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Schlagwort-Archive: Redaktion
Vor zehn Jahren starb die „Rundschau“ – ohne Rettungsversuch

Kurz vor Ende eines Spätdienstes entstanden und Jahre danach unversehens vielsagend: der leere Newsdesk der Westfälischen Rundschau in Dortmund – mit fertiggestellten Seiten auf der Bildschirmwand, aufgenommen im Jahr 2009. (Foto: Bernd Berke)
Beängstigend rasende Zeit: Zehn Jahre soll das schon wieder her sein, dass am 15. Januar 2013 die damalige WAZ-Gruppe (heute Funke-Mediengruppe) das faktische „Aus“ für die Westfälische Rundschau (WR) verkündet hat?
Zur Erinnerung: Danach ging alles ganz schnell – oder auch quälend langsam; je nach Perspektive. Denn die kurzerhand Entlassenen mussten noch volle zwei Wochen das totgesagte Blatt machen. Nach dem 31. Januar 2013 erschien die einst so stolze und weit verbreitete Dortmunder Zeitung nur noch als Phantom-Publikation oder „Zombie-Zeitung“, nämlich gänzlich ohne eigene Redaktion, wenn man vom zunächst einsam weiter (als „König Ohneland“) amtiert habenden Chefredakteur Malte Hinz absieht.… Weiterlesen
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Warum wird eine allseits beliebte Frau ermordet? – Neuer Bierstadt-Krimi „Grappa und die Venusfalle“
Sie opfert sich jeden Tag neu auf für ihre schwer kranke und pflegebedürftige Tochter, diese Martina Schrott, die in Bierstadt jeder kennt und schätzt. Denn auch in öffentlichen Auftritten macht sie sich stark für Menschen mit Handicap und solche, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.
Doch eines Tages zieht man die Leiche dieser vielen als Vorbild geltenden Frau aus dem Phoenixsee. Nun könnte man meinen, sie sei durch einen Unfall ums Leben gekommen, doch es stellt sich heraus, dass ihre Lunge kein Seewasser, sondern eindeutig Wasser aus einem ihrer viele Hundesalons enthält. Denn mit eben diesem Unternehmen hat sie ihr Geld verdient und sich ein großes Ansehen in der Stadt erworben. Kunden sind mit Service und Qualität der Arbeit mehr als zufrieden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich rührend um die kleinen und großen Vierbeiner.… Weiterlesen
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Verschlagwortet mit Bierstadt, Grappa, Grappa und die Venusfalle, Hundesalon, Martina Schrott, Redaktion, Reporterin, Wollenhaupt, Zeitung
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Journalist damals: Möblierter Herr mit mechanischer Schreibmaschine
„Wie war das Leben ehedem / als Journalist doch angenehm.“ Dieser soeben flugs erfundene, allerdings recht wilhelmbuschig oder nach Heinzelmännchen-Ballade klingende Reim stimmt natürlich inhaltlich nicht, aber ein paar Dinge waren damals doch besser. Oder halt anders.

Zepter und Reichsapfel (alias Typometer und Rechenscheibe) als frühere Insignien der Zeitungsredakteure. (Foto: BB)
Jetzt erzähl ich euch mal was aus der Bleizeit, jedoch quasi impressionistisch, wie es mir gerade in den Sinn kommt:
Zeitungs-Volontär war ich mit knapp 20 Jahren, bereits vor dem Studium. Damals ging so etwas noch. Ich habe etwa 600 DM (Deutsche Mark) im Monat verdient, es gab jede Menge Abendtermine, lediglich 14 Tage Jahresurlaub und für allfällige Sonntagsarbeit noch keinerlei Freizeitausgleich.
Für die paar Kröten…
Mit anderen Worten: Für die paar Kröten hat man aber so richtig geschuftet – bei der „Westfälischen Rundschau“ (WR) damals letzten Endes für die Kassen der SPD, die WAZ-Gruppe ist erst später eingestiegen.… Weiterlesen
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Ein bisschen Schwund ist immer: Wie die Erinnerungen an die Rundschau verblassen
Nein, es ist gar kein „Jahrestag“. Die komplette Redaktion der Westfälischen Rundschau in Dortmund wurde zum 31. Januar 2013 entlassen – und das „rundet“ sich gerade mal nicht. Doch was soll’s. Die ganze Angelegenheit geht einem zwischendurch immer mal wieder durch den Kopf, wenn man dort Jahrzehnte seines Berufslebens zugebracht hat.
An trüben Tagen wie diesen kann es geschehen: So dachte ich mir neulich, dass einstige Rundschau-Redakteure und dito freie Mitarbeiter(innen), wenn sie nur lang genug dabei gewesen sind, vielleicht ein wenig nachvollziehen können, wie sich das mit der nachträglich gründlich abgewerteten „Lebensleistung“ (z. B. früherer DDR-Bewohner) anfühlen mag. Da haben viele, viele Leute Tausende von Stunden ihrer Arbeitskraft investiert (vom etwaigen Herzblut mal zu schweigen), um zu einem möglichst guten Blatt beizutragen – und dann wird eines Tages die ganze Chose kurzerhand über die Reling gekippt.… Weiterlesen
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Ein Kommentar
Bilder einer leeren Rundschau-Redaktion
Heute, am 31. Januar 2013, ist der letzte Tag der Rundschau-Redaktion. Der allerletzte. Für immer.
Ab morgen werden – je nach Lokalausgabe – Journalisten von Ruhr-Nachrichten, Hellweger Anzeiger, Westfalenpost oder Lüdenscheider Nachrichten die leere Hülle mit dem Titel „Westfälische Rundschau“ füllen, während der überregionale Mantelteil vom zentralen Essener Newsdesk der WAZ-Gruppe geliefert wird. Da wird zusammengestoppelt, was nicht zusammen gehört. Nennt das Resultat Zombie, nennt es sonstwie; es ist allemal beispiellos in der bundesdeutschen Presselandschaft. Und es ist (ab Samstagausgabe, 2. Februar) nicht mehr die Rundschau – ganz egal, was vorne draufsteht.
Der traditionsreiche Name der Zeitung, die erstmals am 20. März 1946 erschienen war, ist also fortan nur noch ein unsinniges Signal ohne wahre Bedeutung.… Weiterlesen
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Nachruf, lass nach!
Kürzlich bin ich wieder einmal in Versuchung geraten…
In die Versuchung, einen Nachruf zu schreiben. Der Verstorbene aus der Film- und Theaterwelt ist wahrlich bedeutsam genug gewesen und hat einem große Momente gegeben. In solchen Fällen ist es beinahe, als wäre ein Freund oder Familienmitglied gegangen.
Doch dann habe ich mich bezähmt. Im Gegensatz zu früheren Jahren bin ich nicht mehr gehalten, solche Beiträge ad hoc zu liefern. Ja, ich kann es sogar ganz bleiben lassen. Oh, schöne Freiheit! Oh, Segen des Verzichts! Außerdem muss man doch oft einsehen, dass es Berufenere gibt, die den posthum zu Rühmenden zeitlebens publizistisch begleitet haben. Fünfzehntes Gebot, leider selten in Stein gemeißelt: Du sollst nicht unberufen nachrufen.
Vor allem die überregionalen Zeitungen können in der Regel für alle Kultursparten und deren Verzweigungen auf kundige Spezialisten zurückgreifen, die sich Zeit nehmen, „auf Vorrat“ zu schreiben.… Weiterlesen
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Verschlagwortet mit Journalismus, Nachrufe, Redaktion
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