Und ewig grüßt das Facebook-Tier

Es ist Morgen.

Computerlogdaten: Web 0, 17690

Langgezogene Breitengrade. Rotweinreste im System.

Schwerkraft beträchtlich.

Die Vögel pfeifen trotzdem.

Zur Untermalung, prasselnder Regen.

Auf Facebook gibts  quasselnden Regen.

Da trommelts auf die Festplatte.

Manchmal fühlt man sich wie Spock.

Vulkanisiert.

Da geht nichts mehr durch.

Man ist dicht.

Eine gummierte Haut schottet einen ab.

Was hat man mit der Welt zu tun?

Welche Welt überhaupt?

Man spricht so leicht von Welt.

Als ob man wüsste, was das sei.

Man gibt sogar vor zu wissen,

was das ist.

„Die Welt zu Gast bei Freunden“ – hieß das nicht so?

Das wäre eng geworden.

Weltfußballer. Weltmeister. Weltbaumeister. Weltschriftsteller.

Welthausfrau. Weltpolitiker. Weltbademeister…

Wir sind getitelt.

Wir sind sowas von getitelt, dass uns manchmal etwas fehlt.

Etwas mehr Tiefenschärfe, bitte !

Ich bitte Sie, ich bitte mich.

Dann kann ich auch gleich die Welt bitten…

Stefan Dernbach ( LiteraTour )

http://www.stefandernbach.kulturserver-nrw.de/

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Über Stefan Dernbach

Freier Autor, soweit man von Freiheit sprechen kann Prosa & Lesungen Journalismus Bloggen Fotografie Vorläufiger Exil-Ort: Siegen
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4 Kommentare zu Und ewig grüßt das Facebook-Tier

  1. Stefan Dernbach sagt:

    @ Günter Landsberger

    Eines steht fest –
    wir begreifen die Welt bestenfalls
    an ihren Rändern,
    alles andere zu behaupten,
    wäre Anmaßung.

  2. Stefan Dernbach sagt:

    @ Fausto Maijstral

    Beste Grüße zurück vom Gefechtsstand…
    Auch heute fliegen einem die Buchstaben
    nur so um die Ohren…

  3. Fausto Maijstral sagt:

    Bierreste und format c:\. Bin mit Leichtigkeit im Nachvollzug, Herr Dernbach. Sehr schön. Danke!

  4. Ist „die Welt“ denn wirklich „alles was der Fall ist“? Hat Wittgenstein da Recht? Und wenn ja, in welchem Sinne?
    Oder ist „die Welt“ ein irgendwie doch noch verbliebener, sozusagen restmetaphysischer Begriff?

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