Volltextsuche
Archiv aller Beiträge
-
Die 10 neuesten Beiträge
- Die Hölle als Tingeltangel: Kafka-Drama „K“ am Berliner Ensemble
- Dortmund im Zwiespalt: Revier, Westfalen oder beides?
- Wie die Zukunft der Welt vergeigt wurde – Ian McEwans raffinierter Roman „Was wir wissen können“
- Befreiung von unten: Ilaria Lanzino deutet an der Rheinoper Verdis „Nabucco“ als abgründiges politisches Drama
- Die Zeiten ändern sich: Neue Chefin im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte
- Kurze Abschweifung zum Phänomen der „Ohrwürmer“
- Zwischen Ost und West: Hans Joachim Schädlich und die „Bruchstücke“ seines Lebens
- Theaterereignis und Gesamtkunstwerk: Giuseppe Spota inszeniert in Gelsenkirchen Glucks „Orpheus und Eurydike“
- Ein paar Worte zum allerletzten Westfalenspiegel
- Von Dichtung, Faschismus, Alltag, Jungsein und Schule – fünf neue Bücher über fast alles
Meistgelesen (ab 1.10.23)
- Als Prügel für Kinder zum Alltag gehörten
- Aufklärung, das unvollendete Projekt – opulente Ausstellung in Berlin
- Wie sich die chinesische Lyrik nach und nach von Fesseln befreite und…
- Viele, liebe, beste, schöne, freundliche, herzliche Grüße: Die etwas…
- Entdecker in den Gefilden der Rockmusik: Alan Bangs wird 70 Jahre alt
- Konjunktur mit Fußballbildchen: Das Wunder in Tüten aus Dortmund und…
- Woran Goethe glaubte
- „Die Brücke“ und „Der Blaue Reiter“ – ein opulenter…
- Wie sich Pflegedienste nennen
- Der Struwwelpeter, der Suppenkasper und ihre Wirkung auf die Kunst –…
- „Familie Hauser“ als (un)heimlicher Internet-Hit: Viele Millionen…
- Die Unternehmer-Familie Quandt und ihr Bezug zum Ruhrgebiet
- Zum Schluß bleibt noch die Altersmilde – Robert Gernhardts „Lichte…
- Kunst-Stoff für Christo – Fabrik in Emsdetten fertigt das Gewebe für die…
- Bedeutsam wie eh und je: George Orwells „Farm der Tiere“ gleich in…
- Kindheit im Ruhrgebiet – Erinnerung an versunkene Zeiten
- Gemischte Gefühle beim Abschied von sämtlichen Dingen: „Später…
- TV-Nostalgie (19): Werner Höfers „Frühschoppen“ – das Sonntagsritual
- TV-Nostalgie (6): Erik Ode als „Der Kommissar“ – Mal…
- Bürgerinitiative peilt ehrgeiziges Ziel an: Altes Dortmunder Rathaus…
- Die einfachen Dinge des Lebens lieben – Der Schauspieler Heinz Bennent…
- Heino wird 80 – Sind denn alle Geschmäcker nivelliert?
- Wo selbst Prominentengräber unscheinbar sind – ein Gang über den…
- Reizendes Kaleidoskop: Anna Vinnitskaya ist Porträtkünstlerin der…
- Dortmund damals: Beim Betrachten alter Bilder aus der Heimatstadt
- „Mächtiger Körper, Wahnsinn im Glas“: Das Vokabular der Weinverkostung
- Vor 70 Jahren: Als es das Essen nur auf Lebensmittelmarken gab
- Früher war einfach mehr Kneipe!
- TV-Nostalgie (28): „Der goldene Schuß“ mit Lou van Burg – „Kimme,…
- Von Unna aus ein wenig die Welt verändern – Nachruf auf den vielseitigen…
- Trotz allem optimistisch bleiben – die fabelhaft farbigen Welten…
- Wahn und Wirklichkeit: „Englischer“ Opern-Doppelabend in Duisburg
- Was ist denn wohl ein Aminaschlupferle? – Neues Buch über „Wörter, die…
- WDR 4: Radio für Senioren – aber ganz anders als früher
- „Tegtmeier“ lebt nicht mehr – Ruhrgebiets-Komiker Jürgen von…
- Vom Mikro zur Motorsäge – die zweite Karriere von Pia Lund („Phillip Boa…
- Die „Essais“ des Michel de Montaigne und ihr deutscher Übersetzer –…
- Entlustet und mohrifiziert – Wortverhunzung und Schlimmeres im…
- Der Flaneur braucht kein Ziel
- Berührende Tragödie: Cecilia Bartoli mit Glucks „Orfeo ed Euridice“ in…
- Iserlohn: Ein Hauch der weiten Welt im Goethe-Institut – abseits der Metropolen
- Dem Ruhrpott seine Sprache
- Schurke und Biedermann: Ausstellung zum 100. Geburtstag des…
- Ein Grundklang für Generationen: Bochums Jugendsinfonieorchester feiert…
- Vergehende Zeit, hier im Revier: Zum Beispiel die Dortmunder Steinhammerstraße
- Der Vater der Luftschiffe: Vor 100 Jahren starb Ferdinand Graf von Zeppelin
- Größter Holzhandel weit und breit: Grabstätte führt auf die Spuren einer…
- Langer Abschied vom Generalmusikdirektor: Gabriel Feltz wechselt bald…
- Sprachphilosophie aus der Bauernstube – Brian Friels Stück…
- Queen für ein ganzes Zeitalter: Vor 200 Jahren wurde die britische…
- Zum Tod von Ulrich Wildgruber: Ein Berserker, der uns sprachlos machte
- „Spätlese“ zum 90. von Loriot: Eine Fülle bisher unbekannter…
- Frauen, die beim Wohnen warten
- Wenn man vom Rathaus kommt, ist man klüger – ein lehrreicher Rundgang…
- Die Geburt des Kinos in Europa: Vor 125 Jahren markierte das Patent der…
- Einkaufen früher und heute
- Die Kunst des Schmerzes: Marina Abramović in Bonn
- Erich Fried: Schriftsteller, Philanthrop, Vor-Denker und…
- Nashorn oder Fuchs: Städtische Symboltiere auf der Straße
- Vom Hauen und Stechen im Theater: Kampftrainer Klaus Figge im Porträt
- Das Leben ohne Verdünnung: Otto Dix in Düsseldorf
- Wenn Bäume Zähne zeigen
- Nicht nur zum Ende der Zechen-Ära eine Erinnerung wert: August Siegel,…
- 90 Jahre „Kampfbahn Rote Erde“: Wenn Gerd Kolbe erzählt, wird die…
- TV-Nostalgie (24): „Der große Bellheim“ – Die älteren…
- Lachen gegen die absurden Regeln der Welt: Vor 50 Jahren starb Stan Laurel
- TV-Nostalgie (22): „Ein Herz und eine Seele“ – als…
- Es könnte ruhig ein wenig mehr sein – Museum Folkwang zeigt Werke Lyonel…
- Seelenfenster geöffnet: Tschaikowskys „Eugen Onegin“ in Krefeld-Mönchengladbach
- „Wie eine Straßenköter-Mischung“ – Jugendstil und Artverwandtes im…
- Kreativer Kosmos, künstlerischer Klamauk – Martin Kippenberger in der…
- Hömma, Dingenskirchen, ey! Und schon wieder liegt ein Asterix-Band auf…
- Beyenburg mit seinem Stausee – ein bergisches Idyll am Rande von Wuppertal
- Zum Tod von Marianne Faithfull – Rückblick auf ein Konzert von 1999
- Das Ruhrgebiet – von allen Seiten betrachtet: 100 Jahre…
- Vom Fluch frühen Ruhms: Der Pianist Jan Lisiecki im Konzerthaus Dortmund
- TV-Nostalgie (35): Konversation mit Kitzel – „Je später der…
- Beklemmend schön: „Der Hamiltonkomplex“ mit dreizehn…
- Beispiel Dortmund: Mit Karstadt schwinden auch Erinnerungen
- TV-Nostalgie (32): Bernhard Grzimeks „Ein Platz für Tiere“…
- Von Nöttelefönes, Klötenköhm und Halfjehang – ein Herkunftswörtbuch zur…
- TV-Nostalgie (17): „Wünsch Dir was“ – als Dietmar Schönherr für…
- Impressionismus und Fotografie – zwei Wege in die Moderne
- Im 100. „Schreibheft“: Vergessene, verkannte, verschollene…
- Mathematiker kontra Verbrecher – Antti Tuomainens Comedy-Thriller „Der…
- Geflüchtete Kinder in der Schule: Essener Gymnasium am Stoppenberg gibt…
- „Geh nicht durchs Gewischte!“ – Torsten Sträters „Heimspiel“…
- „Wenn der Wind von Hörde kam, roch es wie Pech und Schwefel“…
- „Schwarze Kohle, rotes Licht“ – Schwere Jungs erinnern sich an ihr…
- Unbewusstes aus der Dunkelkammer – Bilder des deutschen…
- Schloss Cappenberg: Nach langer Schließung kehrt bald wieder Leben ein
- TV-Nostalgie (27): „Auf der Flucht“ – Als Dr. Richard…
- Für die Benachteiligten schreiben: Die Werkstatt Dortmund im „Werkkreis…
- Bye-bye, Sabine – ein Nachruf auf die Dortmunder Krimiautorin Sabine Deitmer
- Der BVB verteilt alljährlich über 155.000 Plastikkarten – muss das denn sein?
- Onkel Dagoberts Traum: Deutschlands größter Geldspeicher steht…
- Wer erweckt dieses frühere Kino zum Leben?
- Natur und Kunst, Schönheit und Grauen: Vor 150 Jahren starb der…
- Erst Rocksängerin, dann Bildhauerin – Pia Bohr: „In der Kultur haben es…
- Hohe Belastung mit Umweltgift PCB: Uni Bochum reißt zwei Großgebäude ab
- TV-Nostalgie (11): Loriot – Humor mit Stil
- Dem „göttlichen Claudio“ zum 450. Geburtstag: Monteverdi bringt in…
- Bumsfideler Bergmann anno 1971: „Laß jucken Kumpel“ – der etwas…
- Mit vokalem Volldampf durch Georgien: Der Trinity Cathedral Choir aus…
- „Haus der Löcher“: Ödnis im Porno-Paradies
- TV-Nostalgie (15): Robert Lembkes „Was bin ich?“ – die…
- Rekonstruktion einer Abtreibung von 1964 – „Das Ereignis“ von Annie Ernaux
- Ruhrgebiets-Flamenco: Rafael Cortés brilliert in der Lichtburg Essen
- Das Ruhrgebiet war gegen Nazis nicht immun: Schon 1932 füllte Hitler die…
- Wie die Kunst auf die Industrialisierung reagierte – „Vision und…
- Das Revier im Paket: Adolf Winkelmanns Ruhrgebiets-Filme im Kino und auf DVD
- Hach! Hihi! Huch! – Mal wieder ein Buch zur putzigen Dingwelt der…
- Stadt, Land, Fluss: Andreas Gursky in Düsseldorf
- Auf dem Berg der Wahrheit – Ein Spaziergang auf den Spuren von…
- Schrecken und Schönheit der Natur – Münster zeigt grandiose…
- Goethe-Institut – auf Wellenlänge der neuen Außenministerin
- Perfekt, freudlos – das Folkwang-Museum zeigt italienische Malerei…
- Lars Vilks „Nimis“: Kunstwerk aus Treibholz reizt seit Jahrzehnten…
- Das Erbe von „Tegtmeier“ wirkt weiter – Jürgen von Manger wurde…
- Schonungsloser Blick auf Missstände seiner Zeit: Vor 150 Jahren starb…
- Kriegsende an der Ruhr: Bei Hattingen gab es „Friendly Fire“
- Der erste Opernstar der Schellack-Zeit: Vor 100 Jahren starb der…
- Verzicht auf die Katastrophe: „Schwanensee“ am Essener Aalto-Theater
- Erfinder des Saxophons: Vor 200 Jahren wurde Adolphe Sax geboren
- „Ruhrgold“ und silberne Pommes-Picker
- Duplikate für den historischen Ostfriedhof – warum muss das denn sein?
- Schneller Fuchs, träger Hund, Bayern und Sylt oder: Das ganze Alphabet…
- „Zupacken Ehrensache“: Wie die Ruhris mit einem…
- Alles so schön bunt hier – „Das Spiel ist aus“ nach Jean-Paul…
- Joachim Meyerhoff: Literarisches Denkmal für die Mutter
- Grenzgänge an der Küste – die melancholischen Meeresbilder des Hermann Buß
- Mäuse, Schweinchen, Feen und Pinguine: Sehenswerte Trickserien für…
- Der Krebs und der Krieg – Robert Gernhardts erschütternde „K-Gedichte“
- Die Posen des jungen Werther – Joachim Meyerhoff im Einpersonen-Stück…
- Olympische Spielstraße, München, 1972 – Erinnerungen an ein fröhliches…
- Frank Zappa enttäuscht Publikum in Ahlen – ganz im Gegensatz zu Rory Gallagher
- Neustart bei den „Mitternachtsspitzen“: Da geht noch was…
- „Schöne Scheiße“ im Dortmunder Museum: Die stets unfertige Welt…
- Songs für die Ewigkeit: Zum Tod des großen Dichters und Sängers Leonard Cohen
- Werke von großer Aussagekraft – eine nachdrückliche Erinnerung an…
- Alles auf Anfang: Wie die Künstlergruppe „junger westen“ im…
- Als Frauen aus der Rolle fielen – ein Abend mit Super-8-Filmen der 60er…
- „Was für ein Jahr!“ (Gesammelte Grußformeln, 2020er…
- Personenkult um einen deutschen Star: „I want absolute beauty“ wird…
- Von „Alka Seltzer“ bis „Schapusiak“ – Spitznamen, mit denen…
- Auto des Wirtschaftswunders: Vor 60 Jahren feierte Volkswagen die erste Million
- Musiker-Anekdoten: Mi-mi-mi-mausetot
- Schlapphüte und andere Trends: BVB-Spielerfrau Jana Kirch als neue…
- TV-Nostalgie (9): „Bonanza“ – eine Western-Serie für…
- TV-Nostalgie (13): „Stahlnetz“ – der…
Schlagwort-Archive: Retrospektive
Wie ich einmal Sylvester Stallone verpasst habe (obwohl er seine Gemälde in Hagen zeigt)

Offenbar gut gelaunt: Sylvester Stallone beim morgendlichen „Medienevent“ im Hagener Osthaus Museum – vor einem seiner Gemälde. (© sabinebrauerphotos)
Um die Überschrift gleich klarzustellen: Natürlich sehe ich den weltbekannten Sylvester Stallone auch sonst nicht, habe ihn überhaupt noch nie leibhaftig gesehen. Doch heute hätte es eine Gelegenheit gegeben, und zwar – man höre und staune – in Hagen.
Im dortigen Osthaus Museum werden jetzt einige seiner Gemälde gezeigt. Der Mann malt, wenn seine Zeit es erlaubt, seit Jahrzehnten leidenschaftlich. Der Hagener Termin wurde denn auch nicht als schnöde Pressekonferenz oder kreuzgewöhnliche Ausstellungs-Vorbesichtigung angekündigt, sondern als „Medienevent“ mit Pressecounter, Check-In, 2G-Regel und sonstigem Zipp und Zapp. Wow!
Als Jungredakteur wäre ich sogleich elektrisiert gewesen. Doch als nunmehr etwas älterer Knabe bin … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kino, Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Gemälde, Hagen, Osthaus-Museum, Rambo, Retrospektive, Rocky, Sylvester Stallone, Tayfun Belgin
Ein Kommentar
Kreativer Kosmos, künstlerischer Klamauk – Martin Kippenberger in der Bonner Bundeskunsthalle

Martin Kippenberger: Ohne Titel (aus der Serie „Window Shopping bis 2 Uhr nachts“), 1996. Öl auf Leinwand. Private Collection (Bild: © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne/Bundeskunsthalle)
Was macht Spiderman im Atelier des Malers? Er könnte einfach als Besucher da sein, er könnte als Superheld eine Versinnbildlichung der Machtfülle des Künstlers sein. Er könnte aber auch, als Spinnenmann eben, Produzent jener „Spinnereien“ sein, die das Werk seines Schöpfers in herausragendem Maße prägen – Ausdruck jenes hoch assoziativen Schaffens Martin Kippenbergers, dem die Bonner Bundeskunsthalle jetzt eine große Werkschau ausrichtet.
Das Spiderman-Atelier Kippenbergers, der 1953 in Dortmund geboren wurde und 1997 viel zu früh in Wien starb, steht gleich am Eingang der Ausstellung mit dem etwas sperrigen Titel „BITTESCHÖN … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Bitteschön dankeschön, Bonn, Bundeskunsthalle, Dortmund, Junge Wilde, Martin Kippenberger, Retrospektive
Ein Kommentar
Ins Innere der Dinge vordringen – die Wuppertaler Werkschau des Tony Cragg
Eine dermaßen weit ausgreifende Einzelausstellung hat es im Wuppertaler Von der Heydt-Museum noch nie gegeben: Für diesen Künstler hat Museumschef Gerhard Finckh gleich alle drei Etagen des Hauses freiräumen lassen. Der 1949 in Liverpool geborene Bildhauer Tony Cragg, so Finckh, sei ein „Weltstar“ der Kunst. Noch dazu lebt der Brite seit den 1970er Jahren in Wuppertal.
Nun also richtet ihm seine Wahlheimat die erste umfassende Retrospektive aus – und nicht etwa London oder Paris. Gar üppig, ja geradezu ausufernd füllt skulpturale Formenvielfalt mitsamt begleitenden Arbeiten 26 Räume. Cragg und sein 20köpfiges Team haben die aufwendige Aufstellung weitgehend selbst besorgt. Rund 120 dreidimensionale Arbeiten, manche um die 800 Kilogramm schwer, breiten sich jetzt aus, dazu Fotografien … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Parts of the World, Retrospektive, Tony Cragg, Von der Heydt-Museum, Wuppertal
Ein Kommentar
Ganz gierig auf die Wirklichkeit – Retrospektive von David Hockney in Bonn
Von Bernd Berke
Bonn. Selbst wenn dieser David Hockney einen simplen Stuhl malt, wird das Bild zum Ereignis: Das Objekt scheint auf den Betrachter zuzustürzen, es begrüßt ihn freudig.
Der berühmte Brite (Jahrgang 1937) mit kalifornischer Wahlheimat gebietet derart raffiniert über Perspektiven und Bildräume, dass einem die Objekte unfassbar nah rücken. Jahrzehnte lange Studien im historischen Bestand, von der Renaissance-Malerei bis zu Picasso, haben den Boden für atemberaubende Kunstfertigkeit bereitet.
Allein Hockneys grandios „inszeniertes“, über sieben Meter breites Panorama vom Grand Canyon würde einen Besuch in der Bonner Bundeskunsthalle lohnen, wo jetzt eine bundesweit bislang beispiellose Werkschau mit fast 100 Gemälden zu sehen ist.
„A Bigger Grand Canyon“ (1998) ist ein ungeheuer starkfarbiges Riesenformat, bestehend aus 60 Einzeltafeln. Hier können … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Bonn, Bundeskunsthalle, David Hockney, Retrospektive
Kommentare deaktiviert für Ganz gierig auf die Wirklichkeit – Retrospektive von David Hockney in Bonn
Siepmann-Retrospektive: Freiheit im Gerüst
Von Bernd Berke
Recklinghausen. Heinrich Siepmann war immer ein ungemein stetiger und fleißiger Künstler. Allein 1220 Ölgemälde umfasst das Werkverzeichnis, das jetzt zur Retrospektive in Recklinghausen vorgelegt wird.
Kürzlich litt der 94jährige an einer Lungenentzündung – und was tat er? Er zeichnete im Krankenbett einige ganz wunderbare Pastelle. Gewiss trug das Schaffen zur Genesung bei: Am Sonntag will Siepmann zur Eröffnung seiner Werkschau in die Kunsthalle kommen.
In der so folgenreichen Künstlergruppe „junger westen“, die sich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg formierte, tat sich Siepmann u. a. mit dem vor wenigen Tagen verstorbenen Hagener Maler Emil Schumacher und mit Gustav Deppe zusammen, der am 1. September dieses Jahres starb. Nun ist Siepmann, neben Thomas Grochowiak, einer der letzten lebenden Zeitzeugen … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Heinrich Siepmann, Junger Westen, Recklinghausen, Retrospektive
Kommentare deaktiviert für Siepmann-Retrospektive: Freiheit im Gerüst
Flimmern der Freiheit – Wuppertaler Retrospektive zur Bewegungs-Kunst des Gerhard von Graevenitz
Von Bernd Berke
Wuppertal. Mit seinem Publikum hat es Gerhard von Graevenitz (1934-1983) nicht leicht gehabt. Er fand es fade, daß sich viele Leute für die elektrische Apparatur hinter seiner Bewegungskunst interessierten. Auch die psychedelische Wahrnehmung seiner Bilder war ihm ein Greuel: LSD-Schlucker, die sich um 1 968 im Rausch vor seine Werke legten und die optischen Effekte als Zutat genießen wollten, konnten ihm gestohlen bleiben.
In der Retrospektive des Wuppertaler Von der Heydt-Museums sind jetzt 72 Bilder und Objekte des oft verkannten Mannes zu sehen, der 1983 bei einem Flugzeugabsturz in der Schweiz ums Leben kam. Schwerpunkte: Op-art-Muster, die durch scharfe Kontraste zwischen schwarzen und weißen Feldern in scheinbare Bewegung geraten, sowie motorisch oder magnetisch betriebene Werke, die sich … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Gerhard von Graevenitz, Retrospektive, Von der Heydt-Museum, Wuppertal
Kommentare deaktiviert für Flimmern der Freiheit – Wuppertaler Retrospektive zur Bewegungs-Kunst des Gerhard von Graevenitz
Schweres Material beginnt zu schweben – Skulpturen und Zeichnungen von Emil Cimiotti in Recklinghausen
Von Bernd Berke
Recklinghausen. Ein Künstler kehrt an den Ort seiner ersten großen Erfolge zurück: Emil Cimiotti (65) hatte 1957 und 1959 in Recklinghausen den renommierten „Kunstpreis Junger Westen“ erhalten. Er staunt noch heute über die Folgen: „Seitdem konnte ich von meiner Kunst leben.“
Heute erzielen selbst mittlere Skulpturen des gebürtigen Göttingers Preise um 100 000 DM. In der Kunsthalle Recklinghausen, die ihm nun auf allen drei Etagen eine Retrospektive der Skulpturen und Zeichnungen ausrichtet, kann man seine künstlerische Entwicklung seit Mitte der 50er Jahre verfolgen.
Bei der Wahl des Materials zeigt Cimiotti Beharrungskraft: Von Anfang an hat er praktisch ausschließlich Bronze geformt. Hilfsweise hat man ihn dem „Informel“ zugeordnet. Doch bei Skulpturen ist das – anders als auf dem … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Bronze, Emil Cimiotti, Kunsthalle Recklinghausen, Retrospektive, Skulpturen
Kommentare deaktiviert für Schweres Material beginnt zu schweben – Skulpturen und Zeichnungen von Emil Cimiotti in Recklinghausen
Himmel und Hölle des Bildschirms – Nam June Paik in Düsseldorf
Von Bernd Berke
Einerseits ist diese Ausstellung die schiere Medienhölle: Da dröhnt es aus ungezählten Lautsprechern, da gibt es ein wahnsinniges Bildergewitter auf hunderten von TV-Geräten, da flirren irrwitzige Großprojektionen über die Wände. Hier kann man wirklich einmal testen, wie lange man dem elektronischen Terror standhält.
Andererseits findet man sich in Zonen der Ruhe und der Meditation wieder, die von den selben Medien erzeugt werden: Eine Buddha-Figur „betrachtet“ göttlich-geruhsam ihr eigenes Erscheinungsbild; eine Kamera nimmt ein Ei auf, dessen perfekte Form synchron auf verschieden große Bildschirme übertragen wird. In einem abgedunkelten Raum erstreckt sich sodann ein Garten mit echtem Grün, dessen „Blüten“ freilich aus lauter Video-Farbbildern bestehen.
All dies sind Werke von Nam June Paik, dem großen Anreger der Video- … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Fernsehen und Hörfunk, Kunst & Museen
Verschlagwortet mit 1991, Bildschirme, Düsseldorf, Fernsehen, Kunsthalle, Nam June Paik, Retrospektive
Kommentare deaktiviert für Himmel und Hölle des Bildschirms – Nam June Paik in Düsseldorf
Joseph Beuys als Leitfigur der Gegenwart – eine nahezu sakrale Schau in Düsseldorf
Von Bernd Berke
Was Düsseldorf jetzt in Sachen Kunst bietet, dürfte schwerlich zu übertreffen sein. Just haben die Große Düsseldorfer Kunstausstellung sowie eine Renato Guttuso-Retrospektive begonnen, da folgt ein doppelter Paukenschlag mit Retrospektiven auf Werke zweier Leitfiguren der Gegenwart: Joseph Beuys (Kunstsammlung NRW) und Nam June Paik (Kunsthalle, gleich gegenüber). Wenn da die Kunstpilgerfahrt an den Rhein nicht lohnt, lohnt sie nie.
Während Paik die Welt durchs mediale Auge der TV- und Videokunst sieht (die WR wird darauf zurückkommen), verwandelt Beuys die Dinge und ihre Formen in Energie-Felder. Natürlich ist nicht sein komplettes Werk in Düsseldorf zu sehen, dazu war er einfach zu produktiv. Zudem sind viele seiner Arbeiten heute standortgebunden oder aus anderen Gründen nicht verfügbar.
Aber man sieht … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Düsseldorf, Joseph Beuys, Kunstsammlung NRW, Natur - Materie - Form, Retrospektive
Kommentare deaktiviert für Joseph Beuys als Leitfigur der Gegenwart – eine nahezu sakrale Schau in Düsseldorf
Spukhafte Schraffuren – Werkschau über Paul Flora in Münster
Von Bernd Berke
Münster. Als Karikaturist der Wochenzeitung „Die Zeit“, auf deren Titelseite er von 1957 bis 1971 präsent war, ist er weithin bekannt geworden. In welchen kunstgeschichtlichen Zusammenhhängen Paul Flora (63) und seine filigranen Federzeichnungen stehen, macht jetzt eine Retrospektive im Westfälischen Landesmuseum Münster mit über 200 Exponaten deutlich (ab Sonntag, bis 18. August, Katalog 18 DM).
Schon die skurrilen Erfindungen der frühen Jahre – gezeigt werden Arbeiten ab 1940 – verdanken sich jener johen Kunst des Weglassens und dem lakonisch-souveränen Spiel mit Form und Linie, über die Flora später fast nach Belieben verfügte. Manche Blätter führen auf die Spur eines gewichtigen künstlerischen Ahnherrn: Paul Klee. Den Blick fürs abseitig-groteske Detail und immerwährende Todedrohung schärfte der Österreicher Flora eingestandenermaßen … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Allgemein
Verschlagwortet mit Die Zeit, Münster, Paul Flora, Rabe, Retrospektive
Kommentare deaktiviert für Spukhafte Schraffuren – Werkschau über Paul Flora in Münster
Nuancen des Rot – Retrospektive über Rupprecht Geiger
Von Bernd Berke
Düsseldorf. Solche, die sich wie Rupprecht Geiger über weite Phasen des künstlerischen Schaffens auf Nuancen einer einzigen Farbe konzentriert haben, dürfte es selten geben.
Nachdem Geiger lange Jahre mit der quasi-musikalischen „Kontrapunktik“, dem Spektrum zwischen Widerstreit und Gleichklang mehrerer Farben experimentiert hatte, widmete er sich immer ausschließlicher dem Rot, dessen Dimensionen er rundum ausgeschritten und das er konsequent bis zum Farb-Raum vorangetrieben hat.
In der Düsseldorfer Kunsthalle, wo jetzt die bislang größte Retrospektive auf das Lebenswerk des heute 77jährigen zu sehen ist (bis 21. Juli), ist ein solcher Farb-Raum ganz real vorhanden: ein voluminöses, blutrotes Zelt („Rote Trombe“, 1985). Auf daß man ganz und gar in der Farbe „baden“ kann, empfiehlt sich die Benutzung einer bereitliegenden Decke. … Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Düsseldorf, Kunsthalle, Retrospektive, Rupprecht Geiger
Kommentare deaktiviert für Nuancen des Rot – Retrospektive über Rupprecht Geiger


