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Schlagwort-Archive: Sauerland
Vom Alltag einer Arbeiterfamilie zwischen Ruhrgebiet und Sauerland – Martin Beckers Roman „Marschmusik“
Sowohl der Buchtitel „Marschmusik“ als auch das Sujet, nämlich die Geschichte einer Arbeiterfamilie, sind auf den ersten Blick wohl nicht zugkräftig genug, um Leser für einen Roman zu gewinnen.
Was hat schon der Alltag von Menschen zu bieten, die erst vom Bergbau und später von anderer Industrie lebten? Eine solche Frage ist zweifellos berechtigt, doch wer einmal mit dem Buch von Martin Becker begonnen hat, der legt es so schnell nicht wieder aus der Hand. Denn der Autor beherrscht die Kunst des Erzählens. Auch wenn er im klassischen Sinn keine Spannungsbögen aufbaut, sorgt er für echten Lesegenuss.
Beckers Hauptdarsteller sind die Mitglieder seiner fünfköpfigen Familie, wobei man in der wichtigsten Nebenrolle noch einen Mann namens Hartmann erwähnen sollte, einen im wahrsten Sinne „Kumpel“ des Vaters.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Alltag, Arbeitswelt & Beruf, Familie, Literatur, Region Ruhr
Verschlagwortet mit Arbeiterfamilie, Kleinstadt, Marschmusik, Martin Becker, Ruhrgebiet, Sauerland, Zeche
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Albus und Debus lassen nicht locker: Das Ruhrgebiet muss endlich Hauptstadt werden !
Ein einflussreiches US-Magazin schmäht Berlin – und schon wird dort im vorauseilenden Gehorsam fieberhaft überlegt, ob man nicht eine neue Hauptstadt braucht. Zur Auswahl stehen München, Hamburg, Köln – und das Ruhrgebiet. Hossa!
Auf geht’s. Kanzlerin Merkel beauftragt den Berliner Sozialwissenschaftler John Fettersen mit der heiklen Angelegenheit. Dessen Gewährsfrau fürs Revier ist die zungenfertige (vulgo: geschwätzige) Mia Mittelkötter, mit je einem Bein im Sauerland und in Dortmund daheim. Fettersen muss die Dame brieflich intensiv nach etwaigen Vorzügen des Ruhrgebiets befragen.
Daraus entspinnt sich – wenn auch anders als jüngst bei Martin Walser („Das dreizehnte Kapitel“) – das Hin und Her eines Briefromans. Der heißt wortspielneckisch „In der Ruhr liegt die Kraft“ und ist eine gemeinsame Schöpfung der Kabarettistin Lioba Albus und des Journalisten Lutz Debus.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Buchmarkt & Lesen, Kleinkunst & Comedy, Region Ruhr, Scherz, Satire, Ironie
Verschlagwortet mit Dortmund, Hauptstadt, In der Ruhr liegt die Kraft, Lioba Albus, Lutz Debus, Mia Mittelkötter, Ruhrgebiet, Sauerland
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Auch eine Glaubensfrage: Dortmund-Süd oder Lüdenscheid-Nord?
Immer ist von „Lüdenscheid-Nord“ die Rede, wenn Fußballanhänger aus Gelsenkirchen die verhasste Ballspielvereinigung Borussia vom Borsigplatz nicht beim echten Namen nennen wollen. Das, so meine ich, tut der Sauerland-Zentralstadt „Dortmund-Süd“ aber unrecht.
Lüdenscheid hat nämlich einiges zu bieten, wie ich kürzlich bei einem Besuch wieder bestätigt bekam. Sicher, die Architektur der Innenstadt wirkt zusammen gewürfelt, vor allem das klobige Rathaus kann man durchaus hässlich nennen, aber das Leben pulsiert, die Menschen scheinen ihre City zu mögen, und bei „Hulda am Markt“ fühlt man sich in alte Zeiten versetzt.
Und erst der Museumskomplex: Mit der Ida Gerhardi-Ausstellung gelang in den letzten Monaten ein großer Wurf, und sehr gern erinnere ich mich an den Besuch der historischen Schau „Preußens Aufbruch nach Westen“ vor vier Jahren.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Architektur & Städtebau, Stadt Land Fluss, Unterwegs
Verschlagwortet mit BVB, Lüdenscheid, Museum, Sauerland, Schalke
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„Der Seiltänzer“: Ein Priester in Westfalen
Die Abschaffung des Zölibats und Konsequenzen aus den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche – das sind die Kernforderungen einer Aufsehen erregenden Predigt, die der Priester Andreas Wingert in seiner Gemeinde hält. Wochen später sieht er sich selbst mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert und steht unvermutet vor einem Scherbenhaufen. Klugen Rat und Hilfe erhofft er sich – wie so oft in seinem Leben – von seinem besten Freund Thomas. Doch dieser liegt ausgerechnet jetzt mit einem Herzinfarkt im Krankenhaus.
Nach einem Besuch bei Thomas begibt sich Andreas auf eine Autofahrt kreuz und quer durch Westfalen, von Münster bis ins tiefste Sauerland. Diese Fahrtwird insgesamt 5 Stunden dauern. In diesen 5 Stunden erinnert sich Andreas: An eine Kindheit und Jugend in der westfälischen Provinz, an die seitdem bestehende Lebensfreundschaft mit Thomas, an die gemeinsamen Erlebnisse ihrer Studienjahre in Berlin, Köln und Bonn, Wales und München.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Glaubensfragen, Lebenswege, Literatur
Verschlagwortet mit Der Seiltänzer, Michael Göring, Münster, Sauerland, Westfalen
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Neulich im Kreuzworträtsel: Wo endet das Ruhrgebiet?
Neulich im Kreuzworträtsel die Frage: Stadt im Sauerland mit neun Buchstaben. Als Lösung sollte man dort „Ennepetal“ eintragen, aber liegt Ennepetal im Sauerland?
Wie der ganze Ennepe-Ruhr-Kreis gehören Ennepetal und die anderen acht Städte politisch zum Ruhrgebiet, sind also Mitglied im „Regionalverband Ruhr“. Landschaftlich fühlt man sich in Städten wie Breckerfeld und Ennepetal oder im Hagener Süden aber tatsächlich wie im Sauerland. Wer durch die Kreisstadt Schwelm bummelt und die verschieferten Fachwerkbauten mit den grünen Fensterläden bewundert, der wähnt sich eher im Bergischen Land. Ähnlich sieht es an den anderen Rändern des Reviers aus: Haltern ist doch kulturell und landschaftlich mehr eine münsterländische Stadt, und Xanten oder Wesel liegen natürlich am Niederrhein.
Das Ruhrgebiet ist eben eine künstliche Struktur, orientiert an der Industrieentwicklung und an dem Wunsch, eine gemeinsame Landschaftsplanung zu erreichen.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Architektur & Städtebau, Geschichte, Region Ruhr, Stadt Land Fluss
Verschlagwortet mit Ennepetal, Grenzen, Hagen, Ruhrgebiet, Sauerland
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Gernhardt, Waechter, Bernstein – das Dreikönigstreffen des höheren Sinns und Unsinns in Menden
Von Bernd Berke
Menden. Man beachte den Unterschied: Es war kein Event, es war ein Ereignis. Der vor rund dreieinhalb Jahrzehnten geschmiedete Dreierbund des parodistischen Nonsens erneuerte sich am Samstag glorreich im Kinocenter Menden: Robert Gernhardt. F. K. Waechter und F. W. Bernstein waren da – gleichsam das Dreikönigstreffen des feinfühligen Humors.
Die Briten hatten „Monty Python“, unsereins hatte Loriot und diese drei: Zur Mitte der 60er-Jahre war’s, als das unvergleichliche Trio die „Welt im Spiegel“ (WimS) schuf, jene legendären Seiten für höheren Sinn und Unsinn, die dem Satiremagazin „Pardon“ beigeheftet waren. Als so genannte „Neue Frankfurter Schule“ haben sie gewiss den Humor des sensibleren Teils der 68er-Generation mitgeprägt.
Drei einflussreiche Pioniere des geistvollen, oft das Philosophische streifenden Ulks also. Gernhardt gilt längst auch der hochmögenden Literaturkritik als feste Größe, Waechter machte seinen weiteren Weg nicht zuletzt als Kinderbuch- und Theaterautor.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Comics & Cartoons, Literatur, Scherz, Satire, Ironie, Wahnwitz, Zweizeiler, Vierzeiler usw.
Verschlagwortet mit F. K. Waechter, F. W. Bernstein, Katastrophen Kultur e. V., Kinocenter Menden, Menden, Neue Frankfurter Schule, Nonsens, Pardon, Robert Gernhardt, Sauerland, WimS
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Iserlohn: Ein Hauch der weiten Welt im Goethe-Institut – abseits der Metropolen
Von Bernd Berke
Iserlohn. 140 Goethe-lnstitute gibt s in aller Welt, wo man die Menschen mit deutscher Sprache und Kultur bekannt machen möchte. Gelegentlich müssen aus Finanznot ein paar Standorte aufgegeben werden, doch in den ganz großen Metropolen bestehen die „kulturellen Botschaften“ weiter. Arbeitet ein solches Institut in New York? Natürlich. Und in Sydney? Selbstverständlich. In Rio de Janeiro? Na, klar. Nun kommt’s aber, was nur wenige wissen: Eine dieser Einrichtungen hat ihren Sitz in Iserlohn.
Munteres Stimmen- und Sprachengewirr an der Stennerstraße, wo das Iserlohner Goethe-Institut über zwei prächtige alte Villen verfügt. Gerade hat die Pause zwischen zwei Deutsch-Stunden begonnen. 130 Sprachschüler aus aller Welt büffeln derzeit hier meist im achtwöchigen Kursus, der 175 Unterrichtsstunden umfaßt. Im Sommer herrscht Hochsaison, denn die meisten Schüler kommen in ihren Ferien.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Schule, Uni, Bildung, Sprache, Weite Welt
Verschlagwortet mit Deutsche Sprache, Goethe-Institut, Günther Hasenkamp, Iserlohn, Sauerland
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Inseln der Kunst im Sauerland – Rundfahrt zu aktuellen Ausstellungen in Arnsberg, Lüdenscheid und Schwerte
Von Bernd Berke
Arnsberg/Lüdenscheid/Schwerte. Sage niemand, daß es im Sauerland keine interessanten Ausstellungen gebe. Nur sind hier die zeitlichen und örtlichen Zwischenräume etwas größer als im Ruhrgebiet oder gar in Köln. In Südwestfalen sind es eben Inseln der Kunst. Ein paar Beispiele:
Der rührige Kunstverein Arnsberg, beflügelt auch von der Konkurrenz durch die mäzenatisch betriebene Stadtgalerie im nahen Sundern, zeigt derzeit großformatige Bilder des in Köln lebenden Klaus G. Gaida (geb. 1950). Der Ausstellungstitel „Erdrandbewohner“ bezieht sich selbstverständlich nicht aufs Sauerland, sondern auf Feuerland. Dort hat der Forscher Martin Gusinde um 1918 Sitten und Gebräuche eines bald darauf (durch Masern) ausgestorbenen Indianervolkes fotografisch festgehalten. Diese Dokumente dienten Gaida als Vorlagen. Man sieht phantastische Wesen wie von anderen Sternen, zu strengen Haltungen erstarrte Rituale der Geisterbeschwörung.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Kunst & Museen
Verschlagwortet mit Arnsberg, Galerie Friebe, Heinz Richter, Ivan Popovic, Joachim Bandau, Klaus G. Gaida, Kunst, Kunstverein Arnsberg, Kunstverein Schwerte, Lüdenscheid, Sauerland, Städtische Galerie Lüdenscheid, Uwe Obier
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Zeugnisse aus grauer Vorzeit: Auch Höhlen im Sauerland sind ergiebige Fundorte
Von Bernd Berke
Münster. Das seit 1980 gültige Denkmalschutzgesetz hat enorme Erleichterungen für die Wissenschaftler mit sich gebracht: Nicht nur historische Bauten, sondern auch zahlreiche Zeugnisse pflanzlichen und tierischen Lebens aus der Vorzeit konnten seither besser erhalten und ausgewertet werden. Diese Bilanz zog gestern in Münster der für ganz Westfalen zuständige Paläontologe des Westfälischen Museums für Archäologie, Dr. Jörg Niemeyer.
Seit 1980 gelten wichtige erdgeschichtliche Funde nämlich als „Bodendenkmäler“. So wird beispielsweise Fossilien-Findern eine Anmeldepflicht auferlegt. Wird sie eingehalten, so können sich Dr. Niemeyer und seine Mitarbeiter sofort auf den Weg „vor Ort“ machen. Sie könnten dort in dringenden Fällen sogar die Unterbrechung von Bauarbeiten veranlassen – gegen entsprechende Entschädigung. Zu diesem drastischen Mittel wurde bisher allerdings noch nie gegriffen, denn, so Niemeyer: „Damit würden wir mögliche Informanten abschrecken“.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Wissenschaft
Verschlagwortet mit Archäologie, Bodendenkmäler, Denkmalschutzgesetz, Fundorte, Höhlen, Jörg Niemeyer, Kiesgruben, Münster, Sauerland, Westfalen
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Archäologen wollen nun in Südwestfalen gründlicher graben – Neuer „Vorposten“ in Olpe
Von Bernd Berke
Olpe. Trotz Verknappung der Finanzmittel soll jetzt die archäologische Tätigkeit in Südwestfalen, vor allem im Märkisehen Kreis, im Hochsauerlandkreis und im Kreis Olpe, vorangetrieben werden. Auf dem Weg zu diesem Ziel ist man seit gestern einen Schritt weiter: Eine neue Außenstelle des Westfälischen Museums für Archäologie wurde in Olpe eingeweiht. Das Institut soll den gesamten Regierungsbezirk Arnsberg betreuen.
Wie Dr. Bendix Trier, Direktor des in Münster ansässigen Westfälischen Museums für Archäologie, gestern in Olpe mitteilte, sind in den letzten Jahren zahlreiche archäologische „Bodendenkmäler“ für immer zerstört worden, weil Fachleute nicht schnell genug vor Ort sein und rettend eingreifen konnten. Das solle sich mit der Errichtung des Olper „Vorpostens“ bessern. Die Außenstelle am Biggesee startet mit acht Mitarbeitern, darunter zwei Wissenschaftlern und will – so ihr Leiter, Dr.… Weiterlesen
Veröffentlicht unter Geschichte, Wissenschaft
Verschlagwortet mit Archäologie, Bendix Trier, LWL, Olpe, Philipp Hömberg, Sauerland
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