Archiv des Autors: Bernd Berke

Über Bernd Berke

Langjähriger Kulturredakteur bei der Anfang 2013 verblichenen Westfälischen Rundschau (Dortmund), die letzten elf Jahre als Ressortleiter. Zwischenzeitlich dies und das, z. B. Prosaband „Seitenblicke" (edition offenes feld, 2021), vereinzelt weitere Buchbeiträge, Arbeit für Zeitschriften, diverse Blogs und andere Online-Auftritte. Seit 2011 hier. Und anderswo. Und überhaupt.

Was ein ambitionierter Setzer und Drucker mit Texten von Max Goldt anstellt

Wie auf jedes neue Buch von Max Goldt, so habe ich mich auch auf dieses gefreut. Doch ach, die Vorfreude wurde hernach ein wenig geschmälert.

Die herrlich schrägen Texte des Meisters sind in die Hände eines leidenschaftlich traditionsversessenen Setzers, Druckers und Typographen gefallen. Mit Goldts Einverständnis, ja gewiss doch.

Bisher hat sich der Drucker Martin Z. Schröder in seiner Berliner Werkstatt seit 1998 nur für Kleinverlage über Goldts Kolumnen hergemacht – und dabei recht achtbare Auflagen erzielt. Jetzt sehen wir die dabei entstandenen Seiten als Edition bei Rowohlt Berlin im Faksimile, also gleichsam aus zweiter Hand. Der Band heißt „Chefinnen in bodenlangen Jeansröcken“. Ein typischer Goldt-Titel im Geiste des höheren Nonsens, der freilich immer wieder unversehens ins erhaben Sinnhafte beidreht.… Weiterlesen

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TV-Nostalgie (26): Immer hübsch harmlos bleiben – Als Hans Rosenthal „Dalli Dalli“ rief

„Alles Gute, alles Liebe – Ihr Hans Rosenthal“. Wer sich nach der Show so von seinem Publikum veabschiedet und dazu noch einen tiefen Diener macht, der will einfach nur nett sein und nirgendwo anecken. Rosenthal war mit „Dalli Dalli“ beim harmonieträchtigen ZDF genau richtig.

Die Spielshow lief von 1971 bis 1986 allmonatlich und brachte es auf 153 Folgen. Wahrhaftig ein „Dauerbrenner“.

Nichts für junge Leute

Ganz ehrlich: Als wir damals jung waren, haben wir die Sendung noch nicht mal ignoriert. Solche Unterhaltung war uns völlig egal, so überaus bieder, brav und saubermännisch kam sie daher. Unausgesprochenes Motto: Allen wohl und keinem weh.

Der nette Herr Rosenthal vor der Waben-Deko im Stil der 70er Jahre (Screenshot aus: http://www.youtube.com/watch?v=y8sKHHGRXqw)

Der nette Herr Rosenthal vor der Waben-Deko im Stil der 70er Jahre (Screenshot aus: http://www.youtube.com/watch?v=y8sKHHGRXqw)

Heute urteilt man … Weiterlesen

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Was seit Wilhelm Busch geschah: 150 Jahre deutsche Comics in Oberhausen

Da hat man sich in Oberhausen hübsch was vorgenommen: Nicht weniger als die ganze Geschichte des deutschsprachigen Comics seit Wilhelm Busch will man in prägnanten Beispielen nacherzählen. Besucher der neuen Ausstellung „Streich auf Streich“ dürfen ausgiebig der Augenlust frönen, sehen sich aber auch gefordert.

In Zahlen: Die Tour durch 150 Jahre Comic-Historie ist in 15 Kapitel („Streiche“) unterteilt, rund 300 Originalzeichnungen und 60 Erstdrucke sind in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zu sehen. Die Schau erstreckt sich weitläufig über mehrere Etagen und umfasst die ganze mediale und stilistische Bandbreite. Gastkurator Martin Jurgeit zeigte sich höchst angetan von solchen Ausbreitungs-Möglichkeiten. Er kann in Oberhausen noch mehr auftrumpfen als in Hannover, für dessen Wilhelm-Busch-Museum er die Schau geplant hat.

Wilhelm Busch: Zeichnung aus "Max und Moritz", 1865 (© Wilhelm Busch - Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst)

Wilhelm Busch: Zeichnung aus

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Die Dinge beginnen zu denken – „Schöne schlaue Arbeitswelt“ in der Dortmunder DASA

Klingt doch erst mal richtig nett: „Schöne schlaue Arbeitswelt“ heißt die neue Schau in der Dortmunder DASA, dem Ausstellungshaus, das der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin angegliedert ist. Doch der Blick in die Zukunft weckt gemischte Gefühle.

Es geht um einige Ausprägungen der sogenannten „Ambient Intelligence“ (etwa: Umgebungs-Intelligenz), welche sich z. B. mit „denkenden“ Büros, Datenbrillen und allerlei Sensoren anschickt, weite Teile unseres Alltags zu bestimmen, also nicht nur die Arbeitswelt; wie denn überhaupt Grenzen zwischen Arbeit und sonstiger Lebenszeit auf vielen Feldern fallen.

Es ist keine Science-Fiction mehr. Wir sind schon mittendrin in diesen tiefgreifenden Prozessen mit eigenständig parkenden Autos und einkaufenden Kühlschränken, um nur zwei populäre Phänomene zu nennen. Und es ist beileibe nicht alles verheißungsvoll, was da … Weiterlesen

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Im Dickicht der Netze: Die Deutsche Bahn fällt auch beim ARD-Test durch

Warten auf den Zug: Aufnahme aus dem Hamburger Hauptbahnhof. (Foto: WDR/dpa/Bodo Marks)

Warten auf den Zug: Aufnahme aus dem Hamburger Hauptbahnhof. (Foto: WDR/dpa/Bodo Marks)

Es dürfte schwerfallen, ein Unternehmen zu finden, über das mehr geschimpft wird. Insofern konnte „Der Deutsche Bahn-Check“ (ARD) doch nur ins Schwarze treffen, oder?

Untersucht wurden (in gewohnt flotter Manier) Preise, Pünktlichkeit, Sauberkeit und Einhaltung der ziemlich vollmundigen Tempo-Versprechen. Wer glaubt denn wohl, die Deutsche Bahn hätte alle Prüfungen mit Bravour bestanden? Na, bitte. Vermutlich niemand. Und dabei wurden Themen wie der betrübliche Zustand vieler Bahnhöfe noch nicht einmal angeschnitten.

Rätselhaftes Preisgefüge

Vorwiegend junge Tester begaben sich für die Reportage ins Dickicht der Bahnnetze. Sie standen ratlos vor Fahrkarten-Automaten, wurden auch – nach langen Wartezeiten – bei persönlicher Beratung oft nicht schlauer und zahlten fast durchweg etliche Euros … Weiterlesen

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Die Ferres als Kanzlerin – Romanze geht vor

Wer lässt sich nur solche Romanzen einfallen? Blonde deutsche Bundeskanzlerin, Single und kinderlos, trifft beim Staatsbesuch erstmals den neuen französischen Präsidenten. Beide kommen einander „irgendwie bekannt“ vor.

Und siehe da: Sie hatten vor 25 Jahren – just in Berlin beim Mauerfall – eine heiße Nacht miteinander. Nur: Das Adresszettelchen, das ihr der damalige französische Student ins Handtäschchen steckte, das wurde vom Winde verweht. Ob die Liebe immer noch Bestand hat?

Ein wahres Spitzentreffen

Bei solchen Herzblatt-Angelegenheiten treten auch Polit-Petitessen wie das deutsch-französische Energieabkommen erst einmal flugs in den Hintergrund. „Die Staatsaffäre“ (SAT1) ist also durchaus wörtlich zu nehmen. Das Gipfeltreffen wird sozusagen zum Spitzentreffen, wobei man dann feixend an Spitzenhöschen denken darf.

Dabei wollte die edelmütig, aber auch machtbewusst denkende … Weiterlesen

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Durch die Röhre ins Museum – Gregor Schneiders irritierende Raumplastik in Bochum

Zugegeben: Für ein paar Momente war ich wirklich etwas verunsichert und habe mich gefragt, wie schnell ich wohl aus dieser Röhre wieder herausfinde. 100 Meter können einem recht lang vorkommen. Doch das etwas flaue Gefühl hat sich dann sehr rasch wieder verflüchtigt.

„Ich freue mich, den Haupteingang des Museums zu schließen.“ Diesen seltsamen Satz hatte der international renommierte Künstler Gregor Schneider („Haus U r“) in einer Email an den Ruhrtriennale-Intendanten Heiner Goebbels geschrieben. Ein Museum schließen? Was geht denn da vor?

Man soll das Haus der Kunst jetzt bis zum 12. Oktober durch ein Röhrensystem betreten. Wer sich davor fürchtet, kann freilich auch ein Hintertürchen nehmen. Doch dann versäumt man eine ungewohnte Erfahrung.

Außenansicht: So führt die Röhre ins Bochumer Kunstmuseum. (Alle Fotos: Bernd Berke)

Außenansicht: So führt die Röhre ins Bochumer

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ARD: Alle talken nur noch über Islamismus

Was ist nur in die ARD gefahren? Nach der Sommerpause talken sie dort jetzt alle über Themen rund um den Islamischen Staat (wahlweise IS oder ISIS). Gibt es denn da keine Koordination, keinerlei Absprachen?

Am Montag sprach Frank Plasberg mit seinen Gästen über Waffenlieferungen ins Krisengebiet. Am späten Dienstagababend ging’s in „Menschen bei Maischberger“ ums kernig formulierte Thema: „Angst vor Gotteskriegern: Bedroht dieser Islam auch uns?“ Und schon am morgigen Donnerstag lädt Reinhold Beckmann zur nächsten einschlägigen Gesprächsrunde. Titel: „IS-Terror: Wer sind die islamistischen Fanatiker?“

Etwas mehr Vielfalt, bitte!

Gewiss, die Gästelisten sind nicht identisch, wenn auch teilweise artverwandt. Seltsam jedoch, dass gleich drei Talkmaster in derselben ARD-Programmwoche dasselbe Themenfeld beackern. Ein bisschen mehr Vielfalt dürfte es schon sein! Nur … Weiterlesen

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Kratzer am Bild von Ikea

Gibt es da draußen jemanden, der noch kein Ikea-Regal zusammengebaut hat? Wohl kaum. Eine Reportage über das „unmögliche Möbelhaus“ geht uns also alle an.

Ordentlich eingekauft: Eine Familie verlässt ein Ikea-Einrichtungshaus. (Bild: WDR/Thomas Brill)

Ordentlich eingekauft: Eine Familie verlässt ein Ikea-Einrichtungshaus. (Bild: WDR/Thomas Brill)

Viele verbinden mit Ikea eine entspannte, freundliche und familiäre Atmosphäre. Doch „Der Ikea-Check“ (ARD), der über weite Strecken überzeugte, fiel nicht ganz so schmeichelhaft aus. Ein erster Vergleichstest mit einem großen Kölner Möbelhaus ergab, dass der Einkauf bei Ikea offenbar deutlich stressiger ist – Körpersensoren brachten es an den Tag.

Die Lust am Zusammenbauen

Erstaunlich, wie Versuchsgruppen ein und dasselbe Nachtschränkchen teurer einschätzten, wenn es noch zusammengebaut werden musste, als wenn es schon fertig vor ihnen stand. Allen Flüchen beim Hämmern und Schrauben zum Trotz: Das … Weiterlesen

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„Jeder soll leben, für immer“ – „Das Buch gegen den Tod“ aus dem Nachlass von Elias Canetti

Es ist kein erzählendes Werk, auch keine Lyrik, kein Tagebuch und keine philosophische Abhandlung. Was aber ist Elias Canettis „Buch gegen den Tod“?

Schwer zu sagen. Man liest zahllose einzelne Sätze und Absätze, oft in Paradoxien zugespitzt, vielfach in aphoristisch vollendeter Form. Bruchstücke einer großen Konfession. Eine imponierende, sprachlich und gedanklich funkelnde Materialsammlung – wider den Tod. Ein „unmögliches“ Unterfangen also? Doch genau solche verzagten, schicksalsergebenen Gedanken hätte Canetti nicht gelten lassen. Obwohl auch er gelegentlich solche Anwandlungen hatte. So bezichtigt er seine eigenen Mühen einmal mit diesen Worten: „…nichts als ein Prahlen und von Anfang zu Ende so hilflos wie jeder andere.“

Zeitlebens hat Elias Canetti („Die Blendung“, „Masse und Macht“) Sätze und Gedanken aufgehoben, die sich dem Tod … Weiterlesen

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Immer munter und vergnügt: Vom Leben älterer Menschen rund um den Erdball

Stets selbst mit im Bild: ZDF-Reporterin Anja Roth - hier mit dem sardischen Schäfer Tonino Tola (84). (Bild: ZDF/Frederic Ulferts)

Stets selbst mit im Bild: ZDF-Reporterin Anja Roth – hier mit dem sardischen Schäfer Tonino Tola (84). (Bild: ZDF/Frederic Ulferts)

Im ZDF haben sie mal wieder alle Probleme dieser Welt einfach weggelächelt.

„Wie geht die Welt mit ihren Alten um?“ lautete das Thema – und wurde weitgehend verfehlt. Es war gedankenarmes Wohlfühl-Fernsehen nach Art eines Boulevard-Magazins, mit dem uns die Reporterin Anja Roth vom Leben älterer Menschen rund um den Erdball berichtet hat. Immer lachend, immer munter und vergnügt. Wirklich gravierende Probleme oder gar bedrückende Armut kamen ja auch in dieser neuen Ausgabe von „außendienst XXL“ kaum vor. Im Gegenteil: Die meisten der gezeigten Leute konnten sich das bessere Leben schlichtweg finanziell leisten.

Fit und schön in Brasilien

Immer selbst … Weiterlesen

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„Das weiße Gold der Kelten“: Salz hält auch uralte Fundstücke frisch

Wo vor Jahrzehnten noch das „Schwarze Gold“, also Kohle, das Leben bestimmt hat, geht es nun ums „Weiße Gold“ in viel weiter entfernten Zeiten: In Herne zeigt das LWL-Museum für Archäologie die aus Wien kommende Ausstellung „Das weiße Gold der Kelten – Schätze aus dem Salz“.

Es geht um staunenswerte Funde aus Hallstatt (Oberösterreich), wo schon in der Jungsteinzeit Salz gewonnen wurde. Um 1500 v. Chr. waren dann die bronzezeitlichen Kelten schon versiert im Salzbergbau. Etwa 1245 v. Chr. beendete ein katastrophaler Erdrutsch diese Phase. Die Geschichte des quasi (vor)industriellen Abbaus beginnt um das Jahr 850 v. Chr., in der frühen Eisenzeit. Die Kelten meißelten sich ins Innere der Berge vor, entlang der Salzadern stellenweise über 300 Meter tief. So … Weiterlesen

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TV-Nostalgie (25): „Am laufenden Band“ – Als Rudi Carrell das Fernsehen in Schwung brachte

Rudi Carrell in der Sendung vom 25. April 1976. (Screenshot aus: https://www.youtube.com/watch?v=zgADLE9zduU)

Rudi Carrell in der Sendung vom 25. April 1976. (Screenshot aus: https://www.youtube.com/watch?v=zgADLE9zduU)

Dass Rudi Carrells phänomenaler ARD-Fernseherfolg „Am laufenden Band“ ein Produkt der 70er Jahre war, merkt man an manchen Einzelheiten sehr deutlich.

Dies alles war beispielsweise in der Ausgabe vom 25. April 1976 zu erleben, die jetzt noch komplett im Internet zu besichtigen ist: Showmaster Rudi Carrell trägt zeittypische Schlaghosen. Bei einem Kreativspielchen wird die arabische Sprache derart wüst parodiert, wie dies heute kaum noch öffentlich-rechtlich denkbar wäre.

Spiel mit den Geschlechterrollen

Und weiter: An etlichen Stellen der Sendung wird klar, wie festgelegt die männlichen und weiblichen Rollenmuster immer noch gewesen sind. Ein neckisches Rollentausch-Spiel, bei dem die Frauen in die Kneipe und die Männer in die Küche gehen, … Weiterlesen

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TV-Nostalgie (24): „Der große Bellheim“ – Die älteren Herren wollen es noch einmal wissen

Vier ältere Herren wollen es noch einmal wissen – und wie! Wohl selten ist der Segen langjähriger Berufserfahrung so schlüssig vor Augen geführt worden wie im legendären Vierteiler „Der große Bellheim“.

Drei vom Quartett (v. li.): Mario Adorf, Will Quadflieg, Hans Korte - es fehlt nur Heinz Schubert. (Screenshot aus: https://www.youtube.com/watch?v=qP0JA3vx_gs)

Drei vom Quartett (v. li.): Mario Adorf, Will Quadflieg, Hans Korte – es fehlt nur Heinz Schubert. (Screenshot aus: https://www.youtube.com/watch?v=qP0JA3vx_gs)

Regisseur Dieter Wedel konnte bei den Dreharbeiten (1991/92) auf eine ungemein erlesene Darstellerriege vertrauen – allen voran das Quartett Mario Adorf (in der Titelrolle des Peter Bellheim), Heinz Schubert, Will Quadflieg und Hans Korte. Sie raufen sich nach und nach zusammen, um das altehrwürdige Kaufhaus Bellheim zu sanieren, das in Schieflage geraten ist und überdies von fiesen Finanzjongleuren (Heinz Hoenig, Leslie Malton) skrupellos attackiert wird.

Langweiliger Ruhestand

Eigentlich hatte … Weiterlesen

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Zum Tod des Englischlehrers

Natürlich kündet es vom Nahen des eigenen Todes, wenn immer mehr Menschen sterben, die man gekannt hat. Und wieder ist einer dahin…

Es ist schon fast ein halbes Jahr her. Durch einen Schulfreund habe ich es erst jetzt erfahren.

Er war unser Englischlehrer im Gymnasium, genauer: ab der Mittelstufe. Vorher hatten wir einen, der hauptsächlich Sport gab und Englisch nur nebenher betrieb. Eigentlich ein Witz.

Dieser aber war vergleichsweise ein Geistesriese. Trug einen Doktortitel. Hat nach und nach ein paar Bücher zur Textinterpretation verfasst. Man munkelte gar, dass er von mehreren Universitäten umworben werde. Er aber blieb bis zur Pensionierung an dieser Schule. Ein Heros der Selbstbescheidung?

Relikt schwerer Schulstunden: Die ersten Seiten von Shakespeares "Macbeth" mit Randnotizen. (Foto: Bernd Berke)

Relikt schwerer Schulstunden: Die ersten Seiten von Shakespeares „Macbeth“ mit Randnotizen. (Foto: Bernd

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Mäuse, Schweinchen, Feen und Pinguine: Sehenswerte Trickserien für Vorschulkinder

Mit Kindern lernt man nahezu zwangsläufig auch Kinderfernsehen kennen – alles in Maßen und sorgfältig ausgewählt, versteht sich. Und immer sollte das Vorlesen das Flimmern bei weitem überwiegen. Das musste auch mal wieder gesagt werden, nicht wahr?

Doch es gibt eben phantasievolle Trickserien, die auch im Sinne einer frühen „Medienkompetenz“ wirken dürften und gleichwohl vor allem unterhaltsam sind. Episoden sind reichlich im Internet zu finden und können also zur gefälligen Wunschzeit betrachtet werden. Ich habe hier einige Beispiele verlinkt, und zwar nur aus Produktionen, die ich für empfehlenswert halte; sofern man sie zusammen anschaut und bei Bedarf darüber redet.

Ben und Holly im Vorspann einer Episode von "Ben & Holly's Little Kinddom". (Screenshot aus: http://www.youtube.com/watch?v=NSwNiZidAbA)

Ben und Holly mit Gaston, dem Marienkäfer – im Vorspann einer Episode von „Ben & Holly’s Little Kingdom“. (Screenshot aus: http://www.youtube.com/watch?v=NSwNiZidAbA)

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Radio-Legende: Als Carmen Thomas jede Woche mit dem Ü-Wagen aufkreuzte

Wer erinnert sich noch an diesen markanten Zeitpunkt der Radio-Geschichte? Es war vor beinahe 40 Jahren, am 5. Dezember 1974, als es erstmals hieß: „Hallo, verehrte Hörerinnen und Hörer. Hier meldet sich der Ü-Wagen, hier meldet sich Carmen Thomas.“

Zur Premiere der WDR-Sendung „Hallo Ü-Wagen“ wurde über Nikolausbräuche geredet – und darüber, ob man die Kinder über den Weihnachtsmann „belügen“ dürfe. Es waren halt die 70er Jahre, als manche meinten, alles in Frage stellen zu müssen.

Alle sollten mitreden dürfen

Carmen Thomas, die die Sendung bis 1994 moderierte, gehörte jedoch nicht zu den erbitterten Polit-Aufklärerinnen jener Jahre. Eher im Gegenteil. Bei ihr konnte alles zum Thema werden – und praktisch alle sollten mitreden dürfen. Mal angemessen ernst, mal leicht und … Weiterlesen

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TV-Nostalgie (23): Dieter Kürten und die große Zeit beim „Aktuellen Sportstudio“

Mit den Jahren beschleicht einen bei manchen Dingen das Gefühl, dass sie früher einfach besser gewesen sind. So auch beim „Aktuellen Sportstudio“ im ZDF. Das wurde – im Gegensatz zu heute – in der guten alten Zeit noch live gesendet. Und gern erinnert man sich an sympathische Moderatoren wie Harry Valérien und Dieter Kürten.

Wir konzentrieren uns mal auf Dieter Kürten (geboren 1935 in Duisburg), der 1963 über eine Düsseldorfer Boulevardzeitung zum ZDF kam. Von 22. Oktober 1967 bis zum 30. September 2000 (!) hat er „Das aktuelle Sportstudio“ 375 Mal moderiert – ein phänomenaler Rekord.

Locker und seriös zugleich

Spaßeshalber (und es hat wirklich Freude gemacht) habe ich mir noch einmal eine Sendung von 1985 angeschaut, außerdem einige weitere … Weiterlesen

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Rätsel des Alltags (4): Spinnenkleber

Warum ruft man die „Revierpassagen“ auf? Richtig, wegen der zahllosen weltexklusiven Geschichten. So war hier schon von ungeahnten Alltagsrätseln wie dem Stöpsel-Spuk, dem Brezelschwund und den Problemkassen die Rede. Und jetzt dies:

Ich bin kein Insektenforscher, sondern eher das Gegenteil, wenn es das geben sollte. Doch dieser Tage habe ich ein rätselhaftes Phänomen aus dem Reich der Entomologie beobachten dürfen: Ein spinnenartiges Kleinlebewesen (genauer vermag ich es halt nicht zu sagen) krallte sich an der naturgemäß glatten Seitenscheibe meines Autos fest. Selbst bei rund 120 Stundenkilometern blieb das winzige Tier am Glas haften. Wie ist so etwas nur möglich?

Leider unscharf: ein spinnenartiges Wesen an der Autoscheibe. (Bild: Forschungsprojekt Berke)

Leider unscharf: ein spinnenartiges Wesen an der Autoscheibe. (Bild: Forschungsprojekt Berke)

Staunend steht man mal wieder vor einem Rätsel des Alltags. … Weiterlesen

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Kartellamt setzt Grenze: Lensing darf Funke-Lokalteile nicht vollends übernehmen

Sieh an, es gibt Neuigkeiten aus der Presselandschaft im Großraum Dortmund: Das Bundeskartellamt hat offenbar die vollständige Übernahme von 7 Lokalausgaben der Funke-Gruppe (vormals WAZ-Gruppe) durch den Dortmunder Lensing-Verlag („Ruhrnachrichten“) verhindern wollen. Deshalb hat Lensing den entsprechenden Antrag zurückgezogen, wie mehrere Mediendienste übereinstimmend berichten.

Weitere Konsequenzen aus dem Veto der Kartellwächter sind noch unklar. Angeblich gibt es bei Funke einen Plan B für die besagten Ausgaben. Das Konzept dürfte nach Lage der Dinge allerdings mehr juristische und betriebswirtschaftliche als publizistische Elemente enthalten.

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Konkret geht es um die Ausgaben der WAZ und der Westfälischen Rundschau (WR, seit Februar 2013 ohne eigene Redaktion) in Dortmund, Castrop-Rauxel und Lünen (jeweils WAZ und WR) sowie Schwerte (WR).

Die Ruhrnachrichten, die schon seit Anfang 2013 … Weiterlesen

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Christian Wulff als Talk-Gast: Einblicke ins Räderwerk zwischen Politik und Presse

Im Februar 2012 ist Christian Wulff von seinem Amt als Bundespräsident zurückgetreten. Jetzt begab er sich erstmals wieder in eine TV-Talkshow: Maybrit Illner (ZDF) hatte also eine kleine Sensation zu bieten, für die sie auch ihre Sommerpause verschob und die Sendezeit überzog.

Man bekam immerhin ein paar kleine Einblicke ins ratternde Räderwerk zwischen Politik, Presse und Justiz.

Feldzug gegen Kampagne

Wulff, inzwischen gerichtlich von allen Vorwürfen der Vorteilsnahme und Korruption freigesprochen, zieht seit einigen Wochen mit einem Buch („Ganz oben, ganz unten“) gegen die Pressekampagne zu Felde, die ihn damals in den Rücktritt getrieben habe. Es scheint so, als sei auf allen Seiten Selbstgerechtigkeit im Spiele.

Lag’s daran, dass er als Präsident gesagt hat „Der Islam gehört zu Deutschland“? War … Weiterlesen

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Kultur hat Ruh‘ – ein sommerliches Idyll

Die Theaterferien sind ausgebrochen, die großen Konzertzyklen sind vorerst vorbei und in den Museen beginnen einstweilen keine neuen Ausstellungen. Kultur hat sommerliche Ruh’.

Man kann es an den Kulturteilen der Zeitungen und überhaupt an kulturgeneigten Publikationen – so schließlich auch an den Revierpassagen – ablesen, dass bis auf ein paar routiniert gezimmerte Sommerreihen (vorzugsweise Comedy sowie Rock & Pop) derzeit nicht viel Nennenswertes anliegt. Jaja, ein paar schüttere Gegenbeispiele gibt es immer, doch die bestätigen die Regel.

Postkartenreifer Sonnenuntergang in Egmond, Holland (Foto: Bernd Berke)

Postkartenreifer Sonnenuntergang in Egmond, Holland (Foto: Bernd Berke)

So zynisch das klingen mag: Wahrscheinlich waren manche Redaktionen insgeheim froh, dass sie jüngst wenigstens einige Nachrufe auf verstorbene Kulturgrößen bringen konnten. Irgendwie muss das Blatt ja gefüllt werden, irgend etwas muss es geben zum … Weiterlesen

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TV-Nostalgie (22): „Ein Herz und eine Seele“ – als „Ekel Alfred“ gegen die Sozis wetterte

Was für ein Kotzbrocken! Alle Welt kannte den Mann als „Ekel Alfred“. Den Beinamen hatte er sich wahrlich verdient.

Mit seiner Familie im Ruhrgebiets-Reihenhaus war dieser Alfred Tetzlaff keineswegs „Ein Herz und eine Seele“, wie der Serientitel ironisch verhieß. Nein, mit diesem monströsen Oberspießer konnte keiner in Frieden leben. Zu sagen, dass der Haussegen ständig schief hing, wäre eine Untertreibung.

Engstirniges Weltbild

Ab Anfang 1973 wetterte Alfred (großartig gespielt von Heinz Schubert) gegen alles, was nicht in sein engstirniges Weltbild passte und nach „Sozis“ oder gar Kommunismus roch. Jede Veränderung im Lande war ihm verdächtig. Mal ehrlich: Gibt es solche kleinen Alfreds nicht auch heute? Ja, sie gerieren sich zum Teil noch hemmungsloser: „Man wird doch noch mal sagen dürfen, … Weiterlesen

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Nur ein Ausruf statt eines vierfachen Nachrufs: Verfluchter Tod!

(Foto: Bernd Berke)

(Foto: Bernd Berke)

Die Einschläge kommen näher? Nein, mit diesem billigen Schauder-Scherzchen kommen wir nicht davon, wenn – wie dieser Tage – kulturelle Vorbilder in rasend kurzer Abfolge sterben.

Man verzeihe die in der Summe beinahe lieblos wirkende Aufzählung, doch sie alle haben in den letzten Tagen die Welt verlassen: der Dirigent Lorin Maazel, der Schauspieler Gert Voss, die Schriftstellerin Nadine Gordimer und der Rockgitarrist Johnny Winter.

Ganz verschiedene Gestalten der Künste, fürwahr. Doch jede(r) eine große Schöpferkraft auf seinen Feldern. Menschen, die in beispielhafter Weise verwirklicht haben, was ihnen gegeben war.

Dies ist kein Nachruf. Erst recht kein vierfacher. Ich kann wahrlich nicht behaupten, dass ich von allen vier Werken gleich viel verstünde. Wer könnte das schon? Aber man … Weiterlesen

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Aus alten Zeitungszeiten: Was Rapunzel mit der Rundschau zu tun hatte

"Rapunzel"-Sammelbild von 1957. (Foto: Bernd Berke)

„Rapunzel“-Sammelbild von 1957. (Foto: Bernd Berke)

Durch Zufall habe ich jetzt einen Satz Märchenbilder gefunden, der generell an bessere Zeiten im hiesigen Zeitungswesen und speziell an die Vergangenheit der Westfälischen Rundschau (Dortmund) erinnert.

Die Bildchen, die seinerzeit als Quittungen für den Bezug der „Rundschau“ ausgehändigt wurden, stammen aus den Jahren 1957 und 1958. In jenen Zeiten erschien das Blatt nicht nur bis weit hinauf ins Emsland, sondern auch noch in großen Teilen des Ruhrgebiets; vom Dortmunder Umland und Südwestfalen ganz zu schweigen.

Ausweislich der Quittungen kostete ein Monatsabonnement der Westfälischen Rundschau (WR) damals 4 Mark, ab 1958 waren 4,50 DM fällig. Man sprach noch von Zeitungsboten, erst etwa seit den 70er Jahren hieß es offiziell „Zusteller“ (wie man Auszubildende statt … Weiterlesen

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Die Dekadenz der britischen Oberschicht – Evelyn Waughs Roman „Verfall und Untergang“

Jetzt mal Hand aufs Herz, dies ist doch ein allerliebster Romananfang: „Mr. Sniggs, der Prodekan, und Mr. Postlethwaite, der Schatzmeister, saßen allein in Mr. Sniggs’ Zimmer, das auf den Gartenhof des Scone College ging. Aus der Wohnung von Sir Alastair Digby-Vaine-Trumpington, zwei Aufgänge weiter, drang wildes Grölen…“

Man muss sich diesen ersten Satz im schönsten Oxford-Akzent gelesen vorstellen – und schon kann man sich in jenem herrlichen Loriot-Sketch mit Evelyn Hamann wähnen.

waugh-verfallTatsächlich hat Evelyn Waughs erstmals 1928 erschienener Roman „Decline and Fall“ auch in der neuen deutschen Übersetzung von Andrea Ott (Titel jetzt „Verfall und Untergang“ statt „Auf der schiefen Ebene“), seine ureigenen parodistischen Qualitäten. Durchaus denkbar, dass die begnadeten Komiker von „Monty Python“ diesen Mister Evelyn Waugh (1903-1966) … Weiterlesen

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TV-Nostalgie (21): Peter Falk als „Columbo“ – der zerknitterte Polizist

„Zerknittert“ ist wohl das erste Wort, das einem einfällt, wenn man an ihn denkt: Peter Falk als Inspektor „Columbo“ taperte meist in einem knittrigen beigen Trenchcoat herum, sein verknautschtes Gesicht passte dazu. Columbo wirkte oft übernächtigt und zerstreut, er ging seltsam gebeugt, hatte wirres Haar und war meist unrasiert. Was für ein Typ!

Die Täter, die man als Zuschauer gleich kannte und denen Columbo ganz allmählich und beharrlich durch logische Schlussfolgerungen auf die Schliche kam, nahmen so einen zunächst nicht für voll. Genau das machte sich Columbo zunutze. Mörder und anderes Gelichter wiegten sich für eine ganze Weile in Sicherheit, wenn der Zigarrenpaffer mit seinem nahezu schrottreif zerbeulten Peugeot-Cabrio aufkreuzte.

Von Tätern sträflich unterschätzt

Doch sie alle haben ihn sträflich … Weiterlesen

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Aus der Traum vom brasilianischen Fußball

Nein, das ist jetzt aber auch fast schon gar zu viel. 7:1 fürs deutsche Team in einem WM-Halbfinale gegen den Gastgeber Brasilien…

Das ist einerseits unglaublich, wunderbar, was auch immer in dieser Richtung. Nicht zu fassen! Welch eine Demütigung, wenn man denn in solchen Kategorien denkt. Davon wird man noch in vielen Jahren sprechen.

(ZDF-Fernsehbild)

(ZDF-Fernsehbild)

Andererseits werden da auch ein paar Träume zerstört. Die Träume, die man vom brasilianischen Fußball seit den Tagen von Pelé und Garrincha hegte und die nicht zuletzt von einer entgrenzten Ästhetik gehandelt haben.

Erst hat die so „unbrasilianische“ Spielweise bei dieser WM die schönen Erinnerungen arg gedämpft. Dann fielen auch noch Neymar und Thiago Silva aus, zwei tragende Säulen der brasilianischen Auswahl. Doch es kann … Weiterlesen

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Hillary Clinton bei Jauch: Seine Gier nach Sensationen blieb unerfüllt

Darauf ist Günther Jauch sicher mächtig stolz: Für seine letzte Talkshow vor der Sommerpause hatte er die vormalige US-Präsidentengattin und Außenministerin Hillary Clinton zu Gast, die derzeit für ihre Memoiren („Entscheidungen“) wirbt.

Günther Jauch (Foto: ARD/Marco Grob)

Günther Jauch (Foto: ARD/Marco Grob)

Frau Clinton mochte ihm allerdings auch auf hartnäckiges Nachfragen nicht verraten, ob sie sich selbst als Nachfolgerin Obamas ums Präsidentenamt bewerben wird. Dabei war er so begierig auf diese Neuigkeit: „Was hindert Sie, es hier und jetzt zu sagen…?“ Geschenkt. Jauch wird nicht im Ernst geglaubt haben, eine solche Weltnachricht exklusiv in seiner Sendung zu haben.

Die Frage nach Lewinsky

Auch sonst erfüllten sich seine fast schon schamlos unverhohlenen Hoffnungen auf Sensationen nicht. Er brachte es sogar fertig, Hillary Clinton abermals nach der … Weiterlesen

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Husaren, Helfersyndrom, Hahn im Korb, Huberty – noch ein paar Zeilen zur Fußball-WM

Ja, ist es denn zu glauben? Nur noch acht Partien, dann ist auch diese Fußball-WM schon wieder vorbei. Gegen derlei Flüchtigkeit muss man sich stemmen und wenigstens ein paar Kleinigkeiten festzuhalten suchen.

Ach, man könnte herrlich schwelgen in ausgelutschten Sätzen wie „Es gibt im Weltfußball keine leichten Gegner mehr“ oder „Es gibt auch interessante 0:0-Spiele“. Ja, diese WM gibt das alles her und sorgt somit für allzeit gut gefüllte Phrasenschweine.

Als es mal wieder in die Verlängerung ging - hier das Team aus Argentinien. (Foto: abgeknipst vom TV-Bildschirm)

Als es mal wieder in die Verlängerung ging – hier das Team aus Argentinien. (Foto: abgeknipst vom TV-Bildschirm)

Alle „Großen“, alle Favoriten haben sich bislang enorm schwer getan. Spielverlängerung ist die Regel. Es wird also keinen Weltmeister geben, der durchweg strahlend gespielt hätte. Aber gab es je solch einen unumwunden … Weiterlesen

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TV-Nostalgie (20): Peter Frankenfeld – ein Showmaster, der alle Tricks kannte

Um mal die alte Redensart zu verwenden: Kein deutscher Showmaster war mit mehr Wassern gewaschen als Peter Frankenfeld (1913-1979). Wenn man das Wort Vollprofi bebildern wollte, so könnte man bedenkenlos sein Foto nehmen.

Vor dem Krieg hatte er in Berliner Varietés das Unterhaltungshandwerk gelernt. Zeitweise war er beim Zirkus und zeigte Zauberkunststücke. Sogar in der Reklame war er tätig – als gewiefter Texter und Illustrator. Er kannte alle Tricks und wusste, wie man das Publikum fing.

Größter Erfolg „Vergißmeinnicht“

Der aus Berlin-Kreuzberg stammende Peter Frankenfeld wurde – neben Kulenkampff – zum erfolgreichsten TV-Entertainer der 60er Jahre. Legendär wurde vor allem seine ZDF-Spielshow „Vergißmeinnicht“ (1964-1970), mit der die Postleitzahlen populär gemacht werden sollten. Diese Sendung – u. a. mit dem Geldbriefträger … Weiterlesen

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Sahnelinien, Türsteher, Trinkpausen – eine kleine Zwischenbilanz zur Fußball-WM

Was machen wir bloß morgen; am Freitag, wenn keine WM-Spiele sind? Seit dem 12. Juni werden wir tagtäglich mit Höhen und Tiefen des Ballsports versorgt. Da droht ein Horror vacui.

Nun gut. Da müssen wir durch. Ich brauche eh ein wenig Zeit, um mir eine neue Strategie für die Facebook-Tipprunde zu überlegen, bei der ich nur im Mittelfeld liege. Ordentlich getippt – chaotisch gekickt. So sieht’s bislang aus!

Was ich mir diesmal gar nicht mehr antue, ist das gesamte Vor-, Zwischen- und Nachgeplänkel im Fernsehen. 90 Minuten Spiel plus etwaige Dreingabe – das reicht! Sogar in der Halbzeit schalte ich ab. Bloß keine sogenannten „Analysen“.

Mexikanischer Jubel in Brasilien (v. li.): Torwart, Trainer und Betreuer. (Foto: abgeknipst vom ARD-Bildschirm)

Mexikanischer Jubel in Brasilien (v. li.): Torwart, Trainer und Betreuer. (Foto: abgeknipst vom ARD-Bildschirm)

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„SS-Siggi“ genießt den Medienrummel

Mit dem rechtsradikalen Angriff auf die Wahlparty im Rathaus hat Dortmund abermals traurige Bekanntheit erlangt. Die alarmierenden Vorgänge am 25. Mai haben natürlich breiten Widerstand ausgelöst.

Es ist allerdings eine Gratwanderung. Eine ungewollte Folge ist, dass der Gruppierung „Die Rechte“, die – ebenso wie die NPD – ein einziges Mandat im Dortmunder Rat hat, inzwischen eine bundesweite und internationale Beachtung über alle Maßen hinaus zuteil wird. Ich weiß: Anderer sind da anderer Meinung und würden am liebsten jeden Tag die Notsirenen aufheulen lassen. Bloßes Ignorieren geht ja nun auch wirklich nicht.

Der längst nicht mehr nur stadtbekannte Rechtsradikale Siegfried Borchardt (Spitzname „SS-Siggi“) und seine Hilfstruppen können jedenfalls in gewisser Weise zufrieden sein. Zitat aus den heutigen Ruhrnachrichten: „Das große Medieninteresse … Weiterlesen

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TV-Nostalgie (19): Werner Höfers „Frühschoppen“ – das Sonntagsritual

In den Anfangsjahren des "Frühschoppens" durften Frauen bei Werner Höfer (ganz links) nicht mitreden, sondern nur Wein nachschenken. (Screenshot aus: http://www.youtube.com/watch?v=5sFe66JSaO0)

In den Anfangsjahren des „Frühschoppens“ durften Frauen bei Werner Höfer (ganz links) nicht mitreden, sondern nur Wein nachschenken. (Screenshot aus: http://www.youtube.com/watch?v=5sFe66JSaO0)

Wenn man das heute sieht, hält man es nicht mehr für möglich: dass jemals in einer Live-Fernsehsendung dermaßen exzessiv geraucht und gesüffelt worden ist. Wir reden von einer Fernseh-Legende, von Werner Höfers Journalistenrunde „Der Internationale Frühschoppen“.

Über Jahrzehnte gehörte die Sendung mittags um 12 Uhr zum Sonntagsritual der Deutschen. Nach einem Hörfunk-Vorspiel (ab 6. Januar 1952) lief der „Frühschoppen“ im ARD-Fernsehen vom 30. August 1953 bis zum 20. Dezember 1987. Da hatte der Zirkel unglaubliche 1874 Mal getagt…

Eindeutig der Chef im Ring

Schon in der ersten Phase hatten sich viele Menschen an die teils heftigen Polit-Diskussionen gewöhnt, so … Weiterlesen

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Rätsel des Alltags (3): Problemkasse

Das rätselhafte Phänomen, von dem heute zu berichten wäre, ist nicht gänzlich neu. Es handelt sich aber um ein Weltgesetz, das sich immer wieder aufs Scheußlichste entfaltet.

Sobald ein Supermarkt oder ein vergleichbarer Ort des Konsums mehr als zwei Kassen hat, steht man mit Sicherheit an der Problemkasse. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um einen Sonderfall von Murphys Gesetz.

Es gibt verschiedene Varianten. Beispiele:

Du hast dich im Schweiße deines Angesichts bis auf Platz drei vorgewartet – und prompt stellt die Dame/der Herr an der Kasse just jetzt das Schild hin, auf dem steht, dass hier leider nicht mehr bedient werde. Feierabend. Nein, keine Ausnahme. Einmal muss eben Schluss sein.

Hier ist die Kassenwelt noch in Ordnung. (Foto: Bernd Berke)

Hier ist die Kassenwelt noch in Ordnung. (Foto: Bernd Berke)

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TV-Nostalgie (18): Ernst Huberty – Fußball ohne Geschrei

Wenn man dieser Tage Béla Réthy, Tom Bartels, Steffen Simon, Marcel Reif und Co. über Fußball palavern hört, dann sehnt man sich manchmal zurück in die alten Zeiten eines Kurt Brumme, Rudi Michel – oder Ernst Huberty. Wie nüchtern und abgeklärt wirkte das, verglichen mit heute.

Im Vorfeld der Fußball-WM in Brasilien fällt es wieder besonders auf, welch ein Geschrei jetzt um den Fußball gemacht wird. Im Laufe eines Spiels werden alle möglichen und unmöglichen Statistiken geliefert, auch gibt’s schon mal neckische Anspielungen auf halb private Umtriebe der Kicker. Mal ganz abgesehen von der umfangreichen Vor- und Nachberichterstattung. Das alles war in den alten Zeiten undenkbar.

„Ausgerechnet Schnellinger“

Man höre sich noch einmal (leider nur in Ausschnitten möglich) Ernst Hubertys … Weiterlesen

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Als auch Westfalen unter Napoleon litt – historische Ausstellung auf Schloss Cappenberg

Was hat der Flachkomiker Mario Barth mit einer seriösen Ausstellung über Napoleons Zeit zu tun? Nun, seine Produktionsfirma hat einen Hartschaum-Nachbau der Quadriga vom Brandenburger Tor zur Verfügung gestellt, den Barth einst als Deko bei seinen Auftritten im Olympiastadion verwendete. Und wo ist jetzt der Zusammenhang?

Es mag nicht direkt der Wahrheitsfindung dienen, ist aber ein machtvoller „Hingucker“: Die größenhalber auf mehrere Raumzonen des Cappenberger Schlosses verteilte Quadriga (hier zwei Pferde, da zwei Pferde, dort der Streitwagen) steht für die Demütigung, die Frankreichs Kaiser Napoleon 1806 den Preußen antat, als er das vierspännige Fahrzeug vom Brandenburger Tor abmontieren und nach Paris bringen ließ, um dort ein europäisches Museum einzurichten.

Unvollendetes Bild ohne ausgeführtes Zepter: "Kaiser Napoleon Bonaparte im Krönungsornat" (Sebastian Weygandt zugeschrieben, 1807/13) (© Museumslandschaft Hessen, Kassel)

Unvollendetes Bild ohne ausgeführtes Zepter: „Kaiser Napoleon Bonaparte im Krönungsornat“ (Sebastian

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Streit bei Plasberg: Wie rechts ist die AfD?

Nachbereitung oder auch Nachkarten zur Europawahl war heute überall angesagt. Frank Plasberg machte mit seiner ARD-Talkrunde „Hart aber fair“ keine Ausnahme. Der Themen-Anreißer hieß, marktschreierisch wie üblich: „Europas Wutbürger – Abschottung statt Toleranz?“

Während Günther Jauch am Sonntag zum ähnlichen Thema geradezu staatstragende Gäste aufbot (Wolfgang Schäuble für die CDU, Peer Steinbrück für die SPD), sorgte Plasbergs Gästeliste schon für etwas mehr Zuspitzung.

Wer die Ängste schürt…

Allein schon die Anwesenheit des Chefs der „Alternative für Deutschland“ (AfD), Bernd Lucke, polarisierte die Sendung. Die Fragestellung lautete also vorwiegend: Wie rechts ist diese AfD, die sich mit rund 7 Prozent der Stimmen bei der Europawahl bereits selbst als neue „Volkspartei“ mit Wählern in allen Schichten sieht?

"Hart aber fair": Moderator Frank Plasberg (Bild: © WDR/Klaus Görgen)

„Hart aber fair“: Moderator Frank

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Herzig und zuversichtlich: Wie der Kulturkanal arte über Dortmund berichtet

Auf den Kulturkanal arte halte ich größere Stücke. Wenn man sich denn aufs Medium Fernsehen einlässt, finden sich hier und bei 3Sat Inseln im Meer der Verdummung. Also habe ich mich jetzt gefreut, dass dort ein Film über Dortmund auf dem Programm stand.

Tatsächlich wurde da gelobhudelt, dass es nur so seine Art hatte und dem Lokalpatrioten schmeichelte. Die hauptsächliche Botschaft des 25 Minuten langen Films: Es gebe in ganz Deutschland wohl keine andere Stadt, die nach Krisen und Katastrophen so oft wieder aufgestanden ist wie Dortmund. Ein idealer Ort also für den Fünfteiler „Eutopia“ über Zukunftsvisionen in Europa, der außerdem nach Krakau, Toulouse, Maastricht und Tallinn führt.

Sarah Schill spricht mit dem Dortmunder Filmemacher Adolf Winkelmann (© Kick Film GmbH / Foto: SR)

Sarah Schill spricht mit dem Dortmunder Filmemacher Adolf Winkelmann (© Kick Film

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Die Landkarte der wechselnden Launen – „Deutschlandreisen“ von Helmut Krausser

Was erwartet man, wenn ein Schriftsteller vier Lesetourneen absolviert hat und dann ein Buch „Deutschlandreisen“ nennt? Wahrscheinlich doch Anmerkungen über den oder jenen Landstrich und seine Bewohner, womöglich auch Sticheleien oder gar vernichtende Urteile über gewisse Gemeinden.

Diese Erwartungen enttäuscht Helmut Krausser gründlich. Die Städte, in denen der Autor zwischen 2006 und 2012 zu Gast war, stiften ihn nur selten zu substanziellen Bemerkungen an. Und so wird Augsburg kurz abgefertigt, gibt es einen Ulk über Ulm, wird Stuttgart achtlos gestreift, Heidelberg en passant behandelt, Freiburg kurzerhand als belanglos abgetan. Köln ist hässlich, die Leute dort sind aber freundlich und bei Lesungen allzeit lachbereit. In Nürnberg läuft nichts Vernünftiges im Kino, Dresden findet der Autor kulissenhaft, Flensburg zauberhaft, Lübeck ist recht … Weiterlesen

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