatort“ noch einmal angeschaut. Untertitel: „Duisburg-Ruhrort“. Erstausstrahlung: 28. Juni 1981. Damalige Zuschauerzahl: 15,38 Millionen.

Wenn ich mich recht entsinne, durfte ich den Film schon damals zur Erstausstrahlung rezensieren. Ich lese lieber nicht nach, was ich da geschrieben habe. So viel Wiedersehen muss denn doch nicht unbedingt sein.

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Neuer Schimanski-Film „Loverboy“: Auch als Rentner noch ein Pfundskerl

Endlich mal wieder ein neuer Schimanski, werden seine Fans gedacht haben. Ein neuer? Nun, eigentlich ein in die Jahre gekommener. Am Anfang wurde er gleich mehrfach in seiner Männlichkeit demontiert und (mit einer gehörigen Prise Selbstironie) zum „alten Sack“ gestempelt. Er nennt sich ja inzwischen selbst so.

Zuerst war’s nicht das, was man argwöhnte, als Horst Schimanski (Götz George) da mit seiner Freundin Marie-Claire im Paternoster fuhr. Es ging nicht um Fleischeslust, sondern nur um den Sitz seines engen Anzugs. Kurz darauf frotzelte seine Liebste: „Auf die Größe kommt’s nicht an, müsstest du doch am besten wissen…“

Das Draufhauen nicht verlernt

Jaja, das ging schon fast in Richtung Diskriminierung, war aber natürlich liebevoll parodistisch gemeint. Dass „Schimi“ auch im gesetzteren Alter noch impulsiv draufhauen kann, wenn auch nicht mehr ganz so erfolgreich wie ehedem, das durfte er im Film „Loverboy“ (ARD) gleich mehrfach beweisen.

Er kann's noch: Allerdings nimmt Schimanski (Götz George) hier nur einen Schüler in den Schwitzkasten. (© WDR/Uwe Startmann)

Er kann’s noch: Allerdings nimmt Schimanski (Götz George) hier nur einen Schüler in den Schwitzkasten. (© WDR/Uwe Startmann)

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Wie sich die WAZ über Götz George aufregt

Welch eine Aufregung! Ein Interview des Schauspielers Götz George mit „Spiegel online“ hat die WAZ in Aufruhr versetzt.

Geradezu stammelnd und nach verbaler Schnappatmung klingt der Einstieg zum Bericht auf Seite drei: „Götz George zieht her. Über Duisburg…“ Gar auf der Titelseite kommentiert der stellvertretende Chefredakteur Wilhelm Klümper den vermeintlich skandalösen Vorfall als Erregungsthema des Tages. Überschrift: „Der anmaßende Schauspieler“

Das knackige Gespräch, in dem Götz George („Schimanski“) Duisburgs Mitte zunehmend verwechselbar und manche Randbezirke verwahrlost nennt, hätte die WAZ sicherlich gern selbst geführt. Was der Schauspieler da gesagt hat, klingt übrigens ziemlich plausibel. Auch sein zorniger Befund über das Geschäftsgebaren des mit einem einzigen Euro eingestiegenen Karstadt-Käufers Nicolas Berggruen, der sich zu Unrecht als „Heilsbringer“ inszeniere, hat wohl einiges für sich.

Ausriss aus der WAZ-Titelseite vom 7. November 2013

Ausriss aus der WAZ-Titelseite vom 7. November 2013

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Götz George als sein umstrittener Vater Heinrich: Entlastung aus lauter Sohnesliebe

Seit Wochen schreiben die Zeitungen in gehöriger Länge darüber. Jetzt ist das Fernseh-Ereignis erstmals bei arte zu sehen gewesen. In „George“ spielt der große Götz George seinen vielleicht noch größeren Vater Heinrich George. Der hatte sich in der NS-Zeit zutiefst verstrickt und in üblen Propagandafilmen wie „Jud Süß“ oder „Kolberg“ mitgewirkt.

Ein wahrlich heikles, geschichtlich schwer belastetes Thema, das unbedingt eine filmische Aufarbeitung wert ist. Man kann nur zu gut verstehen, dass Götz George sich dem Mythos seines Vaters nähern möchte, der ihn seit jeher umtreibt. Aber es war wohl keine gute Entscheidung, dass er den Altvorderen selbst dargestellt hat. Was da alles mit hineinspielt! Und wie da in nahezu jeder Szene die dringend nötige Distanz fehlt…

Götz George als Heinrich George - in der Rolle des "Götz von Berlichingen". (© SWR/Thomas Kost)

Götz George als Heinrich George – in der Rolle des „Götz von Berlichingen“. (© SWR/Thomas Kost)

Fehlende Distanz

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TV-Nostalgie (1): Was für ein Kerl! – Ein Wiedersehen mit Schimanskis erstem Fall

Von Zeit zu Zeit liebe ich ein Wiedersehen solcher Art. Darum habe ich mir jetzt den allerersten Schimanski-„Tatort“ noch einmal angeschaut. Untertitel: „Duisburg-Ruhrort“. Erstausstrahlung: 28. Juni 1981. Damalige Zuschauerzahl: 15,38 Millionen.

Wenn ich mich recht entsinne, durfte ich den Film schon damals rezensieren. Ich lese lieber nicht nach, was ich da geschrieben habe. So viel Wiedersehen muss denn doch nicht unbedingt sein.

Anlass der erneuten (leider nächtlichen) Sendung im WDR-Programm war natürlich der 75. Geburtstag von Götz George (23. Juli). Der Darsteller, der mit den Jahren zusehends die Statur eines – auch ohne viele Worte – allseits Respekt gebietenden Titanen angenommen hat, taucht dieser Tage häufiger auf; vor allem in der Rolle seines Vaters, des in die NS-Zeit verstrickten Schauspielers Heinrich George (arte, 22. Juli, 20.15 Uhr und ARD, 24. Juli, 21.45 Uhr). Doch dazu kommen wir noch in einem anderen Beitrag.

Handreichung: Götz George als Schimanski (rechts) und Eberhard Feik als Thanner. (© WDR)

Handreichung: Götz George als Schimanski (rechts) und Eberhard Feik als Thanner. (© WDR)

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„Der Druck ist weg, der Ehrgeiz nicht“ – Der Schauspieler Götz George wird 60 Jahre alt

Von Bernd Berke

So viel Aufhebens ist von einem 60. Geburtstag lange nicht mehr gemacht worden: Im Fernsehen gibt es reihenweise Sendungen mit ihm und über ihn, die Deutsche Presseagentur schnürte ein umfangreiches „Themen-Paket“. Er hat’s aber auch wirklich verdient: Götz George, der heute 60 Jahre alt wird.

Die wirklich dauerhaften Stars des deutschen Kinos und Fernsehens kann man an einer Hand abzählen – neben Mario Adorf gehört Götz George unbedingt zum erlesenen Kreis. Der gebürtige Berliner gilt als überzeugter „Preuße“, was Pünktlichkeit und Arbeitseifer angeht. Doch in diesem Rahmen ist er zu jeder Spontaneität fähig, heißt es.

Sein Rollenspektrum umfaßt gleichsam alle Farben des Regenbogens, er hat sich nie auf eine Couleur festlegen lassen: Bereits 1953, mit 15 Jahren, hatte er sein Kinodebüt – neben Romy Schneider in „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“.

Fassbinder drehte ihm den Rücken zu

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