2 Antworten

  1. Karl H. Lötzer
    7. Februar 2018

    Edwin Jacobs sägt mit mehreren eklatanten Mißverständnissen von Kulturarbeit am eigenen Stuhl. Zur Rettung des ein geschlafenen Rolltreppemuseums mit Winkelmanns langweiligen fliegenden Goldfisch-Bildern als Millionengrab in einem ansonsten erschreckenden architektonischen und städtebaulichen Umfeld will er jetzt mit Mega-Events das überregioale Publikum anlocken. Wenn man die Fink-Floyd-Show im Victoria & Albert Museum in London gesehen hat ahnt man, dass nach einer kurzen und heftigen Medien-Hype, das ganze Projekt zu einem neuen Millionengrab wird. Das Publikum von 1982, das ich jeden Tag als Mitglied der Crew in der Westfalenhalle erleben durfte, war damals schon recht gutbürgerlich und roch nach kiffenden Lehrern, die Probleme mit der Kunst an sich hatten. Am besten hat ihnen daher das alberne aus der Kuppel stürzende Schwein, die cartoonesken Filmsequenzen und die donnernde kaputte Bühnenarchitektur aus Pappmaschee gefallen. Huch – wie progressiv? Das einzig gute an dieser Elendsmusik aus Waters Hand war der noch glattere und perfektioniertere Graham Parsons, der versteckt hinter dem Vorhang saß und sämtliche Musikapperaturen und Computer aleine bediente. Von Syd Barrets genialen und klaren Kompositionen in der Folge der Moderne blieb bei der donnernden Gefühlsdusselei nicht mehr viel übrig, außer dass es die alberne Droge jetzt auf Krankenschein gibt.
    Bei Meese jedoch wird es mit Sicherheit den fest eingeplanten Aufstand des „gesunden Volksempfindens“ geben, weil sich natürlich keiner mit Meese wirklich auseinandergesetzt hat. Die selbsternannten „Kunstkenner“, die Meese auf „Mutti, Kampfgruß und Diktatur der Kunst“ reduzieren, sind nicht in der Lage im Meese’schen „Propagandawerk“ die komplette Entlarvung der Mechanismen faschistischer Ästhetik zu Erkennen und sprechen im nach Dortmunder Methode zur Vorsicht schon mal die künstlerischen Fähigkeiten oder die Fähigkeit des Kuratierens ab. Kein anderer als Meese wäre besser geeignet, die eingeschlafenen Vermittlungsmethoden expressionistischer Kunst aufzubrechen und neu zu präsentieren. Dieser Ansatz ist viel wichtiger als rüchwärtsgewandte Pink-Floyd-Mega-Events für ein Publikum, das es seit 35 Jahren nicht mehr gibt oder den Weg vom Bahnhof zum U-Turm nur noch mit ärztlicher Betreuung bewältigen können. Macht lieber wie früher einfach nur interessante Ausstellungen.

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  2. Schöber, Axel
    7. Februar 2018

    In einer seiner Antrittsreden sprach Edwin Jacobs davon, dass für ihn die Verbindung der Sammlung zu den Dortmunder Bürgern/innen ein sehr wichtiger Schritt sei. Mit der Kooperation von Jonathan Messe, der auf Mutti, Kampfgruß und Diktatur der Kunst macht, könnte also der geplante Schritt ‚genial‘ vollzogen werden: Echte Liebe, Kampfgesänge und das Volk kämen zur Meese Mixtur dazu. Das könnte ein richtiges Mega-Event für die Presse werden.
    Ich sehe das schon vor meinem geistigen Auge: Meese und über 100 Dortmunder Bürger malen öffentlich auf dem Vorplatz des U – z.B. Selbstportraits inspiriert vom Werk von Max Beckmann. Da Meese ja schneller malt als andere eine Skizze für ein Kunstwerk erstellen, könnten seine Selbstportraits (ca. 100 Stück in 4 Stunden) von einem internationalen Auktionator zugunsten der angeschlagenen Finanzkasse des U versteigert werden. Die Mütter aller Beteiligten organisieren das Event.
    Das wäre mal wirklich ein Akt der ‚Diktatur der Kunst‘.

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