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Schlagwort-Archive: Grundschule
„Komm, liebe Sau…“
Weiß auch nicht, warum ich mich ausgerechnet jetzt an diese kleine Episode erinnere. Egal. Sei’s drum.
Ich muss ungefähr acht oder neun Jahre alt gewesen sein. Es stand ein Grundschul-Diktat an (damals hieß diese Schulform noch „Volksschule“). Ein herziger, ziemlich bescheuerter Satz, den wir zu schreiben hatten, lautete so: „Komm, liebe Sonne und scheine!“ Da stach mich der Hafer, wie man damals wohl zu sagen pflegte.
Flugs war der Satz im kleinen Geiste umgewandelt, und zwar wie folgt: „Komm, liebe Sau und scheiße!“ Haha. Wie gesagt, es war Achtjährigen-Humor. Frei nach Karl Valentin: Mögen hätt‘ ich schon wollen, aber dürfen habe ich mich nicht (gleich) getraut. Also fragte ich meinen Nebenmann, ob ich das wirklich hinschreiben solle.… Weiterlesen
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Ein Kommentar
Familienfreuden XXIX: Ohren bohren
„Ohrlochen stechen GRATIS!“, stand in verschnörkelten Lettern auf roséfarbenem Grund am Eingang des Modeschmuck-Ladens, an dem ich vorbeieilte. Ohrlöcher stechen? Gratis? Das klingt ja vertrauenerweckend, dachte ich bei mir und musste grinsen. Es gab eine Zeit, da hätte Fi ihre Füße in den Boden gerammt und versucht, mich in den Laden zu zerren.
Fi gehört wahrlich nicht zu den Kindern, die, kaum dass sie einen geraden Satz herausbringen konnten, schon nach Löchern in den Ohren verlangten. Und auch ich betrachtete Babys, bei denen nicht nur ihr Lächeln, sondern auch Schmucksteine strahlten, eher mit Argwohn. Als die Grundschulzeit sich aber dem Ende näherte, drehte der Wind. Als hätte jemand den Schmuckschalter umgeworfen, gab es für Fi plötzlich kaum einen dringenderen Wunsch als jenen, ihre Ohren durchbohren zu lassen.… Weiterlesen
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Familienfreuden XXVIII: Adieu, Grundschule!

Ein Hoch auf die Grundschule! (Bild: Albach)
Morgen ist es vorbei, vier Jahre Grundschule – ade. Eine kleine Ära im Leben von Fi endet.
Ich frage mich jetzt schon, wie viele Packungen Taschentücher ich mitnehmen soll. Und ob ich am besten eine Sonnenbrille aufsetze, damit es nicht ganz so offensichtlich ist, dass ich Rotz und Wasser heule. Fis Grundschule ist nämlich in Sachen Abschied das, was Steven Spielberg für das Kino ist: ein Meister der Inszenierung. Als die Grundschule startete, sind die Erstklässler:innen durch bunte Blumenbögen in das Schulgebäude eingezogen. Morgen – man ahnt es – ziehen sie durch eben jene Bögen wieder aus. Der Kreis schließt sich, die Symbolik passt. Pech, wenn man da nah am Wasser gebaut ist.
Die beste Lehrerin, die man sich wünschen kann
Es ist der Abschied von einem wichtigen Abschnitt in Fis Leben.… Weiterlesen
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Der schnelle Wechsel von Satz zu Satz – Anmerkungen zur Mehrsprachigkeit in Kita und Grundschule
Was diese Kinder für Sprachen können, und zwar in fließender, so gut wie muttersprachlicher Ausprägung! Beneidenswert. Ja, ich weiß, die Hintergründe sind von Fall zu Fall schmerzlich. Aber längst nicht immer. Und so manches rüttelt sich zurecht.
Um nur mal eine Grundschulklasse als Muster zu nehmen: Da spricht ein Mädchen von Haus aus Arabisch und Kurdisch, nun auch schon recht gut Deutsch, eine aus China stammende Schulfreundin begnügt sich einstweilen „nur“ mit Chinesisch und Deutsch. Arabische und chinesische Schrift natürlich inbegriffen. Ja, das alles, auf Ehr‘, können sie und noch mehr… beispielsweise auch schon ein wenig Klavier spielen.
Vielfalt im Klassenzimmer
Andere reden z. B. Spanisch und Deutsch, Russisch und Deutsch, Polnisch und Deutsch, Lettisch und Deutsch, Albanisch und Deutsch, Griechisch und Deutsch, Türkisch und Deutsch.
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„Opi paddelt nach Panama“ – Komik und Poesie aus dem Grundschul-Übungsheft
Vor mir liegt ein Schreibschrift-Übungsheft für die 1. Klasse der Grundschule. Das heißt, man kann das viel gewichtiger sagen; so, wie es die Ruhrgebietszeitung WAZ gern tut, wenn sie betonen will, wie nah sie an den aufregenden Dingen dran ist: „Das Schreibschrift-Lehrbuch liegt den Revierpassagen vor…“ Klingt immer so, als hätte man sich Dokumente unter größten Recherche-Mühen besorgt. Aber ich schweife ab.
Mir geht’s eigentlich um die Poesie, die unversehens aus dem Umstand erwächst, dass man bestimmte Buchstabenfolgen eng zueinander zwingen muss, um taugliche Beispielsätze zu generieren. Sodann muss man nur alles hübsch aus dem eh nur losen linguistischen Kontext reißen, dann wird’s ziemlich komisch.

„Füchse fressen Frikadellen.“ Manchmal ziehen sie aber auch arglose Hasen vor – wie hier bei Ikea in Dortmund.
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Schulalltag (1): Verlies – kommt das von verlassen?
Eine beliebige Grundschule, eine beliebige Klasse, ein beliebiger Text, den der angestrengte Pädagoge seinen Schützlingen näher zu bringen versucht. Die Sprache ist Deutsch, sie handelt von Burgen und Schlössern, ihren geheimen Winkeln oder auch den prachtvollen Ausstattungen. Die Kinder mögen bitte Adjektive benennen, die zu den jeweiligen Begriffen passen. „Gemälde“ zum Beispiel … verständnisloses Schweigen. Herr Lehrer versucht es abermals … „Ihr wisst das doch … Bilder.“
Ja, das kennen sie, aber ein angemessenes Adjektiv fällt ihnen nicht ein. Noch ein Versuch: „Kellerverlies“. Aus den wachen Kinderaugen werden verbissen nachdenkliche, die allerdings dem Herrn Lehrer unverkennbar die Unkenntnis darüber, was dieses Wort bedeuten könnte, anzeigen. Der hilft: „Na, Keller, den kennt ihr doch, und Verlies, das ist so eine Art Gefängnis.“… Weiterlesen


