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Archiv des Autors: Bernd Berke
Einziger Böttcher weit und breit: Der Selmer Bernhard Böcker fertigt Fässer auf althergebrachte Art
SELM. Wetten, daß . . . Bernhard Böcker von allen Selmern den mit Abstand seltensten Beruf hat? Das Metier des 48jährigen war schon zu seiner Ausbildungszeit so rar, daß er seine Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Münster um ein Jahr verschob, um nicht allein die hohen Prüfungsgebühren berappen zu müssen. 1960 war es dann soweit: Ein Leidensgenosse aus Emsdetten war gefunden und man teilte sich den teuren Spaß. Seither nennt sich Bernhard Böcker Böttcher-Meister.

Das Original: WR-Lokalseite Selm, Bork, Cappenberg vom 17. Juli 1981 – mit Fotos von Ingo Schlattmann
Ein Blick in die Innungsliste zeigt, daß es im gesamten Bundesgebiet nur noch 32 Böttcher gibt, von denen einige aus Altersgründen den Beruf schon lange nicht mehr ausüben. Der letzte Böttcher im benachbarten Vinnum hörte vor 15 Jahren auf.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Arbeitswelt & Beruf
Verschlagwortet mit Bernhard Böcker, Bork, Böttcher, Böttchermeister, Selm
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Duisburg, Zentrum des Verbrechens – Erster „Tatort“ mit dem neuen WDR-Kommissar Götz George
Von Bernd Berke
Mit Götz George als neuem Kommissar versuchten die „Tatort“-Macher der ARD das angeschlagene Image der Krimiserie aufzupolieren. Eines wurde dabei auf keinen Fall aufpoliert, nämlich das Bild des Ruhrgebiets. Das Revier wurde einmal mehr als schmutzige Hinterhofregion präsentiert.
In die Geschichte von den Morden am Binnenschiffer Petschek und am türkischen Gewerkschafter Celik wurde hingegen recht viel investiert. Von den Mordtaten über wüste Schlägereien, Pistolenduelle, Haschisch und Waffenschmuggel bis zum politisch motivierten Attentat kamen so ziemlich alle denkbaren Arten von Verbrechen vor. Man fragte sich unwillkürlich, welche Schandtaten denn für die nächsten Folgen mit den Duisburger Verbrechensbekämpfern noch übrigblieben. Außerdem konnte man fast den Eindruck bekommen. als sei die Verbrechensrate in Duisburg-Ruhrort etwa so hoch wie in US-Metropolen.
Das Milieu der Hafenkneipen war offenbar ausgesucht worden, um dem Temperament Götz Georges zu entsprechen.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fernsehen und Hörfunk, Krimi & Kriminalität, Region Ruhr
Verschlagwortet mit Duisburg, Erstsendung, Götz George, Premiere, Schimanski, Tatort
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Erfolgreicher Arzt und Schriftsteller lernte das Alphabet mit Brezeln – Kortums „Jobsiade“ vor 180 Jahren in Dortmund erschienen
Von Bernd Berke
Wäre der Einfall mit den Brezeln nicht gewesen, so wäre Carl Arnold Kortum vielleicht niemals Schriftsteller geworden. Als Kind schien er weder Lesen noch Schreiben lernen zu wollen, bis endlich ein Student die Idee hatte, dem Jungen aus Brezeln Buchstaben zurechtzulegen.
Von nun an begriff Carl Arnold schnell. Als er 1760 – mit fünfzehn Jahren – auf das Dortmunder Gymnasium kam, gehörte er bald zu den besten Schülern. In Dortmund, das er später dankbar als „Musensitz“ bezeichnete, lebte er bei seinern Onkel, in dessen Apotheke er auch gleich die Grundbegriffe der Heilkunst erlernte. Ein paar Jahre später wurde er mit einer Arbeit über Epilepsie Doktor der Medizin und ließ sich mit seiner Praxis zunächst in Mülheim (Ruhr) nieder.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Lebenswege, Literatur, Region Ruhr
Verschlagwortet mit Bochum, Carl Arnold Kortum, Dortmund, Jobsiade
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Ein großes Dach für die Tiere – Europas erster Allwetterzoo öffnet bald seine Pforten in Münster
Von Bernd Berke (Text) und Helmut Orwat (Fotos)
Ein riesiger „Platz für Tiere“ wird am 2. Mai in Münster eröffnet. Auf einem 300 000 Quadratmeter großen Gelände wurde am Südrand der Stadt der erste Allwetterzoo Europas aus dem Boden gestampft. Damit übertrifft der Mammutzoo seinen Münsteraner „Vorgänger“, der Ende letzten Jahres seine Pforten schloß, an Fläche um das Fünffache.
Der alte Zoo beherbergte Tiere im Wert von 250 000 DM. In den neuen Käfigen, Bassins, Terrarien und Gehegen werden sich über 2000 Tiere aus aller Welt tummeln. Gegenwert: 1,15 Millionen DM. Unter den neuangeschafften Tieren sind erstmals Giraffen und Nashörner, Strauße, Seebären – und eine Gruppe von Flußpferden zählt zu den weiteren wichtigen Neuerwerbungen. Modernste Einrichtungen sollen auch sonnenverwöhnte Tiere zeugungs- und gebärfreudiger machen als in herkömmlichen Tiergärten.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Architektur & Städtebau, Kinderzeiten, Natur Klima Umwelt
Verschlagwortet mit Allwetterzoo, Münster
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Ein Mann ging in die Küche – Hausmann muß noch gegen Vorurteile ankämpfen
Von Bernd Berke
„Manch einer wird sagen: ,Das is’n fau-ler Hund. Schickt seine Olle Geld verdienen und macht sich selbst zu Hause schöne Tage'“, witzelt Hans-Jürgen Gräber (44). Gräber ist Hausmann.
Der gelernte landwirtschaftliche Verwalter hat sich aus dem Berufsleben zurückgezogen und führt den gemeinsamen Haushalt, während seine Frau Tanja (38) arbeitet. Und wenn sie abends das Häuschen am Waldrand von Westbevern bei Münster betritt, findet sie geordnete Verhältnisse vor. Ihr Mann hat, während sie für eine Arzneimittelfirma Arztbesuche machte, gewaschen, geputzt, gebügelt und die zweijährige Tochter Sonja aufs Beste versorgt.
Hans-Jürgen Gräber fürchtet keine Vorurteile à la „Der ist aber faul“ oder „Der steht vielleicht unter dem Pantoffel“. Beinah hätte er sich sogar einem millionenstarken TV-Publikum gestellt. Als das ZDF für seine neue Quiz-Serie „Tip“ Hausmänner suchte, meldete auch er sich.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Alltag, Arbeitswelt & Beruf, Frauen & Männer
Verschlagwortet mit Hans-Jürgen Graber, Haußmann, Ostbevern, Tanja Graber
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Singende Kinder – ebbt die Welle ab?
Von Bernd Berke
Als Heintje in die Jahre kam, gab es eine Austrittswelle: Der Dortmunder Heintje-Fanclub, einst der größte seiner Art in der Bundesrepublik, schrumpfte zusehends. Innerhalb weniger Monate kehrten über 100 Fans des holländischen Kinderstars ihrem Hörder Verein den Rücken. Im Umland machten von 29 Heintje-Clubs zehn dicht.
Dr. Riemer vom Deutschen Institut für Jugendforschung in München erklärt sich das so: „Es scheint, als könnten sich die Fans mit einem erwachsenen Heintje nicht mehr abfinden. Sie können ihre geheimen Wünsche nicht mehr auf den Jungen übertragen.“
Manager poltert gegen früheren Schützling
Heute ist man Heintje richtig böse. Manager Gerd Rothenbusch (33), der bis vor kurzem noch landauf, landab Reklame für ihn machte, poltert gegen seinen früheren Schützling los: „Den würd‘ ich nicht mehr auftreten lassen.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Gesellschaft & Soziales, Kinderzeiten, Luxus & Moden, Rock & Pop, Tonträger
Verschlagwortet mit Anita, Ariola, Bellaphon, Dortmund, Fanclub, Gerd Rothenbusch, Heintje, Jürgen Marcus, Kinderstars, Rudolf Omnitz
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Ganovenjagd geht rund um Hochöfen – Hansjörg Felmy als neuer „Tatort“-Kommissar
Von Rudolf Horsmann (alias Bernd Berke)
Das könnte der Krimi-Hit des Jahres werden. Nachdem schon die Wiederholungen aus der „Tatort“-Serie von mehr Zuschauern gesehen wurden als fast alle Erstsendungen, jagt ab April Hansjörg Felmy als neuer „Tatort“-Kommissar Haferkamp die Verbrecher durchs Ruhrgebiet. Ständige Kulisse: die Industrielandschaft.
Hochofen A dröhnt: Abstich. Rotglühender flüssiger Stahl fließt aus der Öffnung in schmale Abflußkanäle. Da kommt ein Mann gerannt, setzt zum Sprung über die heiße Stahlmasse an, ist hinüber und sprintet um den Hochofen herum.
,,Das ganze noch einmal“, pfeift Regisseur Wolfgang Becker seinen Star Hansjörg Felmy zurück. Der ist ein bißchen aus der Puste und friert – trotz Hochofen, denn es bläst ein kalter Wind auf dem Gelände der Oberhausener Thyssen-Werke.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fernsehen und Hörfunk, Krimi & Kriminalität, Region Ruhr
Verschlagwortet mit Dreharbeiten, Essen, Hansjörg Felmy, Hochofen, Kommissar Haferkamp, Oberhausen, Stahlwerk, Tatort
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„Blödeln Sie doch mal wieder!“ – Narr Herbert Bonewitz kritisiert den Karneval
Von Bernd Berke
Der Fernsehkarneval ist tot. Seit -zig Jahren: immer dieselben Gesichter, immer dieselben Gags. So düster sieht es ein Mann, der sich seit einiger Zeit gegen den trocken durchorganisierten Fasching wehrt. Herbert Bonewitz (40) ist selbst ein erfahrener „Narr“. Seit 22 Jahren schon läßt er seine Stimme für die Mainzer „Gonsbach-Lerchen“ erschallen.
Aufsehen erregten er und seine Sangestruppe nicht nur auf der Bühne, sondern auch hinter den Kulissen. Es begann damit, daß seine „Lerchen“ sich 1968 vom Mainzer Karnevalsverein MCV lossagten. Heute ist Bonewitz als Kritiker des Karnevalstreibens bekannter als je zuvor. In Dietmar Schönherrs Talk-Show „Je später der Abend“ sprach er Sätze wie diesen: „Karneval wird heute beherrscht und reglementiert von ein paar Riesenvereinen, die alles tierisch ernst nehmen.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fernsehen und Hörfunk, Gesellschaft & Soziales, Kleinkunst & Comedy, Scherz, Satire, Ironie, Stilfragen
Verschlagwortet mit Fernsehen, Gonsbach-Lerchen, Herbert Bonewitz, Karneval, Mainz
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Der Busen muß der Heimat weichen – WR-Umfrage: Was tun deutsche „Aufklärer“ nach der Sex-Welle?
Von Bernd Berke
Die Sexwelle, so hört man allenthalben, sei zu Ende. Nun gibt es für diese Behauptung einen untrüglichen Beweis: Selbst Alois Brummer, Bayerns und Deutschlands unermüdlichster Sex-Film-Produzent („Graf Porno“), ist von der Welle an Land gespült worden. An Heimatland.
Brummer resignierend: „Ich bin auf Heimatfilme und Abenteuerstreifen umgestiegen.“ Sein einst so zahlungswilliges Publikum ist übersättigt, und der bayrische Produzent sucht derweil nach neuen Kassenschlagern, denn Heimatfilme – so bekennt er – sind für ihn „nur eine Übergangslösung.“
Qualität hat wieder eine Chance in deutschen Kinos. Unter 27 Filmen, die in der letzten Hitliste der Kinoeigentümer ganz oben rangieren, befinden sich nur fünf ausgesprochene Sexstreifen. Die Hongkong-Welle, deren dominierendes Element brutale Karate-Szenen sind, ist in dieser Liste gleichfalls fünfmal vertreten.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Gesellschaft & Soziales, Kino, Stilfragen, Wirtschaft & Geld
Verschlagwortet mit Alois Brummer, Constantin Film, FSK, Günther Hunold, Oswalt Kolle, Sexfilme, Sexwelle, Verband der Filmverleiher
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